Besuch zur Freundschaftspflege

Schorndorfer Nachrichten, 2016-05-12:Eine Delegation aus der anglikanischen Partnergemeinde St. Luke’s in Kitale/Kenia zu Gast in Schorndorf

Schorndorf. Auf den Tag genau ein halbes Jahr nach Vertragsunterzeichnung in Kenia war eine vierköpfige Delegation der anglikanischen Partnergemeinde St. Luke’s in Kitale zu Gast in Schorndorf. Und war das Programm auch dicht gedrängt, Besucher und Gastgeber der Stadtkirchengemeinde haben in der vergangenen Woche doch Zeit gefunden, das zu pflegen, worum es ihnen eigentlich geht: ihre Freundschaft.

Sie wollen voneinander lernen, Grenzen überwinden und sich gegenseitig in ihrem Christsein bereichern. Sie möchten sich mit Gebeten unterstützen und haben schon gemeinsame Projekte im Blick. Irgendwann sollen Frauen-, Männer- und Jugendgruppen in Schorndorf und in Kitale miteinander verbunden sein – „und nicht nur aus den Kirchengemeinden“, sagt Pfarrerin Dorothee Eisrich. Doch bevor es an die Umsetzung konkreter Pläne gehen kann, braucht die Partnerschaft noch ein stabiles Fundament: Die Menschen sollen sich kennenlernen und Freunde werden. „Das ist das Wichtigste“, sagte im Pressegespräch Obando Ekesa, der als Vertreter der Gemeinde in Kitale mit nach Schorndorf gekommen war.
Wie ein sechs Monate altes Baby, das noch viel Pflege braucht

Und mögen sich Bischof Stephen Kewasis und Helmut Hess als Vorsitzender des Schorndorfer Partnerschaftsausschusses auch durch dessen Arbeit für „Brot für die Welt“ schon seit vielen Jahren kennen. Obando Ekesa vergleicht die deutsch-kenianische Partnerschaft, die durch diesen Kontakt erst möglich wurde, mit einem sechs Monate alten Baby, das noch viel Pflege braucht. Auch aus diesem Grund ist die Delegation aus Kitale auch so bald nach Unterzeichnung des Vertrags zum Gegenbesuch in die Daimlerstadt gereist.

Und zur Freundschaftspflege gehört eben auch ein umfangreiches Programm: Nach ihrer Ankunft am Donnerstag voriger Woche konnten die Gäste tags darauf zunächst bei einer Führung Stadt und Stadtkirche kennenlernen. Am Samstag waren sie zu Besuch im Eine-Welt-Laden „el mundo“ und auf dem Wochenmarkt. Am Montag haben sie die Diakonie Stetten besichtigt und wurden von Oberbürgermeister Matthias Klopfer empfangen, der ja schon beim Neujahrsempfang verkündet hatte, dass er sich eine Städtepartnerschaft auch außerhalb Europas vorstellen kann. Am Dienstag haben sie der Blindeneinrichtung Nikolauspflege in Stuttgart einen Besuch abgestattet und waren bei Landesbischof Frank Otfried July zu Gast. Am Mittwoch waren sie in der Diakonischen Bezirksstelle und im Zentrum für internationale Beziehungen (ZiB). Und natürlich war die Delegation aus der anglikanischen Partnergemeinde auch in der Stadtkirche präsent: am Samstag beim Gottesdienst zum Wochenschluss mit Dekan Volker Teich, am Sonntag beim Gospel-Gottesdienst und am Montag beim ökumenischen Montagsgebet.

„Als Kirche wollen wir Brücken bauen, damit die Menschen sich kennenlernen können“, sagte Pfarrerin Dorothee Eisrich und hält Freundschaft in einer Welt, in der es immer mehr Trennendes gibt, für dringend notwendig. Schon jetzt, sagte auch Bischof Kewasis, brauche es keine zwei Minuten bis die Menschen in Kenia wissen, was gerade in Schorndorf passiert. Zusammenwachsen in der Verschiedenheit – das ist auch für ihn Ziel der Partnerschaft, von der beide Seite profitieren können: Wie Dorothee Eisrich, Helmut Hess und Dieter Feser, Kirchengemeinderat und Vorstandsvorsitzender der Nikolauspflege, bei ihrem Besuch im November 2015 in Kitale, so hat auch die Delegation aus West-Kenia einen Einblick in die Behindertenarbeit bekommen – und eine überraschende Erkenntnis gewonnen: Auch die Diakonie Stetten hat einmal ganz klein angefangen, mit einer Gruppe „entschiedener Christen“ um Dr. Georg Friedrich Müller und Christoph Ulrich Hahn. „Mit Gottes Hilfe“, sind die Gäste aus Kitale mehr denn je überzeugt, „lässt sich viel bewegen“. Auch beim Besuch der Biobauernhöfe Rapp und Beutel haben die Kenianer Impulse mitnehmen können – vielleicht für die schwierige Zukunft: Immerhin sind die Menschen in Kitale, seitdem Äthiopien mit dem Bau eines Staudamms im Hauptzufluss des Turkana-Sees die Wasserversorgung gefährdet, direkt vom Klimawandel betroffen.

Und dass sie in Schorndorf mit offenen Armen empfangen wurden, dass die Menschen, bis hin zu Oberbürgermeister Matthias Klopfer, ihnen sehr freundlich begegnet sind, freut die Gäste nicht nur – „Wow!“ das hat sie auch erstaunt.

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: ZVW

 

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