Virtuose Schläge und harmonische Klänge

ZVW, 2013-01-29: Albrecht Volz und Verena Zahn begeisterten beim ersten Konzert des neuen Jahres im Martin-Luther-Haus

Schorndorf. Im gut besuchten Martin-Luther-Haus verzauberten Albrecht Volz mit seinen Mallets und Verena Zahn am Flügel die bis auf Tuchfühlung sitzenden Zuhörer.

Mit dem Allegro in G von Joseph-Hector Fiocco eröffnete das Duo das Konzert. In großer Präzision verwoben sich harmonisch die Saitenklänge des Flügels mit dem hellen Klang des Vibrafons und ließen das Universaltalent von Fiocco durchscheinen.

Im folgenden Werk, bestehend aus vier Sätzen aus der Orchestersuite Nr. 2 h-Moll, zeigten die beiden, wie sehr man dem Altmeister Johann Sebastian Bach auch gerecht werden kann, wenn das Vibrafon die Flöte und das Klavier den Orchesterpart übernehmen. Wer brillierte hier mehr? Verena Zahn mit den souverän beherrschten Klaviertasten, Albrecht Volz mit seinen Schlägeln auf dem Vibrafon, jetzt mit abgeschalteten Drehscheiben, oder die großartige Komposition aus dem 18. Jahrhundert des Großmeisters? Mit großer Freude spielte sich das Duo die Töne zu und ließ den Schlusssatz, die Badinerie, klingen, als ob die Klaviersaiten mit Engelshaar aus dem Vibrafon übersponnen wären.

Aus dem reichhaltigen Schaffen des brasilianischen Komponisten Ney Rosauro (geboren 1952, mehr als 50 Werke für Schlagwerk) erklang das Concerto für Marimba und Orchester. Von den Metallklangstäben zu den Holzklangstäben wechselte also Albrecht Volz. Seine zehn Finger, reduziert auf vier Schlägel fürs Marimba, erfassten mit unglaublicher Virtuosität den Tonumfang des Instruments, das nahezu die Anzahl der Oktaven eines Klaviers umfasst. Verena Zahn ersetzte auf dem „entdeckelten“ Flügel ein ganzes Orchester und begleitete das Marimbafon in den vier anspruchsvollen Sätzen so präzise, als würde sie täglich als Kantorin im hessischen Bad Schwalbach nichts anderes tun.

Mit Spannung warteten die Zuhörer nach der Pause auf die französische Komponistin Yvonne Desportes. 35 Jahre war sie Professorin am Concervatoire de Paris und hinterließ der Nachwelt mehr als 500 Werke. In ihrem Leben von 1907 bis 1993 hat sie das Musikschaffen fast eines Jahrhunderts mitgestaltet und den Einzug der Schlagwerke in die E-Musik mit zwei Schlagzeugkonzerten bereichert. Mit zwölf musikalische Bildern für Schlagwerk und Klavier, überschrieben „Der Trödelmarkt“, nehmen die Künstler die Zuhörer mit in Desportes’ Werk. Schmunzelnd über „La Diligence“ (Die Postkutsche) oder „Das Schilderhäuschen im Regen“, mit Szenenapplaus für Albrecht Volz’ Darstellung als Zigeuner in „La Gitane“ – immer unterhielten Verena Zahn und Albrecht Volz kurzweilig junge und alte Zuhörer. Volz wechselte in den zwölf Bildern jeweils die Station in seinem umfangreichen Schlagwerk-Ensemble, kein Wunder, dass er mit einem großen Lieferwagen aus Renningen angereist war.

Hannelore Hinderer hat als Verantwortliche der Kirchenmusik der Stadtkirchengemeinde das Konzert organisiert und damit erneut Schorndorf einen musikalischen Hochgenuss bereitet. Der Applaus des Publikums konnte nur noch in die Frage münden: „Wann kommt Ihr wieder nach Schorndorf?“

 

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: ZVW

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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