Positionspapier "Offene Stadtkirche Schorndorf"

Positionspapier des Kirchengemeinderates zur Nutzung der Stadtkirche

 

Stand: August 2012;  Ansprechpartnerin: Pfarrerin Dorothee Eisrich

stadtkirche schorndorf positionspapier visual1. Kirche als offener und kommunikativer Raum
Die Stadtkirche ist mehr als nur Gottesdienstort für wenige. Sie ist ein sichtbares Zentrum in der Mitte der Stadt. Zeichen für Bürgersinn und Bürgerstolz, und mit ihrem direkten räumlichen Umfeld dem Markplatz, der Fußgängerzone und der Weststadt auch ein Ort des öffentlichen Lebens und der Kommunikation. Verschlossene Türen und ein verwaister Kirchplatz wirken dem jedoch entgegen. Daher wird sich die Stadtkirche zukünftig verstärkt öffnen: 

a) Gemeindeglieder, Bewohner und Gäste unserer Stadt sollen die Stadtkirche möglichst täglich zu klar definierten und erweiterten Öffnungszeiten besuchen können.

b) Die Kirche wird auch als kunst- und kulturhistorischer Ort wahrgenommen. Daher werden Kirchenführungen angeboten und Informationen zu Baustil und Baugeschichte sowie zu besonders sehenswerten sakralen Einrichtungsgegenständen für Besucher bereit gelegt.

c) Der Kirchplatz auf der Süd- und Nordseite soll insbesondere während der Sommerzeit so oft wie möglich belebt werden, durch eigene kirchliche Veranstaltungen oder gemeinsam mit Kooperationspartnern im Bereich der Kultur.

2. Kirche als Gottesdienstraum, als Ort der Ruhe, des Gebets und der Meditation (Leiturgia)
Regelmäßig laden wir zu Gottesdiensten und Andachten ein. Dabei wollen wir bei der Gestaltung in Form und Inhalt sowohl unsere Tradition bewahren als auch offen sein für diejenigen, die sich in dieser nicht oder nicht mehr zu Hause fühlen. Auch die Vielfalt christlicher Glaubens- und Lebensformen in unserer Gemeinde darf sich in den Gottesdiensten widerspiegeln.

3. Kirche als Ort der Gemeinschaft, der Begegnung und des Dialogs (Koinonia)
Durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Trägern, Einrichtungen, Vereinen und Gruppen in Schorndorf zeigen wir, dass Kirche ein Ort des lebendigen Dialogs und des Miteinanders ist. Hier können Menschen unterschiedlichster Grundüberzeugungen und sozialer Herkunft  miteinander ins Gespräch kommen, angeregt durch verschiedene religiöse, kulturelle oder künstlerische Veranstaltungen (Diskussionen, Vorträge, Ausstellungen, Lesungen, Konzerte, etc.), die die Kirchengemeinde organisiert. Bei Großveranstaltungen wie z.B. SchoWo, Weihnachtsmarkt o.ä. bringt sich die Stadtkirchengemeinde abhängig von den personellen Möglichkeiten mit ein. Auch die ökumenische Partnerschaft soll immer wieder mit gemeinsamen Veranstaltungen untermauert werden. Zu der islamischen Glaubensgemeinschaft in Schorndorf pflegen wir ein wertschätzendes Verhältnis und arbeiten insbesondere bei sozialen und kulturellen Projekten in Schorndorf zusammen.

4. Kirche als Dienst am Nächsten und Anwalt für die Schwachen (Diakonia)
Diakonisches Handeln kann nicht nur an Hilfswerke und Organisationen delegiert werden, sondern bleibt Aufgabe der ganzen Gemeinde. Die Stadtkirchengemeinde wird sich daher künftig verstärkt um eine bessere Verankerung der diakonischen Arbeit im Gemeindebereich bemühen. Darüber hinaus soll auch der Blick für die weltweite Kirche und die notwendige Entwicklungsarbeit geschärft werden und Partnerschaften wieder belebt bzw. neu gesucht werden.

5. Kirche als Zeuge der Geschichte und Bekenntnis des Glaubens (Martyria)
Zeugnis von seinem Glauben zu geben, ist nicht nur Privatsache, sondern immer auch gemeinsame Überzeugung der Christenheit. Leider ist für viele die Einheit von Tradition, kirchlicher Lehre, persönlichem Glauben und Lebenspraxis auseinandergebrochen. Biblische Texte sind nicht mehr gegenwärtig oder werden im Zeitbezug nicht mehr verstanden. Daher ist die Verkündigung der biblischen Weisheitsgeschichte und der für die protestantische Tradition konstituierenden Texte und Themen wesentlich. In Predigten, Bibelarbeiten, Andachten und in Angeboten der Erwachsenenbildung wollen wir daher diese Inhalte aufgreifen und den Gedankenaustausch fördern.

6. Kirche als Ort gemeinsamen Singens und Musizierens (Kirchenmusik)
Die Stadtkirche ist nicht nur mit Worten zu füllen und Glaube heißt nicht nur Denken oder Lehren. Daher liegt ein ganz besonderer Schwerpunkt in der Stadtkirche auf der Kirchenmusik mit ihren Chören, Instrumentalkreisen und Orchestern.  Auch nichtklassische Stile werden bewusst mit einbezogen und auch nichtkirchliche Gruppen sollen das Gemeindeleben mit ihrer Musik bereichern. Musik wird nicht verstanden als liturgisches Beiwerk, sondern als eigene spirituelle Stimmungsmacht. Ein gemeinsamer Bestand an alten und neuen Liedern soll das gemeinsame Singen der Gemeinde ermöglichen. Bei Konzertveranstaltungen in der Kirche wird Wert gelegt auf Qualität und Inhalt. Die Musik soll die kirchliche Arbeit unterstützen - eine Konzert- oder Eventkirche ist nicht das Ziel.

© Evangelische Stadtkirchengemeinde Schorndorf

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Die Evangelische Stadtkirchengemeinde ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie wird vertreten durch den kirchengemeinderat, der wiederum durch die 1. Vorsitzende Pfarrerin Dorothee Eisrich oder den 2. Vorsitzenden Dieter Feser.Inhaltlich verantwortlich nach $5 Telemediengesetz (TMG) und §55 Staatsvertrag über Rundfunk und Telemedien (RSTtV): Geschäftsführende Pfarrerin Dorothee Eisrich. [Haftungsausschluss