Weder Idylle noch Vertröstung

ZVW, 2014-08-05: Ein „Abend im Einklang mit der Schöpfung“ im Garten des CVJM / Fragen nach der Bedeutung des Gartens Eden

Schorndorf. Auf Anregung des Kulturforums beteiligte sich auch die evangelische Stadtkirchengemeinde am Projekt „Garten Eden“ der Kulturregion Stuttgart. Sie lud am Sonntagabend zum Miteinander in den Garten des CVJM, der zu diesem Anlass – in weltweit bedrängenden Zeiten – tatsächlich eine belebende Atmosphäre des Friedens ausstrahlte.

Eine kleine Installation auf der Terrasse des CVJM-Gartens versinnbildlichte, um was es geht: Da standen weiße Flaschen so beisammen, dass sie die Kontinente der Erde formten, in ihnen steckten Blumen, die das Farbenspektrum eines Regenbogens bildeten. Ein Symbol der Hoffnung, gestaltet von Elly Mosch, - mit Widerhaken. Sonst nur aus Sprudelflaschen, wird ausgerechnet der europäische Kontinent mit Colaflaschen geformt.

„Eden ist nichts zum Wegträumen, keine private Idylle“

Pfarrerin Dorothee Eisrich, die Gärtnerin Elly Mosch und Ines Rühlemann, stellvertretende Vorsitzende des „El Mundo“, machen im Gespräch deutlich, was sie mit der Einladung zum Abend ums Projekt Eden verbinden. „Nachdem Alexa Heyder vom Kulturforum uns gefragt hatte, ob wir mitmachen“, sagt Pfarrerin Eisrich, „haben wir nachgedacht, was heißt eigentlich Garten Eden?“ Auf dem Werbeplakat der Kulturregion ist ein träumendes Mädchen zu sehen. Für Eisrich hingegen ist „Eden nichts zum Wegträumen, keine private Idylle“. Vielmehr gehe es ihr um einen Platz für alle im Leben. „Vielfalt und Zusammengehörigkeit ist unser Motto.“

Aus diesem Grunde gehört auch der Eine-Welt-Laden „El Mundo“ zu den Mitveranstaltern. Der bewirtete die vom Nachmittag bis in den Abend kontinuierlich strömenden Gäste mit leckeren Mango-Cocktails, deren Früchte aus dem Fair-Trade-Projekt „Preda“ auf den Philippinen stammen. Damit werden durch ordentliche Preise für die Mangos Familien unterstützt, um ihnen zu ermöglichen, dass sie ihre Kinder statt in die Prostitution auf eine Schule oder zur Ausbildung schicken können. „Man kann mit kleinen Sachen viel erreichen“, sagt Ines Rühlemann optimistisch. „Eine andere Welt ist möglich.“

Der Regenbogen aus Blumen als Verbindung Gottes zu den Menschen

„Jeder kann was tun“, ist auch die Überzeugung von Elly Mosch. „Für mich ist das Paradies, wenn alle hätten, was sie brauchen.“ Mit ihrer Weltkarten-Installation wollte sie mit den einfachen, gewissermaßen „plebejischen“ Alltagsblumensorten wie Rittersporn und Ringelblumen die Vielfalt darstellen. „Der Regenbogen ist die Verbindung von Gott zu den Menschen. Es ist ein Symbol: Gott zerstört uns nicht.“

Dorothee Eisrich betrachtet die Szenerie des reizvollen CVJM-Gartens. Ein angeregt ständiges Gesprächsgemurmel weht von den voll besetzten, weißgedeckten Tischen herüber. Gitarrenmusik trägt zur ernst-heiteren Atmosphäre bei. An langen Tischen werden Getränke ausgeschenkt, es locken irakischer Tee und selbst gebackenes Fladenbrot oder libanesische Taboule-Salate mit Couscous. „Das ist sehr konkret heute, dass wir nicht träumen und hier nur unsere Idylle leben.“ Das Thema ist für die Kooperationspartner dieses Abends indes nicht abgetan. Im September wird innerhalb der Reihe „Stadtkirche am Abend“ der Theologe Andreas Benk aus Schwäbisch Gmünd einen Vortrag über „Garten Eden – weder Idylle noch Vertröstung“ halten.

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: ZVW

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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