Auch in Zukunft dampft das Reisfleisch

ZVW, 2014-12-01: Die Finanzierung des Mittagstischs für Bedürftige im Schorndorfer Martin-Luther-Haus ist für die kommenden Jahre gesichert

Schorndorf. Der Mittagstisch, der jeden Montag im Schorndorfer Martin-Luther-Haus für bedürftige Menschen angeboten wird, bleibt bestehen, teilt Horst Reingruber, CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, mit. Nachdem der Sozialausschuss die Finanzierung für die kommenden drei Jahre beschlossen hat, trafen sich gestern weltliche und geistliche Vertreter der Stadt Schorndorf, um die Bedeutung des sozialen Angebots zu unterstreichen.

Vertreter der Stadt, der evangelischen Kirchengemeinde und Mitarbeiter der Erlacher Höhe – Ambulante Hilfen Rems-Murr verspeisten gestern zusammen mit bedürftigen Menschen aus dem Raum Schorndorf Reisfleisch und Kompott. Seit 1999 treffen sich vor allem Langzeitarbeitslose und von Altersarmut Betroffene, um gemeinsam zu essen und sich auszutauschen – zunächst bei einem Bus auf dem Kirchplatz, seit 2005 im Martin-Luther-Haus.

Die Finanzierung des Mittagstischs stand noch vor kurzem auf der Kippe. Das Angebot, das neben Schorndorf auch in Waiblingen, Kernen, Backnang und Murrhardt besteht, ist komplementär finanziert: Die Hälfte zahlt der Landkreis, die andere Hälfte bestreiten die Kommunen.

Zuletzt seien für den Mittagstisch vom Kreistag 36 000 Euro im Jahr bewilligt worden, teilte Horst Reingruber, CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag und ehemaliger Erster Bürgermeister Schorndorfs, auf Nachfrage mit. Bewilligt wurde die Finanzierung von 2011 bis 2014, danach sollten die Kommunen die Finanzierung in Eigenregie übernehmen. Der Landkreis wollte sich ab 2015 aus der Finanzierung zurückziehen, so Reingruber.

Im jüngsten Sozialausschuss war der Fortbestand des Mittagstischs dann wieder Thema. Nach einigen Diskussionen hätten sich die Fraktionen darauf geeinigt, das Angebot, das zu den freiwilligen Leistungen des Landkreises zählt, auch in den kommenden Jahren bis einschließlich 2017 auf Kreisebene mitzufinanzieren, so Reingruber. Zu dem Entschluss sei es gekommen, nachdem unter anderem der Schorndorfer Dekan Volker Teich einige Kreisräte auf die Wichtigkeit des sozialen Angebots hingewiesen habe, teilte Anton Heiser, Diplom-Sozialarbeiter und Abteilungsleiter bei der Erlacher Höhe, mit.

Die Kosten, die 2015 im Kreishaushalt für die Mittagstische in den verschiedenen Kommunen verbucht werden, belaufen sich Reingruber zufolge wieder auf 36 000 Euro. Endgültig beschließt der Kreistag den Haushalt zwar erst Mitte Dezember, aber die Finanzierung des Mittagstischs sei mit der Entscheidung im Sozialausschuss bereits in trockenen Tüchern, sagte Reingruber.

Die Kommunen beteiligen sich 2015 mit insgesamt 40 249 Euro an dem Angebot für bedürftige Menschen, teilte Ulrich Kommerell, Leiter der Abteilung Familie, Senioren und Soziales bei der Stadt Schorndorf, auf Nachfrage mit. Schorndorf investiere rund 8000 Euro in seinen Mittagstisch – genau wie Waiblingen und Murrhardt.

Immer mehr Menschen nehmen das soziale Angebot an

Rund 50 Personen kommen zurzeit jeden Montagmittag ins Martin-Luther-Haus. „Und es werden immer mehr“, sagte Claudia Schwab, Diplom-Sozialarbeiterin bei der Erlacher Höhe und organisatorischer Kopf des Mittagsangebots. Davon entschieden sich rund 95 Prozent für den ermäßigten Preis von 1,50 Euro pro Person. Es gebe zwar auch die Option, zum Preis von 4,20 Euro zu essen, die von weniger Bedürftigen angenommen werde; diese werde aber in Schorndorf – im Gegensatz zu anderen Gemeinden – kaum genutzt.

Die Menschen, die hier zusammen essen, singen und besinnliche Worte hören, seien zum größten Teil Langzeitarbeitslose, die auf dem Arbeitsmarkt nahezu keine Chance mehr hätten, weil sie nicht gesund oder in den Augen der meisten Arbeitgeber schlichtweg zu alt seien, sagte Schwab.

Oberbürgermeister Matthias Klopfer ließ seine Blicke durch den Saal schweifen und bemerkte, dass überwiegend ältere Personen zugegen waren. Die Altersarmut werde auch im Landkreis in den kommenden Jahren steigen, sagte er. In der Folge würden auch Angebote wie der Mittagstisch im Martin-Luther-Haus immer wichtiger. Für die Stadt Schorndorf habe es deshalb nie zur Debatte gestanden, das soziale Angebot nicht wie bisher mit rund 8000 Euro im Jahr zu unterstützen.

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: ZVW

 

 

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