Stadtkirche wird offene Bürgerkirche

ZVW 2013-11-18: Sie soll künftig an den meisten Tagen von 9 bis 17 Uhr zugänglich sein / Wiedereröffnung am 1. Advent

Schorndorf. Noch ist die Stadtkirche eine Baustelle – und sie sieht auch so aus. In weniger als zwei Wochen wird sie wiedereröffnet, obwohl sie in Teilen noch eine Zeit lang Baustelle bleiben wird. Das tut der Vorfreude auf den Eröffnungstermin 1. Dezember keinen Abbruch: „Wir nehmen die Kirche, wie sie ist“, sagt Stadtkirchenpfarrerin Eisrich.

Ein Epitaph hängt schon restauriert an seinem neuen Platz, am im Chorraum „geparkten“ Hirschmann-Epitaph arbeitet Restaurator Thorsten Weil, während seine Kollegin damit befasst ist, die Wandvertäfelung aufzupolieren. Im großen Kirchenraum stehen – noch ungeordnet und nicht endgültig montiert – ein paar der in neuem Glanz erstrahlenden alten Kirchenbänke, die Kanzel ist fast fertig und wartet darauf ausgepackt zu werden, die Heizung ist startklar, die Lampen, die das Gotteshaus im wahrsten Sinn des Wortes erleuchten werden, stehen schon bereit. Und die Handwerker gehen so gelassen zu Werke, dass niemand auf den Gedanken kommen kann, es könnte mit Blick auf den 1. Advent eng werden. Zumal, wie gesagt, der Innenausbau bis dahin ohnehin nicht komplett abgeschlossen sein soll. Der Chorraum wird noch eingerüstet bleiben, weil die Decke erst gerichtet werden kann, wenn der Dachstuhl erneuert ist, was mit Hilfe eines großen Krans vom 12. Dezember an passieren soll. Und die staubempfindliche Orgel wird erst wieder eingebaut, wenn alles andere erledigt ist. Sie wird ihre Premiere am 4. Mai 2014 haben, wenn der endgültige Abschluss der Sanierung gefeiert wird. Aber: Ihr neues schmuckes Gehäuse wird am 1. Dezember, wenn die Stadtkirche mit einem Festgottesdienst – „Wir haben allen Grund, dankbar zu sein“, sagt Pfarrerin Eisrich –, mit einem Festakt und der Aufführung des „Messias“ von Händel eröffnet wird, schon erkennbar sein, und auch ein paar Pfeifen, verspricht Dekan Volker Teich, sollen schon dekorativ installiert sein.  Stadtkirche soll auch musikalisch breit aufgestellt werden

Stadtkirche soll auch musikalisch breit aufgestellt werden

Aber nicht nur, was ihren baulichen Zustand angeht, wird die Stadtkirche vom 1. Dezember an eine erneuerte sein. Sie soll, kündigt Dorothee Eisrich an, künftig „eine offene Bürgerkirche“ sein. Es gebe, sagt die Pfarrerin anlässlich einer 30 000-Euro-Spendenübergabe der Familie Dungs, weitreichende Beschlüsse des Kirchengemeinderats dahingehend, dass die Kirche künftig jeden Tag mit Ausnahme des Dienstagvormittags, an dem Hannelore Hinderer auf der Orgel übt, von 9 bis 17 Uhr geöffnet sein soll. „Das erfordert Mut und Vertrauen und birgt ein gewisses Risiko“, sagt Dorothee Eisrich, die noch auf der Suche ist nach Freiwilligen, die bereit sind, während der Öffnungszeiten ab und zu nach dem Rechten zu sehen. Einerseits also lädt die Stadtkirche künftig tagsüber als Ort der Einkehr und Stille ein, andererseits, so die Stadtkirchenpfarrerin, „soll sie auch musikalisch breit aufgestellt werden“. Dazu ihren Beitrag zu leisten, lädt Dorothee Eisrich alle ein. „Meldet euch“, sagt sie und meint damit, ganz im Sinne einer offenen Bürgerkirche, nicht nur Gemeindemitglieder und Protestanten: „Wir sind nicht mehr alle evangelisch in Schorndorf.“ Apropos Bürgerkirche: Restaurator Thorsten Weil hat noch nie und nirgends erlebt, dass während der Bauzeit so viele Menschen in eine Kirche kommen und so regen Anteil an dem nehmen, was da passiert und sich von Woche zu Woche entwickelt.

 Diese außergewöhnliche Anteilnahme schlägt sich auch im Spendenaufkommen nieder. Das Spendenbarometer steht mittlerweile bei rund 1,6 Millionen Euro, von denen eine Million allein in den letzten zwei Jahren zusammengekommen ist, was für Dorothee Eisrich an „ein Wunder“ grenzt. Genau 213 000 Euro waren’s laut Dekan Volker Ende vergangene Woche noch, die zum Erreichen des vorgegebenen Spendenziels fehlten. Nicht gerechnet die angestrebten 400 000 Euro für die Sanierung der Orgel, die aber auch schon zur Hälfte eingespielt sind. Alles im Plan also, und das gilt auch für die mit insgesamt 3,4 Millionen Euro veranschlagten Baukosten. Es sieht nach einer perfekten Punktlandung aus, und wenn’s nicht ganz klappt, dann liegt das nur daran, dass nachträglich auch noch die Außenbeleuchtung ins Programm aufgenommen worden ist, die gemeinsam mit der neuen Innenstadt-Weihnachtsbeleuchtung erstmals am Mittwoch, 27. November, erstrahlen soll.

 

 © Schorndorfer Nachrichten;  Foto: ZVW

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