Partnerschaft im religiösen Dialog

 ZVW, 2015-09-30: Evangelische Stadtkirchengemeinde und anglikanische Gemeinde in Kitale (Kenia) gehen eine offizielle Verbindung ein

Schorndorf. Mit der Partnerschaft mit der anglikanischen Gemeinde St. Luke's in der kenianischen Stadt Kitale geht für die Stadtkirchengemeinde ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. „Wir sind Teil einer weltweiten Kirche", freuen sich Pfarrerin Dorothee Eisrich und Afrika-Kenner Helmut Hess, der die Gemeinde in Kitale schon länger kennt, auf künftige Begegnungen und einen spannenden theologischen Austausch.

Zwei Gemeinden hat Dr. Agnes Abuom von der Anglikanischen Kirche in Kenia, die Vorsitzende des Ökumenischen (Rats der Kirchen, die Helmut Hess noch aus seiner Zeit als Leiter des Afrikareferats von „Brot für die Welt" kennt, der Stadtkirchengemeinde als mögliche Partnergemeinden vorgeschlagen. Weil Hess die Gemeinde in Kitale, der Hauptstadt der im Hochland nahe der Grenze zu Uganda gelegenen Provinz Trans-Nzoia, bereits seit rund 20 Jahren und auch den für seine Bemühungen um eine aktive Friedens- und Versöhnungsarbeit bekannten Bischof der Diözese Kitale, Stephen Kewasis, und Pastor Polycarp Meger persönlich kennt, lag es nahe, dass sich die Schorndorfer für Kitale entschieden haben. Eine, wie Helmut Hess sagt, Mittelstandsgemeinde mit etwa 500 eingetragenen Mitgliedern, die gerade eine neue Kirche mit rund 1500 Plätzen baut, weil die alte Kirche am Sonntag bei vier Gottesdiensten aus allen Nähten platzt.
Die Freude in Kitale, weiß Helmut Hess zu berichten, der nach vorausgehender Korrespondenz zwischen den beiden Gemeinden  unlängst  zur  Vorbereitung  der mittlerweile von beiden Seiten offiziell beschlossenen Partnerschaft in Kenia war, ist groß. Und die in Schorndorf auch, betont Pfarrerin Eisrich, die Kitale Anfang November kennenlernen wird, wenn sie gemeinsam mit Helmut Hess und Dieter Feser für ein paar Tage nach Kenia reist, um Land, Leute und die Partnergemeinde kennenzulernen, in der es übrigens - „Für Afrika nicht ganz selbstverständlich", sagt Hess - auch einige sehr engagierte Frauen gibt. Der Gegenbesuch einer Delegation aus Kitale in Schorndorf ist für das kommende Jahr geplant. Die Verständigung sollte kein Problem sein, nachdem Englisch in Kenia die offizielle Sprache ist.

Partnerschaft als gegenseitiges Geben und Nehmen

Dorothee Eisrich ist bezüglich der neuen Verbindung wichtig zu betonen, dass es sich um „keine Wohltäterpartnerschaft" handelt, bei der die Finanzierung und Realisierung von konkreten Projekten im Vordergrund stehen. Und, ergänzt Helmut Hess: „Es handelt sich um kein Missionsprojekt." Sondern, stellen die beiden übereinstimmend fest: „Es begegnen sich zwei Kirchengemeinden auf Augenhöhe." Die Pfarrerin erwartet einen spannenden Dialog der Religionen und geht davon aus, dass beide Seiten viel voneinander lernen können. Helmut Hess weiß zum Beispiel aus eigener Anschauung, dass soziale Arbeit und Nachbarschaftshilfe in der anglikanischen Gemeinde in Kitale einen hohen Stellenwert haben. Und was sich von Afrika auf jeden Fall lernen lasse, sei, den Gottesdienst als Fest zu erleben und als Gemeinde gemeinsam zu feiern. „Der Gottesdienst wird dort viel stärker als Kraftquelle erlebt", glaubt Dorothee Eisrich, die erwartet, dass die neue Partnerschaft ein wechselseitiges Geben und Nehmen ist und eine Beziehung, die auch den Blick für die eigenen Schwächen und Defizite schärft. Und auf jeden Fall, so die Pfarrerin, sei es besser, bei Begegnungen an den Wurzeln des gemeinsamen Glaubens anzufangen, als zu warten, bis die Menschen als Flüchtlinge kommen. Übrigens: Als die Gründerväter der Anglikanischen Kirche in Kenia, die Mitglied der weltweiten Anglikanischen Kirche ist, werden bis heute zwei schwäbische Missionare verehrt: Johann Ludwig Krapf und Johannes Kebmann, die ihre Arbeit in Kenia im Auftrag der englischen Church Mission Society Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen haben. Die Gemeinde in Kitale wurde um 1920 von britischen Siedlern gegründet.

Noch etwas ist Pfarrerin Eisrich bei der Ausgestaltung der neuen Partnerschaft wichtig: Es handelt sich um ein „offenes Projekt", was bedeutet, dass alle Gruppen der Kirchengemeinde(n) eingeladen sind, sich an dieser Partnerschaft, die konkrete Projekte natürlich nicht ausschließt, zu beteiligen. Gleiches gilt aber auch für Gruppen von außerhalb wie etwa Schulen.
 

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: ZVW

 

 

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