Frischer Klang aus 3.000 Pfeifen

Schorndorf Aktuell, 2014-05-08: Festgottesdienst zur Wiedereinweihung der großen Orgel in der Schorndorfer Stadtkirche – Kirche hat künftig jeden Tag geöffnet

Mehr als eineinhalb Jahre war sie verstummt, die große Orgel in der Schorndorfer Stadtkirche. Mit einem Festgottesdienst und einem abendlichen Orgelkonzert feierte die evangelische Kirchengemeinde jetzt die Wiedereinweihung. Äußerlich ist sie nahezu die alte, die mehr als 3.000 Pfeifen sind allerdings gereinigt und ausgebessert, wo es nötig war. Nun ist ihr Klang feiner und frischer. Das stellte Bezirkskantorin Hannelore Hinderer beim Festgottesdienst eindrucksvoll unter Beweis, in einem Doppelkonzert mit Elisabeth Orgel. Dass die beiden Organistinnen über einen Bildschirm miteinander Kontakt halten können ist ebenso neu wie die gesamte Technik im Innern der großen Orgel.

Wiedererweckt

Die hinzugekommene Setzer-Anlage bietet beispielsweise die Möglichkeit, rund 11.000 Klangkombinationen abspeichern und sie auf Knopfdruck abrufen zu können. „Die Technik war einfach nicht gut, die Konstruktion verheerend, die Elektrik störungsanfällig“, beschrieb Burkhardt Goethe, der Orgelsachverständige der evangelischen Landeskirche Württemberg, was er vor sechs Jahren bei der Untersuchung der Orgel vorfand. Umso mehr lobte Goethe die Kirchengemeinde für ihren Entschluss, die Orgel für rund 415.000 Euro zu sanieren. „Und nun haben sie dieses schöne, wiedererweckte Instrument.“ „Es ist ein Tag, an dem die Sonne scheint und der Himmel lacht“, brachte Dekan Volker Teich seine Freude darüber, was in den vergangenen fünf Jahren vor allem auch durch die Vielzahl der Spenden möglich wurde. Knapp 1,9 Millionen Euro sind für die Sanierung der gesamten Stadtkirche aus mehr als 4.000 Spenden hervorgegangen. Eine stolze Zahl, wie auch die 3.400 geleisteten Stunden der freiwilligen Helfer. „Heute zeigt sich wieder einmal, welch gutes Miteinander wir in dieser Stadt haben“, betonte Oberbürgermeister Matthias Klopfer. Die Stadt hatte 300.000 Euro zur Sanierung der Stadtkirche beigetragen. Klopfer kündigte an, dass der Gemeinderat bereit sei, weitere 50.000 Euro für die restlichen Arbeiten zur Verfügung zu stellen.

Neue Öffnungszeiten

Pfarrerin Dorothee Eisrich überbrachte während des Gottesdienstes noch die gute Nachricht, dass der Stadtkirchengemeinderat beschlossen hat, die Kirchentüren künftig jeden Tag von 9 bis 18 Uhr zu öffnen – ausgenommen die Donnerstag- und Freitagvormittage. „Wir wünschen uns, dass diese Kirche ein Ort der Begegnung wird, ein Raum für alle, eine offene Bürgerkirche, Raum für Begegnung, Auseinandersetzung und Gespräch“, sagte Eisrich. „An diesem Ort sollen wir erleben können, dass in unserer sehr festgezurrten Welt der Himmel eigentlich offen ist.“

Über das Loben

„Herr Gott, dich loben wir“ stand als Thema über dem Festtag, das Prälat Harald Stumpf in seiner Predigt aus unterschiedlichen Richtungen beleuchtete. Zunächst lobte er selbst die Kantorei und die Jugendkantorei für ihr „Te deum laudamus“, das sie unter der Leitung von Hannelore Hinderer vorgetragen hatten. Denn: „Wer über das Loben spricht, der sollte es auch tun. Der Schwabe irrt, wenn er sagt ‘nix gsagt isch gnug globt’.“ Die Gemeinde folgte dieser Aufforderung prompt und spendete lauten Applaus. Warum sollen wir Gott loben? Hat Gott das Lob der Menschen nötig? Wann loben wir Gott, wie loben wir Gott und wozu loben wir Gott? Die entscheidende Antwort auf diese Fragen ist für Prälat Stumpf, dass Glaube nach biblischem Verständnis eine Vertrauens- und Liebesbeziehung zwischen Mensch und Gott ist. „Eine Beziehung lebt vom Gespräch, von Vertrauen und Wertschätzung, vom Danke Sagen, also auch vom Lob.“ Umso wichtiger sei es, mit Gott zu sprechen, als über ihn.

 

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