Mit Nuss-Figuren Gutes tun.

ZVW, 2014-03-19. Hans Pöschko: Der Kirchbauverein verkauft zwei Kleinplastiken, die Karl Ulrich Nuss in mehrfacher Ausfertigung gespendet

Schorndorf/Weinstadt. Nicht jeder kann sich eine große Plastik des Strümpfelbacher Künstlers Karl Ulrich Nuss leisten. Jetzt gibt’s die Gelegenheit, über den Kirchbauverein eine kleine handliche Nuss-Figur zu ausgesprochen günstigen Konditionen zu erwerben und damit nicht nur sich selber, sondern auch für die Stadtkirchenrenovierung etwas Gutes zu tun.

Die Weinstädter Künstlerin Jutta Hansen-Paal, Frau des CDU-Landtagsabgeordneten Claus Paal, hatte in einer Runde, in der über neue Fundraisingmöglichkeiten nachgedacht wurde, die Idee, mal bei Karl Ulrich Nuss nachzufragen, ob der sich nicht vorstellen könnte, speziell für den Kirchbauverein eine Plastik zu kreieren und sie ihm in einer limitierten Auflage für den Verkauf zugunsten der Stadtkirchenrenovierung zu überlassen. Davon abgesehen, dass sie selber Künstlerin sei, habe sie sich auch deshalb engagiert, weil sie der evangelischen Kirche – seit neuestem ist sie Vorsitzende des Kirchengemeinderats in Großheppach – und speziell auch der Schorndorfer Stadtkirche sehr verbunden sei. Und natürlich wisse sie, dass ganz viele Leute auf die Kunst von Karl Ulrich Nuss stünden, sie sich aber oft einfach nicht leisten könnten.

Jede der beiden Figuren ist für 650 Euro zu haben

Die nachfolgenden Kontakte, so beschreibt’s Annegret Scherz-Dollmann vom Kirchbauverein, waren „herrlich unkompliziert“. Nuss gibt das Kompliment zurück: Die Damen hätten das unter Einsatz von Charme und Connections aber auch geschickt angefasst. Unheimlich schwergefallen ist die Auswahl der infrage kommenden Figuren. Woraufhin der Künstler als Erstes die „Frau mit Taube“ vorgeschlagen hat, die er zwar schon länger im Fundus, aber noch nie verkauf hatte. Als Pendant dazu wurde ein Männlein ausgewählt, „der Lesende“. Beide sind als Einzelstücke für jeweils 650 Euro zu haben, regulär würden sie mindestens das Doppelte kosten. In der Regel, sagt Karl Ulrich Nuss, würden von einer Figur zwölf Güsse gemacht, weil sie bis zu dieser Zahl als Originale gälten. In diesem Fall haben sich der Kirchbauverein und der Künstler darauf geeinigt, auf jeweils mindestens 20, bei Bedarf auf maximal je 25 Figuren zu gehen, wohl wissend, so Jutta Hansen Paal, dass man einen „Nuss kennt und schätzt“. Und ihn, so Annegret Scherz-Dollmann, auch mal unbesehen kaufe. „Die Katze im Sack also“, scherzt Karl Ulrich Nuss, der sich nur die Kommentare der Menschen an seinem Gartenzaun anhören muss, um zu wissen, dass es auch andere Meinungen zu seiner Kunst gibt.

In diesem Fall aber heißt’s sich sputen, denn 28 der je nachdem 40 oder 50 Kunstwerke sind schon verkauft beziehungsweise durch mündliche Zusage vergeben. Das Risiko, vorab gar keine Sicherheiten zu haben und zu hoffen, dass sich alle Plastiken aus dem Stand verkaufen lassen, sei zu groß gewesen, begründet’s Annegret Scherz-Dollmann, dass vorab schon nach Interessenten gesucht worden ist. Was zur Folge hat, dass die Kunstwerke von Karl Ulrich Nuss teilweise ganz schön weite Reisen antreten. Scherz-Dollmann hat zwei Figuren nach Berlin verkauft, Jutta Hansen-Paal eine an ihre Schwester in Madrid. Beide Figuren, vom Dekan als „sehr schön und ausdrucksvoll“ beschrieben, gibt’s übrigens nur als handliche Kleinplastiken – natürlich mit einer Signatur des Künstlers.

„Was hilft ein Opfer, wenn man’s nicht erzählt“

Von der Aktion insgesamt sind die beiden Frauen ganz begeistert. „Das ist eine von den Fundraising-Aktionen, die richtig Spaß gemacht haben“, sagt Annegret Scherz-Dollmann. Und Dekan Volker Teich wird nicht zum ersten Mal bewusst, welche Kontakte, „die man sich vorher nicht vorstellen konnte“, bei den verschiedenen Aktionen zugunsten der Stadtkirchenrenovierung geknüpft werden. Und umso schöner, wenn sich’s dabei um so extrem großzügige und extrem zurückhaltende Menschen wie Karl Ulrich Nuss handelt. Der hat, wie er auf Nachfrage sagt, solche Benefizspenden auch schon für andere Organisationen gemacht. Für den Verein Kobra zum Beispiel oder für „Frauen helfen Frauen“. Dafür lässt er sich dann in aller Bescheidenheit auch mal loben. „Was hilft ein Opfer, wenn man’s nicht erzählt“, sagt Nuss mit verschmitztem Lächeln.

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: ZVW

 

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