Impuls der Woche

Texte zum Nachdenken von Heike Kistner, der 1. Vorsitzenden des Kirchengemeinderates.

GRID LIST

Unterwegs

Nov 23, 2020
Dieses „Paar auf Achse“ des Bildhauers Karl Ulrich Nuss macht sich mitten in den Weinbergen auf den Weg in die Welt, in die Freiheit, in die Zukunft ... Der Horizont, der sich den beiden öffnet, scheint unermesslich zu sein. Das Paar hat keinen besonders stabilen Untergrund, jeder der beiden balanciert auf einer Seite der Achse eines großen Rades. Aber sie haben einander, ein fester Händedruck gibt ihnen Halt auf dem wackeligen Gestell. Außerdem spürt man als Betrachter, dass sie von einer tiefen Verbundenheit getragen werden. Sie schauen sich direkt in die Augen und sind restlos davon überzeugt, dass sie sich auf den anderen verlassen können in ihrem Hier und Jetzt. In diesem grenzenlosen Vertrauen aufeinander scheinen sie geradezu zu schweben und der irdischen Schwerkraft enthoben zu sein. Hier treffen wir auf eine herausragende Darstellung dessen, was Menschen füreinander sein können. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

Licht

Nov 16, 2020
Wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, haben wir Menschen es seit der Erfindung der Glühbirne leicht. Wir betätigen den Lichtschalter und erhellen unsere Wohnung. Auf diese Weise lassen wir uns nicht mehr von der Natur diktieren, wann wir mit der Arbeit oder einem Hobby aufhören müssen. Früher gab es zu diesem Zweck Kerzen und wir greifen noch immer in bestimmten Situationen auf sie zurück. Warum tun wir das? Das Bedürfnis nach Licht ist so alt wie die Menschheit selbst, aber elektrisches Licht berührt nicht, es wärmt und tröstet nicht. Nicht umsonst stellen wir brennende Kerzen ins Fenster oder aufs Grab, um der Verstorbenen zu gedenken, nicht umsonst versuchen wir mit menschlichen Lichterketten auf Missstände aufmerksam zu machen. Mit der elektrischen Straßenbeleuchtung kommt die Botschaft höchstens halb so gut an. Wir haben Taufkerzen, Geburtstagskerzen, Weihnachts- und Adventskerzen, um unsere Hoffnung und Zuversicht auszudrücken. Und wir kommen zur Ruhe, wenn wir in den Lichtschein einer Kerze blicken. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

Unterholz

Nov 09, 2020
Wir nehmen oft nur wahr, was wir auf Anhieb sehen, hören, riechen oder anfassen können. Was uns auf den ersten Blick verborgen ist, nehmen wir nicht zur Kenntnis. Bei einem herbstlichen Waldspaziergang schaut man oft ganz beglückt nach oben in die herrlich bunten Baumkronen, durch die der strahlend blaue Himmel blitzt. Der Lebensraum von Vögeln, Fledermäusen und Eichhörnchen ist uns noch am ehesten vertraut und ab und zu kann man sogar ein Reh erspähen. Aber zu unseren Füßen spielt sich ganz viel Leben ab. In der nährstoffreichen Erde des Waldbodens tummeln sich Schnecken, Ameisen und Würmer, in der sogenannten Krautschicht leben Käfer, Schmetterlinge, Spinnen und kleine Säugetiere, die sich kurz vor dem Winter auf Nahrungssuche begeben, um sich einen tüchtigen Winterspeck anzufressen und Vorräte anzulegen. Lenken wir doch gelegentlich unseren Blick auf den Boden dieses so weise konzipierten Ökosystems, wenn wir in diesen Tagen eine Auszeit im Wald nehmen. Aber Achtung: Ein Laubhaufen könnten durchaus ein Igelhaus sein. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

Liebe

Nov 02, 2020
Das verliebte Paar, eine Skulptur von Karl Ulrich Nuss, berührt ganz offensichtlich die Spaziergänger in Strümpfelbach, die meisten bleiben stehen und schauen genauer hin, wie sich da zwei Menschen ganz nah sind, sich anschauen und berühren. Sie scheinen einander zu sagen: Ich nehme dich wahr, ich höre dir zu, du bist mir wichtig, ich lasse mich nicht ablenken von Äußerlichkeiten, sondern bin mit meiner Aufmerksamkeit ganz bei dir. Die beiden sind nicht mehr jung und als Betrachter spürt man, dass sie sich vertraut sind und einander vertrauen können. Sie fühlen sich aufgehoben im anderen, fühlen sich verstanden und angenommen als der Mensch, der sie sind. Dabei sieht es ganz und gar nicht danach aus, als wäre ihre gemeinsame Vergangenheit nur eitel Freud und Sonnenschein gewesen. Nein, man kann sich leicht denken, dass sie in ihrer Beziehung schon manche Klippen umschifft haben und so manchen Schicksalsschlag verkraften mussten. Das macht ihre Liebe stark für die Zukunft. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

