Weihnachten mitten in der Stadt

ZVW, 2012-12-27: Weil die Stadtkirche renoviert wird, wurde Heiligabend in diesem Jahr auf dem Marktplatz gefeiert

Schorndorf. „Einmalig“ schwärmte eine Gottesdienstbesucherin, die sich auf der Suche nach einem aussichtsreichen Stehplatz durch die dichten Reihen auf dem Marktplatz drängte. Womöglich bleibt er tatsächlich einmalig, dieser der Stadtkirchenrenovierung geschuldete Heiligabend-Gottesdienst, der – grob geschätzt – zwischen 2000 und 3000 Besucher angezogen haben dürfte.
 
Weihnachten mitten in der Stadt und bei beinahe frühlingshaften Temperaturen, dazu begrüßte Pfarrerin Dorothee Eisrich, nachdem die Glocken der Stadtkirche die Menschen zum Zur-Ruhe-Kommen und zum Stillsein gemahnt hatten, alle, egal aus welchen Motiven und in welcher Stimmung sie gekommen waren: die Hochgestimmten und Erwartungsvollen genauso wie die Zweifelnden und Fragenden. Dieses, so die Stadtkirchenpfarrerin, die sich bei Liturgie und Predigt mit Dekan Volker Teich abwechselte, sei die Nacht, in der sich die Menschen freuten, dass ihnen dank der Geburt des Heilands der Himmel offenstehe und dass ihnen Gott zeige, „wie das Leben gelingt“. Dekan Teich schloss sich an mit dem von den Engeln verbreiteten Weihnachtswunsch, dass Friede sein möge überall auf der Erde.

Was folgte, war ein eindrucksvolles und berührendes Wechselspiel von Musik und Gesang, von einer in vier Teilen vorgetragenen, musikalisch unterlegten und mit aus Fenstern rechts und links des Marktplatzes heruntergelassenen Bannern bildhaft verstärkten Weihnachtsgeschichte, wobei die einzelnen Teile wiederum im Wechsel von Pfarrerin Eisrich und Dekan Volker Teich ausgelegt wurden.
 
Was macht man, wenn der offene Himmel sich wieder schließt?
 
Beide betonten, dass die Botschaft von Weihnachten mehr ist als eine schlichte und vertraute Geschichte, die ihre Faszination und ihren Glanz verliert, sobald die Festtage oder auch nur der Heilige Abend mit seinen Geschenken vorbei sind. Stille Nacht, heilige Nacht, als Bläsersolo intoniert herunter vom Rathausbalkon und im platzfüllenden Chor mitgesungen – und was dann? Oder, um es mit Pfarrerin Eisrich zu sagen: „Was macht man, wenn der offene Himmel sich wieder schließt?“ Die Weihnachtsgeschichte, so die Antwort der Pfarrerin, sei kein Bilderbuch, das sich für einen Abend öffne – „schön anzusehen und im Grunde harmlos“. Nein, Weihnachten sei ein Ereignis, das den Realitätstest aushalte, wenn Menschen sich an den einfachen Hirten orientierten und auch in ihrem Alltag bereit seien, hinzugehen und selbst zu erfahren, wo denn nun Gott, wo das Licht im Dunkel, wo der Friede auf Erden seien. Die schlichte Weihnachtsbotschaft sage nicht mehr und nicht weniger, als dass Gott bei den Menschen wohnen wolle – „in dem ganzen Durcheinander, das in uns ist“. „Eine Kraft ist in die Welt gekommen, die niemand mehr herausnehmen kann“, sagte Dorothee Eisrich und wünschte den Gottesdienstbesuchern auf dem Marktplatz, dass sie etwas von dem himmlischen Glanz, der an Weihnachten einkehrt, auch dann verspüren, wenn sich wieder Mühsal, Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit breitmachen.
 
Oh du fröhliche, oh du selige ...

© Schorndorfer Nachrichten, Fotos: ZVW

 

Audiotracks

Hört der Engel helle Lieder:

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Herbei o ihr Gläubigen:

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Fröhlich soll mein Herze springen:

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O du fröhliche:

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