Prädestiniert für das „Amt der Einheit“

Schorndorfer Nachrichten, 2017-02-21: Investitur der neuen Dekanin Dr. Juliane Baur in der Stadtkirche / Prälat Stumpf: „Eine Versöhnerin geistiger Prägungen“

Schorndorf. „Theologische und menschliche Kompetenz“ hat die Tübinger Dekanin Elisabeth Hege in ihrem „Zeugenwort“ ihrer neuen Schorndorfer Kollegin Dr. Juliane Baur attestiert. Und Prälat Harald Stumpf hat sich im festlichen Investiturgottesdienst in der Stadtkirche überzeugt gezeigt, dass Juliane Baur beste Voraussetzungen für ihr neues „Amt der Einheit“ mitbringt, weshalb Schorndorf und dem Kirchenbezirk zu dieser Wahl nur zu gratulieren sei.

Sie habe in ihren neun Jahren im Tübinger Stift nicht nur vielfältige geistige Prägungen erlebt, sondern auch gezeigt, dass sie solche unterschiedlichen Prägungen versöhnen könne, sagte Prälat Stumpf in dem Gottesdienst, in dem mit der Schorndorfer Kantorei unter Leitung von Hannelore Hinderer, dem CVJM-Gospelchor unter Leitung von Klaus Ackermann, dem CVJM-Posaunenchor unter Leitung von Sophie Pope, mit Elisabeth Englert an der Orgel und mit einer stimmgewaltigen Gemeinde so ziemlich alles aufgeboten war, was die Stadtkirchengemeinde und der Kirchenbezirk Schorndorf musikalisch zu bieten haben. Ganz im Sinne der neuen Dekanin, für die Musik nicht nur etwas ist, was den Gottesdienst unterstützt, sondern ein nicht unwesentlicher Teil der Verkündigung selbst ist.

Der Verkündigung des Evangeliums, mit dem, so der Prälat, das Fundament des Glaubens schon gelegt sei und es deshalb nicht immer wieder neu erfunden werden müsse. Sehr wohl aber müssten immer wieder neue Wege gefunden werden, wie diese beste Botschaft der Welt zu den Menschen komme, sagte Harald Stumpf, nach dessen Verständnis der wichtigste Auftrag, der sich aus dieser Botschaft ableitet, lautet: „Die Menschen lieben, wie Gott die Menschen liebt.“ Und da sei „noch viel Luft nach oben, da können wir noch mutiger, innovativer und kreativer sein“, sagte der Prälat, ehe er das Besetzungsgremium auf der einen und die neue Dekanin auf der anderen Seite Ja zueinander sagen und sich gegenseitig versprechen ließ, einander anzunehmen und sich gemeinsam in den Dienst der Verkündigung des Evangeliums zu stellen. Es reize sie, gemeinsam mit den Menschen im Kirchenbezirk auf dem Weg zu sein, „ohne Berührungs- und Verlustängste“, hatte Dr. Juliane Baur selber zuvor in ihrer kurzen Vorstellungsrede gesagt und hinzugefügt: „Es kann sein, dass wir weniger werden, aber wir sollten deshalb nicht weniger selbstbewusst werden.“
Ein Gleichnis gegen Zeitnot und Machbarkeitsfantasien

In ihrer beim anschließenden Empfang vom katholischen Dekan Manfred Unsin ausdrücklich gelobten und als „guten Start“ bezeichneten ersten offiziellen Predigt machte die neue Dekanin anhand des Gleichnisses vom Wachsen der Saat deutlich, dass es beim Christsein nicht in erster Linie auf Tun, sondern auf das Lassen und auf das Beschenktwerden ankommt. Luther habe das „die theologische Bestimmung des Menschen“ genannt, sagte Dr. Juliane Baur, die dieses Gleichnis aus dem Markus-Evangelium als „ein Gleichnis gegen Zeitnot und Machbarkeitsfantasien“ interpretierte. „Es gilt herauszufinden, wann etwas zu tun und wann etwas zu lassen ist, und das und das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden“, betonte die Dekanin und spannte, ohne dass sie das Wort „Pfarrplan“ ausdrücklich in den Mund nahm, den Bogen schon mal zu den anstehenden strukturellen Entscheidungen, die zwar wichtig, aber in Bezug auf den Glauben nicht überlebenswichtig seien. „Keine dieser Entscheidungen entscheidet über das Heil, denn für unser Heil ist schon gesorgt“, sagte Juliane Baur. Ebenfalls schon einen Blick voraus warf beim anschließenden Empfang die 2. Vorsitzende des Schorndorfer Gesamtkirchengemeinderats, Annegret Scherz-Dollmann, die an die Dekanin die Erwartung formulierte, dass es ihr bei diesem Prozess gelingen möge, „zwischen der Hoffnung aufs Bewahren und dem Wunsch nach Veränderung zu vermitteln“.

 

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: Gaby Schneider

 

 

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