Vorrat

Okt 26, 2020
In vielen Familien wird zurzeit Marmelade gekocht, die Beerenkonfitüren stehen bereits im Kellerregal und nun kommen Quitten- und Apfelgelee hinzu. Vorräte anzulegen liegt uns Menschen schon seit tausenden Jahren im Blut. Seit dem Neolithikum, das grob zwischen 11.000 und 3.500 v. Chr. angesiedelt ist, legen die Menschen Bestände für den späteren Bedarf an, „hamstern“ also ähnlich wie viele Tiere es tun. Im Europa des 21. Jahrhunderts dient dieses urmenschliche Bedürfnis vorzusorgen selbstverständlich nicht mehr dazu, die eigene Familie vor Hunger zu bewahren, selbst in den Wochen des kompletten Corona-Lockdowns waren schließlich alle Lebensmittelgeschäfte geöffnet. Aber auch in unseren modernen unsicheren Zeiten gibt die Vorratshaltung uns ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle, das wir oftmals vermissen. Hinzu kommt, dass Kellerregale voller Selbstgemachtem uns Befriedigung verschaffen und wir uns damit schlichtweg selbst eine Freude machen. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

Ein Käferleben

Okt 19, 2020
Meist sind es nur kleine Kinder, die sich für alles Kleingetier wie beispielsweise Käfer interessieren, sich auf die Erde hocken und genau hinschauen, was sich da zu ihren Füßen bewegt. Dabei sind 20 bis 25 Prozent aller Arten tatsächlich Käfer, 350.000 gibt es mindestens weltweit und sie kommen in allen Regionen unserer Erde vor, nur im ewigen Eis der Antarktis nicht. Der größte seiner Art ist der brasilianische Riesenbockkäfer, der ganze 17 cm erreichen kann, aber es gibt auch Arten, die weniger als 0,5 mm lang werden. Da wir Menschen gerne katalogisieren und kategorisieren, haben wir Käfer natürlich auch in Schädlinge und Nützlinge eingeteilt, wobei das eine rein menschliche Betrachtungsweise ist. Denn Käfer, die ganze Ernten vernichten, bezeichnen wir als schädlich, wenn sie aber andere Schädlinge von unseren Beeten fernhalten und verzehren, gelten sie als nützlich. Betrachtet man sie jedoch so genau wie völlig unvoreingenommene Kinder, sieht man in ihnen die Perfektion der Schöpfung im Winzigkleinen. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

Es regnet

Okt 11, 2020
In unseren Breitengraden war es bisher üblich, über das Wetter zu schimpfen, wenn es mal wieder regnete. Wir haben uns so weit von der Natur entfremdet, dass wir offensichtlich Internetseiten wie „100 Dinge, die du an einem Regentag tun kannst“ benötigen. Allmählich ändert sich aber unsere Einstellung zum Wetter durch die Erfahrung des Klimawandels am eigenen Leibe und wir haben aufgehört uns über Regenwetter zu beklagen. Wir sehnen es sogar herbei, wenn wir sehen müssen, wie alles verdorrt und wie häufig wir im Garten gießen müssen, damit uns unsere mühsam gepäppelten Pflanzen erhalten bleiben. Außerdem stellen wir fest, wie gut es draußen nach einem reinigenden Schauer riecht, und wenn es still ist, hören wir nach einem ordentlichen Guss sogar die Tropfen von den Blättern fallen. Für Kinder ist eine Pfütze das größte: Wie herrlich es spritzt, wenn man hineinspringt! Schauen wir doch mal wieder genauer hin und genießen ganz bewusst einen Landregen, einen Wolkenbruch oder einen Gewitterregen und freuen uns daran, was er für die Natur und unsere Wasserreservoire bewirkt. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

Apfelernte

Okt 05, 2020
Wenn man an einem sonnigen Herbsttag an einer Streuobstwiese vorbeikommt, funkeln sie einem entgegen, herrlich leuchtende Äpfel. An den Bäumen lehnen Leitern, fleißige Obstbauern legen ihre Ernte in Holzkisten oder in großen Mengen gleich in einen PKW-Anhänger, um sie zum Mosten zu bringen. In wilder Form gab es Äpfel schon in der Steinzeit, aber seit der Antike werden Apfelbäume kultiviert und veredelt. Äpfel sind heute die am meisten züchterisch bearbeitete Obstart und es gibt sie in tausenderlei Sorten auf der ganzen Welt. Und natürlich gibt es unzählige Geschichten rund um die süßsäuerliche Frucht. Aphrodite erhielt den Apfel als Sinnbild der Liebe und Schönheit, in der Schöpfungsgeschichte wird er als Mittel der Verführung eingesetzt, er ist ein Symbol für Fruchtbarkeit, aber auch für herrschaftliche Macht, sichtbar am Reichsapfel im Mittelalter. Das englische Sprichwort „An apple a day keeps the doctor away.“ verweist auf seine gesundheitsfördernde Kraft. Und was gibt es Schöneres als Apfelkuchen mit Schlagsahne nach einem langen Spaziergang? Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

