Homosexualität in der Kirche: Stellungnahme der Versöhnungskirche

Schorndorfer Nachrichten, 2018-11-15: Pfarrer Thomas Fuchsloch. Seine Äußerungen zum Thema Homosexualität hatten einen Eklat ausgelöst.

Schorndorf. In einer von Ende Oktober datierenden Stellungnahme äußert sich der Kirchengemeinderat der Versöhnungskirchengemeinde zu den Vorfällen und Diskussionen rund um das Thema „Kirche und Homosexualität“ und weist den Vorwurf der Ausgrenzung von Homosexuellen zurück.

Die Stellungnahme hat folgenden Wortlaut:

Pfarrer Thomas Fuchsloch führt und leitet die Kirchengemeinde der Versöhnungskirche Schorndorf über Jahrzehnte. Prägend war und ist dabei der feste Glaube daran, dass Gott, unser Herr und Vater, alle Menschen in seiner unermesslichen Weise liebt. Dieser Grundgedanke trägt die Arbeit von Pfarrer Thomas Fuchsloch ebenso wie die des Kirchengemeinderats. Daher sind in der Versöhnungskirchengemeinde alle Menschen willkommen. Wie wir bereits in früheren Stellungnahmen klar zum Ausdruck gebracht haben, ist es unser Ziel, für alle Interessierten passende Angebote zu haben.

Zu keinem Zeitpunkt wurden oder werden in der Versöhnungskirchengemeinde Menschen verurteilt oder ausgegrenzt; weder aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubensverständnisses oder eben auch ihrer sexuellen Orientierung. Gleichzeitig wünschen wir uns diese Einstellung auch von unseren Mitmenschen. Unser Wunsch ist es, zu jeder Zeit im Gespräch zu bleiben und sich auch mit unterschiedlichen Auffassungen und Meinungen zu tolerieren. Toleranz bedeutet auch, es auszuhalten, dass Mitmenschen und Glaubensgeschwister eine andere Meinung haben oder von einem anderen Bibelverständnis geprägt werden.

"Bevor geurteilt wird, sollte vorher ein persönliches Gespräch geführt werden"

Dass es durch ungeschickte Äußerungen zu Missverständnissen und auch Verletzungen gekommen ist, tut Pfarrer Thomas Fuchsloch und auch dem Kirchengemeinderat der Versöhnungskirche außerordentlich leid und wir bitten ausdrücklich um Entschuldigung. Bevor geurteilt wird, sollte vorher ein persönliches Gespräch geführt werden, damit Missverständnisse beseitigt werden können.

Das Thema Homosexualität bewegt die gesamte Evangelische Gemeinde in Württemberg. Es verbietet sich in unseren Augen, diese Auseinandersetzung nun auf einige wenige Personen zu reduzieren und diese in teilweise unsachlicher und vor allem persönlichkeitsverletzender Art und Weise persönlich anzugreifen. Die Vielfältigkeit der Versöhnungskirchengemeinde sowie das ausgeprägte, reichhaltige Gemeindeleben beweisen, dass die Menschen in liebevoller Weise erreicht werden.


Hintergrund

Eine junge Frau, die sich als lesbisch geoutet hatte, war aus einer christlichen Band ausgeschlossen worden. Eine daraufhin durchgeführte Veranstaltungsreihe zum Thema "Homosexualität und Kirche" endete mit einem Eklat. In ihren Gefühlen tief verletzt durch Äußerungen von Pfarrer Thomas Fuchsloch von der Versöhnungskirchengemeinde, verließ besagte junge Frau weinend das Martin-Luther-Haus. In und um Schorndorf wurde anschließend heftig über das Thema und auch über die Äußerungen diskutiert.

 

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: Schneider

 

 

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