Das weinende Jagdhorn

Schorndorfer Nachrichten 2014-06-24: „Trompes de Mollkirch“ und „Naturhornbläser Bad Mergentheim“ in Schorndorf

Schorndorf. Zwei Bläsergruppen aus zwei Nationen. Deutsche und Franzosen, allesamt Jäger, die auch ins Horn zu blasen wissen – und das auch noch für einen guten Zweck. Ein deutsch-französisches Freundschaftstreffen in Schorndorf im Zeichen der Jagd-Musik und eines Europa des Friedens.

„Unser Konzert steht im Gedenkjahr 2014 ganz im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft“, hob Dr. Ernst-Otto Schnell aus Winterbach, einer der Hauptorganisatoren der Benefizveranstaltung, bei seiner Begrüßung in der gut besuchten Stadtkirche hervor. 1914 wurde mit dem Attentat in Sarajewo der Erste Weltkrieg eingeleitet, „und nun, hundert Jahre später“, so Schnell, „treffen wir uns im Frieden“.

Ein Zittern und Wimmern der Hörner, wie es zur Jagd gehört

Bei so viel Friedensbeschwörung war es erst einmal etwas gewöhnungsbedürftig, sich auf die Jagdmusik einzulassen, die ja naturgemäß nicht gerade als sublimierte Kammermusik der leisen Töne daherkommt. Machtvoll etwa erklang da „La Grande Messe de Saint Hubert“ von den zwölf in Es-Dur gestimmten Rundhörnern der Naturhornbläser Bad Mergentheim. Nach einem langsamen Intro der Orgel verwandelte sich das in ein treibendes Jagdstück, das von den mit blauen Uniformen und schwarzem Dreispitz angetanen Bläsern mit rauem Klang die Kirche zu ehren des Jagd-Heiligen Hubertus erfüllte.

Dramatisch das Horn-Solo zu Beginn von „La Mort de Roland“, das dann vom Ensemble in eine aufgewühlte Traurigkeit transportiert wird. Es ist eine eigenartige Mischung aus archaischem Klanggeschmetter und aristokratischen Ritualsignalen, die diese Musik, durchaus faszinierend, so ambivalent macht.

Noch stärker war dies bei den „Trompes de Mollkirch“ zu hören, die ihre Instrumente in D-Dur gestimmt haben und mit ihrem Vibrato-Ton eine ganz andere Klangkultur, als ihre deutschen Kollegen repräsentieren. „Das weinende Horn“ wird dieser Klang genannt, und tatsächlich, etwa in „La d’Aubigny“, wo dieses nachtönende Vibrato sich anhört wie das nicht mehr zu unterdrückende Zittern und Wimmern sowohl des Tieres wie des Jägers – Erregung in Todesnähe. Das war sehr eindrucksvoll zu hören!

Zum Ende Beethovens „Freude schöner Götterfunken“, der Hymne der Europäischen Union. Und als Zugabe ein gemeinsames Stück beider Ensembles und stehende Ovationen des begeisterten Publikums.

 

© Zeitungsverlag Waiblingen, Foto:Eisrich

 

 

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