Gelb

Sep 27, 2020
Bei Spaziergängen im Herbst ziehen sie den Blick auf sich, hellgelb leuchtende Felder, an deren Farbenpracht man sich nicht sattsehen kann. Das ist Ackersenf, auch „Wilder Senf“ genannt, der im Frühjahr zur Bodenverbesserung untergepflügt wird. Die Farbe Gelb übt eine besonders hohe Anziehungskraft auf uns aus. Das wundert nicht, denn sie ist die hellste aller Farben, wirkt sonnig, freundlich, heiter und strahlt uns geradezu an. Als Farbe des Spätsommers mit seinen reifen Ährenfeldern erzeugt sie Heiterkeit und verweist auf Reichtum und Kraft. Wir assoziieren Gelb mit Glück und Optimismus, mit der Bereitschaft zur Veränderung und einem lebhaften Empfinden. Gelb regt den Geist an, wirkt aufmunternd und fröhlich und bringt Klarheit in unser Leben, es macht offen und fördert zwischenmenschlichen Austausch. Dass die sogenannte dunkle Jahreszeit mit so viel Leuchtkraft eingeläutet wird, kann durchaus entspannend wirken. Lassen wir uns in den ersten regnerischen Tagen des Herbstes von dieser erfrischenden spätsommerlichen Farbe inspirieren! Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

Neugeboren

Sep 20, 2020
Ob wir Eltern werden oder Großeltern, unsere Dankbarkeit kennt keine Grenzen über die Geburt eines Kindes. Voller Ehrfurcht stehen wir vor dem winzigkleinen Geschöpf und wir werden uns der Großartigkeit, aber auch der Zerbrechlichkeit menschlichen Lebens bewusst. Die guten Wünsche, mit denen wir den neuen Erdenbürger bedenken, sind ohne Zahl, aber sie sind auch gemischt mit Sorge. Wie wird unsere Welt aussehen in zwanzig, vierzig oder sechzig Jahren? Und wie wird sich unser Klima bis dahin verändert haben? Welche Arbeitsbedingungen wird ein junger Mensch 2040 antreffen? Wird er genauso zuversichtlich in die Zukunft blicken können, wie wir das noch vor einem halben Jahrhundert taten? Was können wir tun, um ihm das zu ermöglichen? Welche Geschichte unserer Welt wollen wir unseren Kindern erzählen? Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

Zitrusfrüchte

Sep 14, 2020
Zitronensind aus unseren Haushalten nicht mehr wegzudenken. Ganz selbstverständlich kaufen wir sie im Supermarkt ein und verwenden sie zum Kochen und Backen, für Getränke, als Zitronat im Stollen oder zum Verfeinern von Nachspeisen. Bis sie aber in unserer Küche ankommen, haben sie bereits einen weiten Weg vom sogenannten Zitrusgürtel rund um den Äquator zurückgelegt, denn sie brauchen lange Wärmeperioden, um zu reifen. Sie kommen aus Brasilien, China, der Türkei oder Mexiko, in Europa werden sie in Spanien und Italien angebaut. Man weiß inzwischen, dass Zitruspflanzenihren Ursprung vor rund acht Millionen Jahren am südöstlichen Ausläufer des Himalayashatten und schonfrüh kultiviert wurden. Die kleine gelbe Selbstverständlichkeit, die heute für zahlreiche Länder eine hohe wirtschaftliche Bedeutung hat und nur in ansehnlichen Exemplaren mit gewachster Schale in unsere Obsttheken kommt, war vor Jahrhunderten ein sehr teures Importprodukt und Symbol für Luxus und Reichtum. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

Kinderstube

Sep 07, 2020
Ein neugieriges Igelbaby, das seine Kinderstube mitten am Tag verlassen hat, geht im Garten auf Entdeckungstour. Noch weiß es nichts von potentiellen Feinden und erkundet völlig ahnungslos das unbekannte Terrain. Es schnüffelt mit seiner spitzen Schnauze im Gras herum und ist offensichtlich auf der Suche nach Nahrung. Ein kleines Insekt wäre äußerst willkommen, später verzehrt der Igel aber auch gerne Frösche und Mäuse. Die Stacheln, von denen das Baby einige Tausend auf seinem Rücken trägt, sind noch nicht vollständig ausgebildet und es hat noch nicht gelernt, sich zum eigenen Schutz zu einer Kugel zusammenzurollen. Igel sind dämmerungs- oder nachtaktive Tiere, deshalb lässt sich die Mutter auch nicht blicken, aber der vorwitzige Jungspund hält es in seinem Bau nicht mehr aus und lässt sich frischen Wind um die Nase wehen. Leider ist die Zahl der Igel in Deutschland seit Mitte der 1990er Jahre deutlich zurückgegangen, auch eine Folge des Klimawandels. Die vermehrte Trockenheit hat zu Insektensterben geführt und damit zum Mangel an Nahrung für diese reizenden kleinen Tierchen. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

