Ein ganz besonders intensives Osterfest

Schorndorfer Nachrichten. Besonders das Kirchturmkonzert am Ostersonntag wurde als berührend und ergreifend wahrgenommen

Schorndorf. „Jetzt ist Ostern", lautete einer der zahlreichen zustimmenden, ja in den meisten Fällen sogar begeisterten Facebook-Kommentare, nachdem am Ostersonntag kurz nach 10 Uhr nach dem vollen Glockengeläut von der Stadtkirche herunter nicht nur der Osterchoral „Christ ist erstanden“, sondern als zusätzlicher Ostergruß und Ostergenuss auch noch ein siebenminütiges Konzert für Orgel und Trompete zu hören gewesen war
- und zwar weit in die Stadt und ins Umland hinein. Und obwohl es sich nur um die Wiedergabe eines ein paar Tage zuvor von Kirchenmusikdirektorin Hannelore Hinderer (Orgel) und Rainer Schnabel (Trompete) eingespielten Konzerts handelte, hatten sich auf dem Marktplatz und auf dem Kirchplatz unter weitgehender Einhaltung der Abstands- und der Zweiergrüppchen ­ beziehungsweise Familienregelung viele Menschen versammelt, die gebannt und erwartungsvoll zum Kirchturm hinaufblickten - ganz so, als gäbe es dort nicht nur etwas zu hören, sondern auch zu sehen. Ein, wie auch in manchen Facebook-Kommentaren zu lesen war, ergreifender und berührender Moment, der bestätigte, was Dekanin Dr. Juliane Baur und ihr katholischer Kollege Wolfgang Kessler schon im Vorfeld gemutmaßt hatten: dass dieses Osterfest unter den ganz besonderen Bedingungen der Corona-Pandemie ein ganz besonderes, ein vielleicht sogar noch intensiver als sonst erlebtes werden konnte.

Die Osterkerze symbolisiert Christus als Sieger über den Tod

Auf jeden Fall eines, das den Menschen dauerhaft in Erinnerung bleiben wird und dessen Tragweite ihnen sich vielleicht erst später erschließt, wie auch der katholische Pfarrvikar Patrick Stauß in seiner Predigt im Online-Ostergottesdienst der katholischen Seelsorgeeinheit Rems-Mitte deutlich machte. Er stellte unter Bezugnahme auf das zunächst auch für seine Jünger unfassbare Geheimnis des vom Tode auferstandenen Jesus Christus fest: „Auch wir stehen noch ganz unter dem Eindruck der Unsicherheit, der Verwirrung, der Sorge und der: Hilflosigkeit. Vielleicht werden wir erst in einigen Jahren Klarheit darüber haben, was die Krise mit uns gemacht hat. Und dann dürfen wir versuchen, sie in Bezug auf unseren Glauben zu verstehen, auf die Hoffnung, die uns erfüllt, und auf die Liebe, zu der uns der Auferstandene ruft." Symbolisiert als Sieger über den Tod wird Christus in der Osterkerze (Lumen Christi), die Pfarrer Wolfgang Kessler in Ermangelung der traditionellen Osternachtsfeier am späten Samstagabend in aller Stille in der katholischen Heilig-Geist-Kirche entzündet hatte und an deren Bedeutung und Symbolkraft auch die evangelische Stadtkirchenpfarrerin Dorothee Eisrich zu Beginn ihres Online-Ostergottesdienstes erinnerte - verbunden mit der Aufforderung, auch zu Hause eine Kerze anzuzünden, „nicht nur an Ostern, sondern immer wieder in den kommenden Tagen".

"Nicht wir sind unbescheiden, die Hoffnung ist unbescheiden".

„Auch wenn dieses Virus sonst alles lahmlegt und uns daran hindert, zusammenzukommen: Heute liegt Hoffnung in der Luft", sagte die Pfarrerin mit Blick sowohl auf die Osterbotschaft an sich als auch auf die am Ostersonntagmorgen vom Kirchturm erklingende Musik. Von einem „Tag der Überraschungen" sprach Dorothee Eisrich und machte deutlich, dass die Tatsache, dass die Musik an diesem besonderen Osterfest sogar über die Dächer der Stadt hinweg klinge, nichts damit zu tun habe, dass die Verantwortlichen unbescheiden seien. „Nicht wir sind unbescheiden, sondern die Hoffnung ist so unbescheiden", sagte die Stadtkirchenpfarrerin und machte deutlich, dass es an Ostern um mehr gehe als „um ein bisschen Glück im Alltag und um ein bisschen Zuversicht an diesem Tag". Gleichwohl sei es beeindruckend und wohltuend, wie viele Zeichen von Auferstehung und Hoffnung es gerade auch in diesen Tagen gebe: „Solidarität entsteht. Mitgefühl wächst. Nachbarn helfen einander. Die Bedrohung ist groß. Aber die Hoffnung auch", sagte Dorothee Eisrich. Eine tolle Überraschung und das schönste Ostergeschenk als „Zeichen der Hoffnung" und als „Balsam für die Seele in diesen Zeiten" haben viele von denen, die sich am Sonntagvormittag auf dem Marktplatz und dem Kirchplatz versammelt hatten, auch das Kirchturmkonzert empfunden, das den Rückmeldungen zufolge bis nach Schornbach, Schlichten, Weiler und Urbach zu hören war und das für die einen ganz einfach „eine tolle Überraschung" und für andere „das schönste Ostergeschenk" war. „Danke für ganz viel Entschleunigung, Ostergefühl und Hoffnung", lautete einer der Facebook-Kommentare - verbunden mit einer Bitte: „Lasst wieder von euch hören." Als wunderschön und berührend" haben die Menschen das Kirchturmkonzert empfunden und es teilweise mit „Gänsehaut pur erlebt. Oder ganz einfach von einem tollen und bislang einmaligen Erlebnis gesprochen. Und alle, die live dabei waren, hatten anschließend noch Gelegenheit, etwas Blühendes mitzunehmen - als kleinen Ostergruß idealerweise für Menschen, die derzeit ihr Haus und ihre Wohnung nicht verlassen sollen, wollen oder dürfen.

Musik vom Kirchturm gab's auch in der Live-Version

Leider nur ganz wenige Zuhörer haben sich am frühen Sonntagmorgen und am Vormittag des Ostermontags um die Kirche geschart, obwohl es da jeweils auf dem Kirchturm nicht nur etwas zu hören, sondern auch zu sehen gab. Phil-David und Tim-Manuel Hettinger spielten live auf dem Turm in alle vier Himmelsrichtungen die Choräle „Gelobt sei Gott im höchsten Thron" (am Ostersonntag) und „Wir wollen alle fröhlich sein" (am Ostermontag). Auch dies noch einmal Lieder der Hoffnung, von denen es in dieser unfreiwillig stillen Zeit nicht genug geben kann

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: Büttner

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