Ein Fest der Begegnung auf Augenhöhe

 

ZVW, 2015-05-04: 7. Internationales Fest des Schorndorfer Bündnisses gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus am Samstag 13. Juni

Schorndorf. Wer Interesse daran hat, Menschen anderer Nationalitäten und Kulturen ohne Vorurteile und auf Augenhöhe zu begegnen und mit ihnen gemeinsam zu feiern, der ist richtig beim 7. Internationalen Fest des Bündnisses gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus am Samstag, 13. Juni, von 15 bis 21.30 Uhr auf dem Kirchplatz.

In der Regel alle zwei Jahre findet dieses Fest statt, das vielfältig Gelegenheit bietet, Mitbürger näher und persönlich kennenzulernen, die als Fremde nach Schorndorf gekommen sind und hier eine neue Heimat finden wollen oder sie schon gefunden haben. Auf dem Weg, das Zusammenleben zwischen Einheimischen und Menschen aus anderen Ländern und Kulturen zu organisieren und zu einer Selbstverständlichkeit werden zu lassen, wird aus Sicht von Irme Schaber vom Bündnis mit dem 7. Internationalen Fest deshalb eine wichtige Etappe erreicht, weil sich Schorndorf als Ort der Vielfalt etabliert hat und weil sich die Zusammenarbeit zwischen Kirche, Stadt und Bürgerschaft einerseits und zwischen ganz vielen Organisationen und Vereinen andererseits mittlerweile so gut entwickelt hat, dass es eine stabile Basis für das Zusammenleben von Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft gibt. „Ich hätte gar nicht gedacht, dass diese Basis schon so tragfähig ist“, sagt Irme Schaber, die im Internationalen Fest ein Sinnbild für das sieht, was in den letzten Jahren in Schorndorf gewachsen ist.

Für Stadtkirchenpfarrerin Dorothee Eisrich ist das Internationale Fest „ein Höhepunkt im Jahr“. Und sie ist froh, dass es auf dem Kirchplatz stattfindet, der auf diese Weise „im Sinne der offenen Bürgerkirche genutzt und mit Leben erfüllt wird“. „Begegnung hilft, persönliche Vorurteile abzubauen“, ist ihre Erwartung an diese Veranstaltung, bei der es ausdrücklich nicht in erster Linie darum gehen soll, die alltäglichen Probleme im Umgang mit Nachbarn, die einem nicht auf Anhieb vertraut sind, zu thematisieren („Das tun wir oft genug“), sondern sich im gemeinsamen Feiern auf Augenhöhe zu begegnen und dabei unter anderem festzustellen, dass „Vielfalt das Normale im Leben“ ist und dass Flüchtlinge nicht nur arme Tröpfe sind, denen man helfen und die man unterstützen muss, sondern auch Menschen, die unser eigenes Leben bereichern können.

„Es ist ein Menschenrecht, sich eine neue Heimat zu suchen“

Außerdem ist das Internationale Fest auch ein Übungsfeld und der Praxistest für echte Willkommenskultur. „Das klingt so edel, aber es ist ein Menschenrecht, sich eine neue Heimat zu suchen“, sagt Dorothee Eisrich, die es geradezu „bizarr“ findet, dass wir als Einheimische Angst vor denen haben, die zu uns kommen – und zwar als Persönlichkeiten mit ganz unterschiedlichen Begabungen. „Das Fest ist ein Ort, an dem man lernt, normal miteinander umzugehen“, sagt die Pfarrerin und stellt fest: „Wir sind jetzt alle miteinander Schorndorf, wir gestalten Schorndorf miteinander und wir feiern miteinander in Schorndorf.“ Für Irme Schaber, die aus vielen persönlichen Begegnungen mit Menschen anderer Nationalitäten weiß, wie sehr das persönliche Gespräch den eigenen Horizont weiten kann, ist Willkommenskultur auch Ausdruck einer offenen und demokratischen Gesellschaft. In dem Sinne, dass es nicht nur um die Unterstützung Einzelner geht, sondern darum, „den Herausforderungen einer globalisierten Welt als Privilegierte gerecht zu werden“. Wer meint, Willkommenskultur bringe nichts, dem hält Irme Schaber entgegen, sie biete die Chance, eine lebendige und offene Nachbarschaft und – weiter gedacht - Gesellschaft zu gestalten.

Ausstellung und Informationen im Heimatmuseum

Dass das Internationale Fest den ganzen Nachmittag über von Musik- und Tanzdarbietungen begleitet wird und dass die Besucher mit internationalen Köstlichkeiten bewirtet werden, heißt aber nicht, dass es sich um eine reine Folklore- und Genussveranstaltung handelt. Das würde dem Anspruch des Schorndorfer Bündnisses gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus nicht gerecht. Also werden im Stadtmuseum (und zwar schon am Freitag von 14 bis 17 Uhr und am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr) die Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ von Brot für die Welt, Pro Asyl und anderen und eine Übersicht über das, was es in Schorndorf an Willkommenskultur bereits gibt, zu sehen sein. Ergänzt um einige wenige, auf im Wohnheim Wiesenstraße geführte Interviews basierende Flüchtlingsporträts. „Den Menschen ein Gesicht geben“ nennt Irme Schaber das und verweist beim Thema Willkommenskultur auch auf diverse Infostände, die das Spektrum dessen abbilden sollen, was es in Schorndorf an Aktivitäten für und mit Menschen schon gibt, die sich in Schorndorf daheim fühlen wollen (und sollen). Wie schwierig das sein kann, zeigen zwei ebenfalls im Heimatmuseum aufgestellte Schautafeln über „Alltagsrassismus“, der nach Kenntnis von Irme Schaber auch für viele Menschen mit Migrationshintergrund ein Problem ist, die schon länger in Schorndorf leben. Die schildern ihre Erfahrungen in anonymisierten Interviews.

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: ZVW

 

 

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