Brücke zur Ökumene geschlagen

Schorndorfer Nachrichten, 2016-10-31: Einen ökumenischen Akzent zum beginnenden Reformationsjahr setzten Pfarrerin Dorothee Eisrich und Dekan Manfred Unsin

Schorndorf. Einen Tag zu früh und doch passend, begann am Sonntag mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Stadtkirche das Reformationsjahr in Schorndorf. Der katholische Dekan Manfred Unsin und Pfarrerin Dorothee Eisrich hielten eine Dialogpredigt. „Wir wollten beide etwas sagen“, so Eisrich, „von katholischer und evangelischer Seite.“

Wichtig sei es, die Person zu sein, „die jeder von uns ist“, hielt Pfarrerin Eisrich fest, mit einem Bewusstsein für eigene Schwächen und dem Ansporn, sich einzubringen. Über das Handeln sprach auch Dekan Manfred Unsin. Die Grundbotschaft des christlichen Glaubens sei es, dass der Mensch „von Gott geliebt und anerkannt wird. Niemand hat das Recht, dir das zu nehmen oder abzusprechen“, hielt der Dekan fest, sprach über solche „Brücken zur Ökumene“. Der Mensch werde von Gott geliebt, er müsse sich den Himmel nicht verdienen, „damit hat Luther recht: Der Himmel wird uns geschenkt.“ Genau darum müsse man sich für die Gerechtigkeit in dieser Welt und in Deutschland einsetzen, denn das Gleichgewicht der Gesellschaft sei empfindlich gestört. Handlungen werden benötigt.

Handelnde Menschen braucht es auch, um die Ökumene voranzubringen. Pfarrerin Dorothee Eisrich nahm das Bild des gestörten Gleichgewichts auf, sprach von einer säkularen Zeit, „wo viele Menschen ganz gut ohne Gott klarkommen“. Sie sprach von einer Gefahr, „zu vergessen, wer wir sind“, und zielte damit auf die Leistungsgesellschaft, der man sich mehr und mehr unterordne. Man flüchte sich ins Beliebige, „denn Verantwortung ist anstrengend“. Darauf war auch Dekan Unsin eingegangen, über Menschen, die sagten, „ich bin meine eigene Wahrheit“. Doch man sei hier, um Kirche weiterzudenken, so Dorothee Eisrich. „Wir brauchen Menschen, die den Raum für Gott offenhalten.“ Zusammenhalt und Zusammenarbeit wurden bei der Stadtkirchenrenovierung deutlich. Daran waren viele gesellschaftliche Kräfte beteiligt, denn „wir brauchen solche Orte“. In der Stadtkirche warb Eisrich auch um ökumenische Zusammenarbeit, darum, nicht daran zu denken, was einen trennt, sondern „was uns verbindet“, sich nicht an Lehrstreitigkeiten festzubeißen, sondern „miteinander vorwärtszugehen“. Das „Leben ist ein Geschenk, bleibt nicht stehen“, sagte sie. Man sehe den gemeinsamen Festsaal schon, höre die Musik auf einem Platz, „wo alle Menschen leben, wo niemand verloren ist. Möge Gottes Geist uns leiten“, sagte sie und sprach von einem „langen Weg zum Frieden“, für den es handelnde Menschen brauche. Zwei Milliarden Christen könnten moralische, ethische und spirituelle Prozesse einbringen, den ökumenischen Weg gehen.
Dekan Manfred Unsin: „Eine Veranstaltung mit Symbolkraft“

Manfred Unsin fragte, „wie können wir den Reformationsgedanken in unsere Kirche fortführen?“ Damals bedeutete die Reformation die Kirchenspaltung. Nun gehe es darum, sich nicht weiter voneinander zu trennen. Er sei froh, dass sich die beiden Kirchen einig seien. Das Zeichen der Zeit heiße, zu fragen, „was ist unsere gemeinsame Aufgabe? Wir sind vereinigt durch die Taufe“, betonte er die große Gemeinsamkeit, obwohl es Unterschiede gebe, auch innerhalb der Evangelischen und der Katholischen Kirche. Bei den Katholiken gebe es Strukturkonservative. Doch gemeinsam müsse man sich in die Gesellschaft einbringen. Wichtig seien die Begegnungen. Daher sei dieser ökumenische Gottesdienst eine „Veranstaltung mit Symbolkraft, die Bestand hat, wenn wir es fortsetzen“.

Man habe eine Verantwortung für die Ökumene, Gesprächsfaden zu knüpfen, sich zu informieren und mitzuteilen. „Wir brauchen Aufbrüche“, sagte Unsin, Ziel sei eine „versöhnte Verschiedenheit“. Ferner müsse auch eine weltweite interreligiöse Ökumene das Ziel sein. „Wir brauchen das Zeugnis der Liebe und der Barmherzigkeit“, knüpfte er seinen roten Faden weiter. Man sitze in einem Boot, aber arbeite an verschiedenen Stellen, aber „das Zeugnis für Christus wird uns immer mehr einen und zusammenführen!“ Für tollen Gesang sorgte „Chocolate“, der Gospelchor im CVJM Schorndorf. Die Lieder fügten sich wunderbar in die Inhalte der Dialogpredigt ein.

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: ZVW

 

 

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