Segel setzen

Aug 30, 2020
Für Segler gibt es nichts Reizvolleres als in den verschiedensten Gewässern der Welt Wind und Wellen zu trotzen und sich unter Nutzung der Windenergie auf dem Wasser fortzubewegen. Ist man selbst kein Seefahrer, fasziniert es immer wieder, die Segelboote aus der Ferne zu beobachten, vom Strand aus, vielleicht auf einer Mole sitzend. Wenn man so aufs Wasser schaut und die majestätischen Boote beobachtet, wäre man vielleicht auch gerne so scheinbar mühelos unterwegs. Die ersten Segelschiffe muss es schon um 5000 v. Chr. in Ägypten gegeben haben und sie dienten in erster Linie dem frühen Handel und Transport.Heute ist das Segeln in Industrieländern nur nochFreizeitaktivität, aber in anderen Teilen der Welt werdenLasten auf Segelschiffen noch wie vor hunderten von Jahrenbefördert. Dem Menschen ist es zwar gelungen Seestraßen zu entdecken, Kontinente zu umschiffen und Stürmen die Stirn zu bieten, dennoch müssen wir den Naturgewaltenauf unserem wunderschönen blauen Planeten gegenüber demütig bleiben. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

Leselust

Aug 23, 2020
Das Lesenlernen ist für viele Kinder eine recht mühselige Angelegenheit und es dauert oft lang, bis es ohne zu stocken gelingt und ein Sinnerfassen möglich ist. Aber was für eine Sensation, wenn man beginnt zu begreifen, was sich hinter dieser Aneinanderreihung von Buchstaben verbirgt! Was für ein unglaubliches Erlebnis, in eine lediglich auf einigen Papierseiten gedruckte Geschichte eintauchen zu können, mit Pipi Langstrumpf um die Welt zu reisen, den kleinen Drachen Kokosnuss auf seinen Streifzügen durch die Weltgeschichte zu begleiten, über die Streiche des Sams lauthals zu lachen und die Abenteuer von Winnetou und Old Shatterhand hautnah mitzuerleben. Als Kind las man mit der Taschenlampe unter der Bettdecke bis in die frühen Morgenstunden, nachmittags auf dem Bauch in irgendeiner Ecke des Kinderzimmers ausgestreckt, in der Schule heimlich unter der Schulbank. Was für ein Geschenk, dass der Mensch nicht nur sprechen, sondern auch schreiben und lesen kann! Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

Sonnenuntergang

Aug 16, 2020
Ein Sommertag geht zu Ende, das rötliche Licht der untergehenden Sonne strahlt die Wolken von unten an und schafft eine zauberhafte Atmosphäre. Allmählich kommt alles zur Ruhe, die Hektik des Tages lässt nach, die üblichen Alltagsgeräusche verebben und man kann selbst ruhig werden.Eine kurze Zeit des Zwielichts lässt die Konturen verschwimmen, die Ablenkung durch äußere Einflüsse verschwindet und man kann die Gedanken weg vom Äußeren auf das Innere lenken. Vieles, was im Laufe des Tages geschehen ist, war kompliziert, verworren, missverständlich, ärgerlich, manches sogar verletzend. Wenn wir uns die Zeit nehmen, können wir nun neu sortieren und vielleicht etwas Klarheit in das Wirrwarr unseres Lebens bringen. Wie gut die Schöpfung es eingerichtet hat, dass jeder Tag einen Abschluss hat und wir wieder neue Kraft schöpfen können! Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

Endlich Ferien

Aug 10, 2020
Jeder Erwachsene kann sich an die Erleichterung und die prickelnde Vorfreude erinnern, die ihn ergriffen hat, als der letzte Schultag vor den großen Ferien anbrach und man nach der Schule ohne jeden Druck von Hausaufgaben mit seinen Freundinnen nach Hause schlenderte. Was für ein herrliches Gefühl, den Schulranzen zu Hause in die Ecke zu pfeffern und ihn sechs Wochen lang genau dort liegen zu lassen, ohne ihn eines Blickes zu würdigen. Ausschlafen, sich den Tag nach Belieben einteilen, nur zu den Mahlzeiten erscheinen, ins Freibad gehen, den ganzen Tag lang Bücher lesen – was war das für ein Luxus! Vielleicht fuhr man sogar mit Eltern und Geschwistern in die Berge oder an die See. Damals nannte man das Jahresurlaub und es war tatsächlich die einzige Reise, die unternommen wurde. Die Bedingungen haben sich inzwischen geändert, aber das Hochgefühl ist immer noch dasselbe. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

