Den Vertrag mit Leben erfüllen

 ZVW, 2015-12-19: Dreiköpfige Delegation der Stadtkirchengemeinde war in Kitale (Kenia) / Vereinbarung unterzeichnet

 
Schorndorf. Mit einem Vertrag im Gepäck und vielen Gedanken im Kopf ist eine dreiköpfige Delegation der evangelischen Stadtkirchengemeinde aus Kenia zurückgekehrt. Pfarrerin Dorothee Eisrich hat in der Stadt Kitale per Unterschrift die Partnerschaft mit der dortigen anglikanischen Gemeinde besiegelt. Jetzt gilt es, den Vertrag mit Leben zu erfüllen.
 Die Schorndorfer Delegation (an der Hautfarbe unschwer zu erkennen - von links Dieter Feser, Pfarrerin Dorothee Eisrich, und Helmut Hess) mit dem Kirchengemeinderat von Kitale
Foto: Die Schorndorfer Delegation (an der Hautfarbe unschwer zu erkennen - von links Dieter Feser,
Pfarrerin Dorothee Eisrich, und Helmut Hess) mit dem Kirchengemeinderat von Kitale
 

In Eisrichs Begleitung waren Helmut Hess, Vorsitzender des Partnerschaftsausschusses der Stadtkirchengemeinde, den es seit etwa einem Jahr gibt, und Dieter Feser, Zweiter Vorsitzender des Kirchengemeinderats. Die Pfarrerin nennt es einen „glücklichen Umstand“, dass die beiden dabei waren. Denn erstens ist Hess durch seine jahrelange Tätigkeit für „Brot für die Welt“ ein ausgewiesener Afrika-Kenner, und zweitens hat Dieter Feser in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Nikolauspflege (Einrichtung für Blinde) großen Einblick in die Behindertenarbeit. Eisrichs Part bei dieser Reise war der theologische Aspekt.
 
 Vertragsunterschrift kitale
Foto: Pfarrerin Dorothee Eisrich und Pfarrer Polycarp Meger nach der Unterzeichnung des Vertrags
 
Bevor die drei Schorndorfer in Kitale ankamen, sprachen sie in Nairobi mit Dr. Samuel Kabue über Behindertenarbeit in Kenia. Der Mann, selber blind, berichtete, dass rund zehn Prozent der Afrikaner mit Beeinträchtigungen leben müssen. Weitere Gesprächspartner waren Vertreter des Dachverbands aller afrikanischen Kirchen, der seinen Sitz in der kenianischen Hauptstadt hat. Hier erhielten die Schorndorfer Informationen darüber, wie die Anglikanische Kirche Entwicklungs- beziehungsweise Sozialarbeit macht. Dorothee Eisrich war erstaunt und überrascht zugleich: „Sie lassen sich nicht beeindrucken von der unglaublichen Armut und der Korruption.“ Einen breiten Raum nimmt auch die Aids-Arbeit ein. Schließlich haben im Westen Kenias etwa 25 Prozent der Menschen diese Krankheit.
 
Die Schorndorfer erfuhren, dass die Vertreter der Anglikanischen Kirche „hocherfreut sind, dass von Kirchengemeinde zu Kirchengemeinde Kontakte geknüpft werden sollen“ (Eisrich). Für die Deutschen bedeutet das nach Ansicht der Pfarrerin aber auch, „Grenzen in unseren Köpfen zu überwinden“. Das besondere Anliegen von Helmut Hess sind die „ökumenischen Kontakte“. Einig sind sich er und Eisrich auch darin: „Es ist wichtig, die Begegnungen konkret werden zu lassen.“
 
 
In Kitale aufs Herzlichste willkommen geheißen
 
Der Anfang hierzu wurde bereits in Kitale gemacht, wo die daimlerstädtische Delegation „aufs Herzlichste willkommen geheißen“ wurde, wie Eisrich sagt. Die drei waren nicht im Hotel untergebracht, sondern jeder in einer Familie. Auf diese Weise wurden die Begegnungen schon bei diesem Besuch sehr konkret. Und es gab auch Kontakte der Art, wie sie in Deutschland nicht möglich sind: Zu Fuß ging das Trio durch ein Slum-Gebiet, in dem rund 50 000 Menschen leben. In Dorothee Eisrich hat sich das tief eingeprägt: „Das Bild, das man von der Welt hat, ist nicht so, wie man es in den Medien sieht.“ Vielmehr sei die „Armut viel größer“, als man sich das vorstellen könne. „Und dann noch die vielen Kinder mit Beeinträchtigungen.“ Die Pfarrerin lässt den Satz unvollendet und beginnt einen neuen: „Wir brauchen nicht wegschauen, wir können etwas tun.“
Besuch der St.-John's-Blindenschule der Anglikanischen Kirche 
Foto: Besuch der St. John's Blindenschule der Anglikanischen Kirche
 

Beeindruckt ist Eisrich von der Lebenseinstellung der Menschen in diesen Gebieten, in denen bittere Armut herrscht. Sie geben nicht auf, im Gegenteil, sie leben nach dem Motto „Den Luxus der Hoffnungslosigkeit können wir uns nicht leisten“. Im Grunde genommen, so Eisrich, „kann die Lebensweise dieser Menschen uns nur guttun“. Diese Erkenntnis „begleitet mich nachhaltig, ich sehe meine Arbeit auch mit ihren Augen“.
 
Das ist ein Ziel – vielleicht ein Fernziel –, das im Vertrag (er wurde feierlich unterzeichnet, nachdem er im Vorfeld von beiden Kirchengemeinderatsgremien einstimmig abgesegnet worden, außerdem hielt Eisrich in einem Gottesdienst die Predigt) festgehalten ist. Die Vertragspartner wollen voneinander lernen „und uns in unserem Christsein anstecken“. Zudem gibt es immer am zweiten Sonntag im November einen „Partnerschaftssonntag“ mit den gleichen Bibeltexten. Vielleicht wird er per Video auch übertragen.
 
Ganz wichtig ist für Dorothee Eisrich und Helmut Hess, dass „diese Partnerschaft nicht nur von den Offiziellen gepflegt wird, sondern von einer breiten Schicht“. Sie freuen sich auf interessierte Mitgestalter.

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: Helmut Hess

 

Mehr Informationen zur Partnerschaft finden Sie hier

 

Impressum

Evangelische Stadtkirchengemeinde Schorndorf
Friedrich-Fischer-Strasse 4
73614 Schorndorf
  Telefon:(07181) 979619
     Fax: (07181) 979629
Pfarramt.Schorndorf.Stadtkirche-West[at]elkw.de

 


Evang. Kirchenpflege Schorndorf, Schlichtener Str. 21
Kreissparkasse Waiblingen
BIC    SOLADES1WBN
IBAN    DE74 6025 0010 0005 3819 37

 

 
Die Evangelische Stadtkirchengemeinde ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie wird vertreten durch den kirchengemeinderat, der wiederum durch die 1. Vorsitzende Pfarrerin Dorothee Eisrich oder den 2. Vorsitzenden Dieter Feser.Inhaltlich verantwortlich nach $5 Telemediengesetz (TMG) und §55 Staatsvertrag über Rundfunk und Telemedien (RSTtV): Geschäftsführende Pfarrerin Dorothee Eisrich. [Haftungsausschluss