Der Glaube als Kraftquelle im Beruf

Schorndorfer Nachrichten, 2017-10-16: Erster Sky Talk mit dem Allianz-Manager und stellvertretenden Vorsitzenden des CVJM-Gesamtverbandes, Dr. Reinhardt Schink

Schorndorf. „Auch ein Christ darf sich über Erfolge freuen und sie feiern, aber er sollte auch immer mitdenken, dass alles irgendwie auch ein Geschenk ist“, beschrieb Dr. Reinhardt Schink beim High-Noon-Sky-Talk in der TA OS Skybar im Postturm das Spannungsfeld, in dem sich Christen bewegen (sollten), die im Beruf erfolgreich sein und sich gleichzeitig in ihrem Christsein treu bleiben wollen.

Der aus München angereiste Reinhardt Schink bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld: Er hat einerseits bei der Allianz Karriere gemacht und es in verschiedene Führungspositionen geschafft und ist andererseits stellvertretender Vorsitzendes des CVJM-Gesamtverbandes Deutschland. Und er empfindet, wie er im Gespräch mit Pfarrer Steffen Kläger-Lißmann sagte, diese ehrenamtliche Engagement trotz vielfältiger beruflicher Herausforderungen nicht als zusätzliche Belastung, sondern als „riesige Chance“ („Da muss nicht jeder Schuss ein Treffer sein“) und als Teil dieser aus dem Glauben resultierenden Kraftquelle, die ihm, wie es Steffen Kläger-Lißmann zusammenfasste, hilft, in einem keine Grenzen kennenden Wirtschaftssystem und in einer maßlosen Welt immer wieder seine eigenen Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren und für sich selber das richtige Maß zu finden. Und dafür, so Schink, vielleicht auch mal auf den einen oder anderen Karriereschritt zu verzichten. Es komme, meinte der Talk-Gast, darauf an, einerseits Chancen und Herausforderungen im Beruf wahr- und anzunehmen und gleichzeitig zu erkennen, wann es sinnvoll ist, Grenzen einzuziehen und sich dem Erfolgsdruck nicht noch mehr zu unterwerfen.

Eine Gegenkraft zum an sich schon anstrengenden Leben

„Man muss aus einer sowohl qualitativen als auch quantitativen Grundzufriedenheit heraus leben und sich auch mal an dem freuen, was ist“, gab der Allianz-Manager und Vater zweier Kinder den jungen Erwachsenen in der Skybar mit auf den Weg. Das Leben, sagte er, sei „so gefährlich und anstrengend“, das es angebracht sei, eine Gegenkraft aufzubauen und den Glauben als Kraft- und Hoffnungsquelle in sein Leben einzubauen. Es gebe zwar auch im Beruf immer wieder inspirierende und motivierende Momente, aus denen man längere Zeit zehren könne, aber grundsätzlich sei es wichtig, sich immer mal wieder die Zeit zu nehmen, innezuhalten und sich bewusstzumachen, dass es auch noch andere Leitsätze gebe als die, an denen sich die Wirtschaft orientiere. „Beten allein ändert noch nichts an den Herausforderungen, die sich mir stellen, aber das Gebet und die Interaktion mit Gott können eine Kraftquelle sein“, sagte Dr. Reinhardt Schink, der auch in seinem Berufsleben schon so erlebt hat, dass er „eine regelrechte Sprengkraft“ entfaltet hat. „Das Fatale ist, dass wir unseren christlichen Glauben unter Wert verkaufen“, sagte Schink, der aber auch davor warnte, den Glauben im beruflichen Alltag zu instrumentalisieren und ihn als Mittel zum Zweck zu sehen – oder als alleinige Entschuldigung und Rechtfertigung dafür, dass man eine sich möglicherweise bietende Karrierechance nicht wahrgenommen hat.

„Wenn ich mich Machtspielen im Unternehmen verweigere, dann kann das auch ein Stück weit Naivität oder Bequemlichkeit sein“, sagte Schink, für den es nichts mit Glauben zu tun hat, wenn man sich ständig in eine Märtyrerrolle begibt. Es komme vielmehr darauf an, für sich persönlich zu definieren, was Erfolg ist, und daraus eine Grundausrichtung für sein Leben abzuleiten. Was, so Steffen Kläger-Lißmann und Reinhardt Schink übereinstimmend, nach christlicher Grundüberzeugung bedeutet, das Leben in seiner Möglichkeitsvielfalt anzunehmen – ohne die „Alles-ist-möglich-Lüge“ zu glauben – und gleichzeitig nicht nur „Getriebener im System“ zu sein, sondern gerade auch in schwierigen Situationen den Glauben als Kraftquelle und Trostspender zu sehen und zu wissen, dass es im Leben auch noch andere Orientierungspunkte gibt als Karriere und beruflichen Erfolg.

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: Alexandra Palmizi

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