Sommergemüse

Jul 31, 2020
Der Sommer ist die aufregendste Zeit für Hobby-Gemüsegärtner. An den Tomatenpflanzen, die bis zur Balkondecke ranken, werden die ersten Früchte sichtbar, Gurken und Zucchini schlängeln sich durchs Hochbeet und können endlich geerntet werden. Die Befriedigung, aus winzigen Setzlingen stabile Pflanzen gezogen zu haben, die herrliche Früchte tragen, ist grenzenlos. So lange hat man sie gehegt und gepflegt, vor Schädlingen geschützt, gewässert und ihnen gut zugesprochen und kann es doch kaum fassen, dass sich dieses Wunder Jahr für Jahr vollzieht. Und natürlich schmeckt nichts so gut wie die krumme, jeglicher EU-Norm hohnsprechende Schlangengurke aus dem eigenen Gemüsebeet. Da kann man es vielleicht sogar verschmerzen, wenn man einige Salatköpfe den Schnecken abtreten muss. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

„So, so ... Ja, ja ...“

Jul 26, 2020
Man sieht einen Bekannten, der seinen Hund Gassi führt, freut sich, bleibt stehen und würde sich gerne unterhalten, merkt dann aber schnell, dass der andere gar nicht zuhört und offensichtlich mit ganz anderen Dingen beschäftigt ist.Leider ist man selbst kein Hundehalter, sonst hätte man sicher Gesprächsstoff. Manchmal möchte man gern etwas loswerden, hat auch ein Gegenüber, das durchaus zuhören kann, aber alles besser weiß. Aus Höflichkeit bricht man das Gespräch nicht sofort ab, verabschiedet sich aber bald enttäuscht. Für solche zutiefst menschlichen Begebenheiten voller Kommunikationshürden hatten die beiden fiktiven Schwaben Häberle und Pfleiderer ein gutes Gespür und haben es mit ihren humorvollen Sketchen über menschliche Schwächen zu einiger Berühmtheit gebracht. Die beiden schwäbischen Alltagsphilosophen haben vierzig Jahre lang ihrem Publikum einen Spiegel vorgehalten und es dazu angeregt, über die eigenen Fehler und die der anderen auch mal herzlich zu lachen. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

"Engel“

Jul 19, 2020
Heute sind sie überall zu haben, in unterschiedlichsten Materialien sind sie als Püppchen auf Sonderverkaufsflächen in Buchläden, auf Straßenmärkten oder in Esoterikshops aufgestellt. In der Weihnachtszeit werden sie aus Goldfolie oder ausrangierten Gesangbuchseiten gebastelt, baumeln am Fensterkreuz oder schmücken den Adventskranz. Man findet sie auf kitschigen Postkarten und an besonderen Orten als Skulpturen, die einen berühren. Die Literatur mit Engeln für jeden Tag und jedes Anliegen ist kaum noch überschaubar. Obwohl bereits in vorchristlicher Zeit von geflügelten himmlischen Wesen erzählt wurde, haben sie nichts von ihrer Faszination verloren und bezaubern uns immer wieder aufs Neue. Als Boten zwischen himmlischem und weltlichem Bereich mit menschlichen Zügen sind sie uns näher als Gott und stillen als Schutzengel unsere Hoffnung, dass jemand auf uns aufpasst. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

„Feste feiern“

Jul 12, 2020
Endlich Geburtstag! Wie freut man sich als Kind auf diesen aufregenden Tag. Gemeinsam mit der Familie erleben wir eine ganz besondere Zeit, die uns aus unserem täglichen Einerlei heraushebt und uns die reine Gegenwart leben lässt. Viele weitere Feste kommen im Laufe des Lebens dazu, Familienfeste, kirchliche Feste, jährlich wiederkehrende Feste und solche, die nur einmal im Leben vorkommen. Ein Festmahl, Musik und Tanz, ein Feuerwerk und jede Menge Dekoration mit Kerzen, Fähnchen, Luftballons und Blumen lassen uns fröhlich und ausgelassen sein.Die Nähe zu geliebten Menschen und guten Freunden, die wir vielleicht lange nicht gesehen haben, stärkt uns und tut uns gut. Das Feiern hat eine lange Tradition und findet in allen Gesellschaften statt. Genießen wir diese Höhepunkte unseres Lebens! Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

"Der gute Mond"

