Stadtkirche: Ganz fertig, ganz finanziert

ZVW, 2014-11-27: Noch einmal Anlass zum Danken und sich Freuen, nachdem das Gerüst aus dem Chorraum endlich draußen ist

Schorndorf. Genau ein Jahr, nachdem die sanierte Stadtkirche wiedereröffnet worden ist, können Dekan Volker Teich und Pfarrerin Dorothee Eisrich endgültig Vollzug melden: Die Stadtkirche ist, „bis auf ganz kleine Kleinigkeiten“, bereit für die Bauabnahme in der kommenden Woche und sie ist, „soweit überschaubar“, komplett finanziert. Grund genug für ganz viel Freude und Dankbarkeit.

„Richtig genossen“ hat’s Stadtkirchenpfarrerin Dorothee Eisrich, am vergangenen Sonntag beim Gottesdienst erstmals den Chorraum ohne Gerüst im Rücken zu haben. Und erst recht mit Blick auf die abendliche Aufführung des Paulus-Oratoriums war die Entfernung des Gerüsts eine „Punktlandung“. „Wir haben sehnsüchtig darauf gewartet“, sagt auch Dekan Volker Teich, der sich zurückerinnert, dass zu Beginn der Sanierungsplanung der Chorraum als ganz unproblematisch angesehen worden war. „Ein bisschen streichen, und dann hat sich’s“ – von wegen: Je genauer hingeschaut wurde, desto mehr Schäden sind zum Vorschein gekommen – bis hinauf unters Dach, wo neue Steinrippen eingezogen werden mussten. Eine handwerkliche Arbeit, die viel Können und Improvisationskunst erfordert hat und dem Dekan wie so manches, was in den letzten Jahren in der Stadtkirche passiert ist, höchsten Respekt abnötigt.

Ein Kapitel für sich ist auch die Behindertenrampe, die in dieser Woche eingebaut worden ist, um Rollstuhlfahrern den barrierefreien Zugang zum Chorraum zu ermöglichen. Wobei es etwas mehr Anstrengung als gewöhnlich erfordern dürfte, diese Rampe zu bewältigen, weil sie mangels Platz etwas kürzer und damit auch etwas steiler ausfallen musste, als im Idealfall wünschenswert. Zwei Jahre Diskussion mit dem Landesdenkmalamt waren laut Dekan erforderlich, bis die Rampe überhaupt genehmigt wurde. In dieser Zeit waren alternativ eine Hebebühne und eine provisorische, jederzeit abbaubare Rampe aus Holz im Gespräch. Was für Dorothee Eisrich, die in der Rampe einen „echten Qualitätssprung“ sieht, ein Unding gewesen wäre: „Dass Rollstuhlfahrer Zugang haben, soll der Normalfall sein und nicht der Sonderfall.“

Eine schwierige Aufgabe, geprägt von ganz vielen Begegnungen

Nachdem alles fertig ist, fühlt sich die Pfarrerin, „wie wenn wir die Kirche nochmals geschenkt bekommen hätten“. Und mit Blick auf die, die in den letzten Wochen und Monaten die Angebote der „offenen Stadtkirche“ genutzt haben, hat sie den Eindruck, dass sich die Schorndorfer die Stadtkirche „wieder zu eigen gemacht“ haben. „Ein ganz tolles Gefühl“, auch für Dekan Volker Teich, der aber auch erleichtert ist, dass „ein Hauptauftrag“ seiner Schorndorfer Amtszeit abgeschlossen ist. Mit Pfarrerin Eisrich, die erst während der 2008 begonnenen Planung- und Fundraisingphase nach Schorndorf gekommen ist, ist sich Teich einig, dass diese Zeit außer von ganz viel zusätzlicher Arbeit auch von „ganz vielen Begegnungen und ausgestreckten Händen“ geprägt war. „Ich war nie allein“, verweist der Dekan auf „unglaublich viele Beziehungen“, die in diesen Jahren entstanden sind. Was nicht heißt, dass er die eine oder andere Entscheidung nicht doch allein treffen und durchboxen musste. Vielleicht die schwierigste Entscheidung war die, wann’s losgehen sollte. Der 2012 erfolgte Startschuss war insofern riskant, als die Finanzierung noch nicht endgültig gesichert und noch nicht in jedem strittigen Punkt Einigkeit mit dem Landesdenkmalamt erzielt war. „Aber ich wollte zeigen, was mit dem Geld, das wir schon zusammenhatten, passiert“, begründet Teich im Nachhinein seine damalige Entscheidung, die sich in jeder Beziehung als richtig herausgestellt hat.

Was natürlich nicht zuletzt der unglaublichen Spendenbereitschaft zu verdanken ist, ohne die dieses Großprojekt nicht zu realisieren gewesen wäre. Insgesamt 4000 Spender und eine Vielzahl von Fundraising- und Benefizaktionen haben mitgeholfen, 1,9 Millionen Euro und damit den größten Teil dessen zusammenzubringen, was an Eigenmitteln gefordert war. Die verbleibenden 220 000 Euro sind laut Dekan über ein Darlehen finanziert worden. Veranschlagt war die Innensanierung der Stadtkirche mit insgesamt 3,4 Millionen Euro, dieser Kostenrahmen ist bis zum Abschluss vergleichsweise geringfügig auf 3,7 Millionen Euro ausgedehnt worden. In der Differenz zwischen Eigenmitteln und Endsumme stecken unter anderem auch die Zuschüsse der Stadt, bei der sich Volker Teich aber auch für die „großartige ideelle Unterstützung“ bedankt, und die Beteiligung des Landesdenkmalamtes, das zunächst 140 000 Euro beigesteuert und einen weiteren Zuschuss in Aussicht gestellt hat.

Kirche wird nie fertig: Die nächsten Maßnahmen stehen schon an

Wer glaubt, dass mit diesem Engagement die Aufgabe des Kirchbauvereins, der dieses Spendenaufkommen koordiniert und vieles auch selber initiiert hat, endet, täuscht sich. „Es braucht weiterhin Leute, die Verantwortung übernehmen für die Stadtkirche“, sagt Pfarrerin Eisrich und stellt unter Verweis auf den Kölner Dom, an dem seit Menschengedenken gebaut wird, doppelsinnig fest: „Kirche wird nie fertig.“ Denn, ergänzt der Dekan: „Der nächste Sturm kommt bestimmt.“ Und hoffentlich erst, wenn auch das Dach von außen her so gerichtet ist, dass da nichts passieren kann. In diesem Fall geht Teich von einer finanziellen Größenordnung von rund 150 000 Euro aus, von denen wiederum etwa die Hälfte durch Eigenmittel finanziert werden müsste. Aber auch im Chorraum steht in absehbarer Zeit schon wieder eine Maßnahme an, die den Aufbau eines Gerüsts erforderlich macht: die Reinigung der Chororgel.

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: ZVW

 

 

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