Jul 05, 2020
Wissensdurst und Forscherdrang des Menschen haben dazu geführt, dass er die ihn umgebende Natur schrittweise entzaubert hat. Heute wird schon den Kleinsten beigebracht, wie Blitz und Donner entstehen, warum es im Sommer warum und im Winter kalt ist. Selbst das Universum haben wir längst studiert und der Urknall ist schon lange kein Fremdwort mehr für uns. Von Matthias Claudius‘ „gutem“ Mond wird nur noch aus Tradition gesungen, wir waren ja schließlich schon dort und wissen genau, wie der einzige natürliche Satellit der Erde aussieht. Außerdem nehmen wir ihn kaum noch wahr, wir haben doch eine gut funktionierende Straßenbeleuchtung. Wenn aber alles durchdrungen und erklärt ist, fehlt uns das Erleben einer sinnlich nicht fassbaren transzendentalen Wirklichkeit, die ebenfalls ein ganz wesentlicher Bestandteil unseres Menschseins ist. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

Däumlingsblick

Jun 29, 2020
Eine solche Perspektive können wir Menschen eigentlich nicht einnehmen, aber in Märchen kommt sie vor. Da liegt der kleine Däumling auf dem Rücken, hat die Hände hinter dem Kopf verschränkt und beguckt sich die Welt von unten. Wie anders sieht plötzlich alles aus, und wie zauberhaft! Grashalme sieht man in den Himmel wachsen, Blätter kann man von der Unterseite aus betrachten und man kann sich in das Leben all der tausend Krabbeltiere hineinversetzen, die von uns normalerweise völlig unbeachtet hier ihr Reich haben. Allein in Mitteleuropa gibt es über 8000 Käferarten. Manche von ihnen wie den Kartoffelkäfer bezeichnen wir herablassend als Schädlinge. Für überaus nützlich halten wir dagegen den Marienkäfer, weil er beispielsweise Blatt- und Schildläuse vertilgt. Um diesen faszinierenden Teil der Schöpfung zu würdigen, lohnt es sich, gelegentlich die Däumlingsperspektive einzunehmen. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

"Wasserspiele"

Jun 21, 2020
H2O könnte eine durchaus langweilige chemische Verbindung sein, so durchsichtig, farblos, geruch- und geschmacklos wie sie ist. Doch dieses ureigene Element des Lebens fasziniert uns immer wieder aufs neue: der still im Morgennebel ruhende Teich, der See, über den am Nachmittag die Wasserläufer huschen, der klare Gebirgsbach, der tosende Wasserfall in den Alpen, der träge dahinfließende Strom, das aufgewühlte Meer. Maler, Lyriker, Romanautoren und Komponisten hat das Wasser zu hinreißenden Werken inspiriert. Und uns Normalsterbliche lässt es beinahe andächtig stehen bleiben und den hochgewirbelten Strahl des Wasserspiels bewundern, der sich in immer neuen Formationen kaskadenartig herabstürzend im Licht spiegelt. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

"Kleine Füßchen"

Jun 14, 2020
Die winzigen Füßchen eines Neugeborenen versetzen die Menschen seit jeher in Erstaunen, so wohlgeformt sind sie und so perfekt vorbereitet auf die Aufgabe, die sie ein Leben lang zu erfüllen haben. Noch haben sie den Boden nicht ein einziges Mal berührt, aber dieser Zustand hat bald die längste Zeit gedauert. Mit ungefähr einem Jahr beginnen sie den Körper zu tragen, das ist zunächst eine sehr wackelige Angelegenheit. Dann tritt der kleine Fuß mit jedem Untergrund zum allerersten Mal in Kontakt: Sand, der kalte Küchenboden, die Pedale des Dreirads, ein Fußball, alles fühlt sich anders an. Schließlich wird ihm ein Schühchen angepasst und so bekleidet gehen wir unser weiteres Leben durch die Welt, bis wir im Alter von 80 Jahren 170.000 km zurückgelegt haben. An unsere ersten Schritte können wir uns aber leider nicht mehr erinnern. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

„Unvollkommenheit“

Jun 07, 2020
Der englische Kupferstecher John Spilsbury erfand im 18. Jahrhundert das Puzzle, indem er eine Landkarte von Großbritannien auf ein Holzbrett klebte und es dann entlang der Grenzen einzelner Grafschaften zersägte. Bei den inzwischen industriell gefertigten Geduldspielen geht es immer darum, aus Einzelteilen wieder ein Ganzes, ein vollständiges Bild herzustellen. Ist dies aber einmal erreicht, verliert das Spiel seinen Reiz. Nicht das Perfekte, sondern das Unfertige und Fehlerhafte fasziniert uns, mitunter sogar das Abwegige und Absurde: eine rote Tulpe mit einem einzigen gelben Blütenblatt, eine Kinderzeichnung mit falschen Proportionen, eine Brücke, die nirgendwohin führt, eine Theateraufführung vor leeren Rängen. Erst das Abweichende und Unregelmäßige bringt Farbe in unser Leben. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

„Baumrinde“

Mai 31, 2020
Bäume haben viel zu bieten: Nadeln, die im Wald für einen herrlich weichen Boden sorgen, ein Blätterdach, das vor der Sonne schützt, Holz, aus dem Lebensbegleiter wie stabile Tische oder Opas Sessel gefertigt werden. Nicht besonders viel Aufmerksamkeit wird oftmals der Baumrinde geschenkt. Dabei ist sie nicht nur äußerst attraktiv, sondern hat auch eine für den Baum überlebenswichtige Funktion ähnlich wie unsere Haut. Sie schützt ihn vor Witterungseinflüssen sowie Wasserverlust und versorgt ihn mit Nährstoffen. Und wenn man auf einem Waldspaziergang sein Augenmerk einmal ganz bewusst auf die Stämme lenkt, erkennt man, wie unterschiedlich schön sie sind, glatt, seidig, rau, voller Runzeln, Streifen oder Flecken. Schauen Sie mal genau hin! Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

„Familiensinn“

Mai 24, 2020
Erinnern Sie sich noch an das wilde Stiefmütterchen, das sich in einer Fuge meiner Terrasse niedergelassen hatte und dort so einsam und verlassen der Sonne entgegenschaute? Inzwischen hat es das Single-Dasein aufgegeben und eine Familie gegründet. Auch ein Löwenzahn hat sich auf diesem engen Raum noch dazugesellt. Wie man sieht, lässt die Natur es gar nicht zu, dass das Alleinsein von Dauer ist, sondern schenkt dem Stiefmütterchen und uns allen Eltern und Kinder, Schwestern, Brüder und Freunde, die uns zur Seite stehen und uns helfen, dem Leben auch in Corona-Zeiten mit Zuversicht und einem Lächeln zu begegnen. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

„Baukunst“

Mai 17, 2020
Zuerst suchte der Mensch Schutz in Höhlen, um sein Grundbedürfnis nach Sicherheit zu stillen. Nachdem er gelernt hatte, die verschiedensten Materialien und Techniken einzusetzen, um sich ein Dach über dem Kopf zu verschaffen, wurden seine Bauten immer ausgefeilter und dienten schließlich nicht nur dem Schutz der eigenen Person. Er schuf Gotteshäuser, Krankenhäuser, Kaufhäuser und Gebäude, die nur dem Zweck der Erbauung dienen sollten. Ein Beispiel dafür ist der für die Remstalgartenschau entstandene Monopteros in Winterbach, der auf die Gartenkunst des Barocks zurückgeht. Seine einzige Funktion ist das rein ästhetische Vergnügen am Zusammenspiel von Architektur und Natur. Der offene Rundbau in strahlendem Weiß inmitten der Natur gibt einen großartigen Blick auf das Remstal frei. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

Unser täglich Brot

Mai 11, 2020
In unserer Wohlstandsgesellschaft ist es so selbstverständlich verfügbar, dass kaum noch darüber nachgedacht wird, aus welchen Bestandteilen es sich zusammensetzt und wie es gebacken wird. Man kauft es einfach beim Bäcker, aber die Deutschen lieben ihr Brot. Aus dem seit über 40.000 Jahren hergestellten Grundnahrungsmittel hat sich in Deutschland aufgrund der Vielfalt des hier angebauten Getreides eine weltweit einzigartige Brotkultur entwickelt. Brot hat aber auch einen hohen Symbolgehalt, es verweist auf die Güte der Schöpfung und die Demut des einfachen Lebens; einem Brautpaar sollen Brot und Salz Wohlstand bringen. In unserer Zeit der erzwungenen Isolation finden übrigens etliche Menschen Befriedigung in der Rückbesinnung auf Althergebrachtes und backen ihr Brot selbst. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

„Ausschnitt“

Mai 03, 2020
Der Blick aus dem Fenster an einem Frühlingstag gewährt mir eine traumhaft schöne Aussicht auf die Landschaft, aber das, was ich sehe, ist nur ein Teil der Wirklichkeit. Selbst wenn ich mich hinauslehne und versuche, um die Hausecke zu schauen, bleibt vieles unsichtbar für mich. Mehr sehe ich, wenn ich das Haus verlasse und mir die Mühe mache, eine Anhöhe hinaufzusteigen, oder mich im Flugzeug in die Luft erhebe. Dann bleiben mir allerdings die Details verborgen, auf die es im Leben ankommt. Doch im Bewusstsein dieser Ausschnitthaftigkeit meines Sehens kann ich mich freuen an der Schönheit dessen, das ich wahrnehme. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

„Wolkensignale“

Apr 26, 2020
Wolken sind äußerst flüchtige Gebilde, die uns an unsere Vergänglichkeit erinnern, aber auch schon bei Kindern durch ihre zauberhafte Gestalt die Phantasie anregen. Sie sind viel mehr als eine Ansammlung von Wassertröpfchen oder Eiskristallen. Ihr hoher Symbolgehalt durchzieht die Weltliteratur von der Bibel über Shakespeare bis zu zeitgenössischen Werken und sie sind Sinnbild für Verhüllung, Fruchtbarkeit, für eine heitere Stimmungslage, aber auch für heraufziehendes Unheil. In Tagen der Trockenheit werden sie schmerzlich vermisst. Wenn wir den dringend nötigen Regen herbeisehnen, wird uns bewusst, dass wir sie mit unseren anmaßenden Eingriffen in die Natur selbst vertrieben haben. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

„Social Nearness“

Apr 19, 2020
Viel braucht es nicht zum Leben. Das macht uns das wilde Stiefmütterchen, eingepfercht in einer Balkonrinne, auf beeindruckende Weise deutlich. Ganz so bedürfnislos sind wir Menschen nicht, aber wir haben uns an vieles gewöhnt, auf das wir durchaus verzichten können. Das haben uns die geschlossenen Geschäfte in den vergangenen Wochen gezeigt. Doch wir haben auch festgestellt, was am meisten schmerzt, wenn es fehlt: der Kontakt mit anderen, die Kommunikation mit einem lebendigen Gegenüber in Echtzeit und spürbare körperliche Nähe. So wie das Stiefmütterchen können wir nicht leben, dieses kleine Pflänzchen hält es sogar alleine aus. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

„Oster-Farben-Freude“

Apr 13, 2020
Viele Fenster sind gerade mit einem Regenbogen geschmückt als Zeichen der Hoffnung in diesen Zeiten des Rückzugs und der Isolation. In der letzten Woche hat nun die Natur so selbstverständlich wie eh und je ihr Farbenkleid übergestreift, die Blüte ist nahezu explodiert. Man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll, so überwältigt ist man von dieser Pracht. Wie gut das zusammenpasst: Die Schöpfung lässt nicht nur wachsen und gedeihen, sie stattet unseren Planeten sogar mit großer Schönheit aus und uns mit der Gabe, sie wahrzunehmen. Dieses Geschenk erhalten wir ganz ohne Anstrengung und Ehrgeiz, das macht zuversichtlich, besonders an diesen Ostertagen. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

„Der Weg“

Apr 05, 2020
Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen.(Erich Kästner) Noch ist nicht abzuschätzen, welche Windungen und Steigungen der Weg nehmen wird. Was wird uns noch abverlangt, bis wir wieder zu Hause ankommen? Und wird unser Zuhause dasselbe sein, das wir verlassen haben? Die Unsicherheit ist groß in diesen Corona-Krisenzeiten und selbst angesichts des nahen Osterfestes fällt es nicht leicht, zuversichtlich zu bleiben. Wenn wir aber auf die vergangenenWochen zurückblicken, stellen wir fest, dass uns erstaunlich viel geglückt ist und wir der immensen Herausforderung mit Kreativität und Tatkraft begegnet sind. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

"Kraft des Lebens"

Mär 28, 2020
Ein Schäferkarren einsam und allein mitten im Weinberg – ein äußerst ungewöhnlicher Anblick. Aber er ist mit einem Fenster ausgestattet, das vermutlich einen grandiosen Ausblick auf die umgebende Landschaft gewährt und natürlich auf die Weinstöcke, die demnächst zu wachsen beginnen. Noch sind die Knospen winzigklein, doch die Kraft der Natur ist nicht aufzuhalten und es wird nicht mehr lange dauern, bis wieder alles zu sprießen beginnt. Der Weinbauer hat alle Vorbereitungen getroffen, doch vieles liegt nicht in seiner Hand. Da heißt es abwarten und auf die unerschöpfliche Kraft des Lebens vertrauen. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1.Vorsitzende des Kirchengemeinderates

Corona-Kopfstand

Mär 22, 2020
Lehrer und Schüler kennen sie, die Kopfstandmethode. Und auch wir sind jetzt gezwungen, eine völlig neue Perspektive auf unser Leben einzunehmen. Da fühlt sich zunächst alles sehr fremd an, unzusammenhängend und konfus. Doch wenn man sich einmal an diesen Blick gewöhnt hat, eröffnen sich ganz neue Sichtachsen auf unser eingespieltes Leben, in dem wir häufig nur noch funktioniert haben. Plötzlich purzelt so manches durcheinander und findet einen neuen Platz. Nehmen wir also einfach mal eine ungewohnte Position ein und betrachten das Leben aus einem anderen Blickwinkel. Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche. Ihre Heike Kistner1. Vorsitzende des Kirchengemeinderates

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