Offene Kirche zum Mitmachen

ZVW, 2012-05-21 „Stadtkirche am Abend“ ist eine alternative Gottesdienstform, die noch relativ neu und doch schon etabliert ist

Schorndorf. Die Zeiten, in denen es einen Sonntagsgottesdienst „zwischen Melken und Kochen“ gab, sind längst vorbei. „Es gibt für den Gottesdienst nicht nur eine Zeit und eine Form“, sagt Stadtkirchen-Pfarrerin Dorothee Eisrich, die deshalb die „Stadtkirche am Abend“ initiiert und mittlerweile auch schon institutionalisiert hat. Eine Einrichtung, in der Menschen sechsmal im Jahr zum Nachdenken und Mitmachen angeregt werden und eingeladen sind, Gemeinschaft zu erleben.


Die Erfahrung für diese Form des kirchlichen Miteinanders hat Dorothee Eisrich aus Waiblingen mitgebracht. Dort hat sie die „Kirche um 7“ eingeführt und zu einem Erfolgsmodell gemacht, das auch nach zehn Jahren noch nichts von seiner Anziehungskraft verloren hatte. Daran knüpft die Pfarrerin jetzt in Schorndorf mit der „Stadtkirche am Abend“ an, die am Sonntagabend zum vierten Mal stattgefunden hat. Diesmal zum Thema „Was wir sein können, können wir nur miteinander sein“ – mit Gastreferentin Gisela Mayer vom „Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden“. Für die von der traditionellen Kirchenmusik abweichende musikalische Begleitung sorgten Mitglieder des gemeinsamen Musikleistungskurses von Max-Planck- und Burggymnasium mit bemerkenswerten und speziell auf diesen Abend abgestimmten Beiträgen. So erlebte ein Stück seine öffentliche Erstausführung, das der Schüler Vincent Hübsch ganz spontan am Tag des Winnender Amoklaufs geschrieben hat. Ein Beitrag, der, so Dorothee Eisrich, unter die Haut ging. Genauso, wie sich die Musikabiturienten darauf eingelassen haben, sich das Thema der „Stadtkirche am Abend“ unter die Haut gehen zu lassen.
Zwischen 150 und 200 Menschen haben sich am Sonntagabend um 19 Uhr in der Stadtkirche eingefunden. 19 Uhr, das ist aus Sicht der Pfarrerin für viele, denen der Sonntagsvormittagsgottesdienst nicht in ihren Plan passt oder die sich überhaupt nur von einer ganz anderen Gottesdienstform ansprechen lassen, eine gute Zeit. Die sonntäglichen Verrichtungen und Freizeitaktivitäten sind erledigt, die Schwelle zum Beginn der neuen Arbeitswoche ist erreicht. Da, meint Dorothee Eisrich, tue es gut, noch einmal Gemeinschaft zu erleben und Impulse zu bekommen, die in der Regel so nachhaltig seien und so lange nachschwängen, dass sich notfalls auch die zwei Monate bis zur nächsten „Stadtkirche am Abend“ überbrücken ließen. Es soll aber auch Menschen geben, die sowohl traditionellen als auch zeitgemäßen oder gar modernen Gottesdienstformen etwas abgewinnen können.


In der Stadtkirchengemeinde jedenfalls gibt es laut Dorothee Eisrich niemand, der mit der „Stadtkirche am Abend“ ein Problem hat und sie als Konkurrenz zum normalen Sonntagsgottesdienst empfindet. „Sie ist eine Ergänzung und sie ist in der Gemeinde verankert“, betont die Pfarrerin, der auch wichtig ist zu sagen, dass es sich, was Konzeption und Gestaltung der Abendgottesdienste angeht, um keine Solonummer ihrerseits handelt. Denn auch das zeichnet die „Stadtkirche am Abend“ aus: dass sie davon lebt, dass Ehrenamtliche mit ins Boot genommen werden, was diese, wie der Pfarrerin eine Reaktion auf den Gottesdienst am Sonntagabend zeigt, durchaus als angenehm und ermutigend empfinden. Überhaupt, so Dorothee Eisrich, sei’s ungewöhnlich, auf einen Gottesdienst so viel aktive Resonanz zu bekommen, wie das bei der „Stadtkirche am Abend“ der Fall sei.


Am 22. Juli spricht eine ehemalige Bischöfin über „Glaube im Alltag“
„Eine offene Kirche, bei der man mitmachen kann“, Kirche als Forum für wichtige Fragen sowohl den Glauben als die Gesellschaft betreffend: So stellt sich Dorothee Eisrich idealerweise Kirche vor. Sie selber übernimmt in der „Stadtkirche am Abend“ jeweils den Part zu erläutern, welche Perspektive die Bibel respektive der Glaube zum jeweiligen Thema aufzeigen. In der nächsten „Stadtkirche am Abend“ am Sonntag, 22. Juli, kann sie aller Voraussicht nach unmittelbar an die Gastreferentin anschließen. Dann kommt nämlich die ehemalige Lübecker Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter, die vor ihrer Lübecker Zeit eine gestandene württembergische Pfarrerin war, nach Schorndorf und spricht über „Glaube im Alltag“. Auch musikalisch erwartet die Besucher mit einem Männergesangsensemble von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg wieder etwas Außergewöhnliches.

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: ZVW

Impressum

Evangelische Stadtkirchengemeinde Schorndorf
Friedrich-Fischer-Strasse 4
73614 Schorndorf
  Telefon:(07181) 979619
     Fax: (07181) 979629
Pfarramt.Schorndorf.Stadtkirche-West[at]elkw.de

 


Evang. Kirchenpflege Schorndorf, Schlichtener Str. 21
Kreissparkasse Waiblingen
BIC    SOLADES1WBN
IBAN    DE74 6025 0010 0005 3819 37

 

 
Die Evangelische Stadtkirchengemeinde ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie wird vertreten durch den kirchengemeinderat, der wiederum durch die 1. Vorsitzende Pfarrerin Dorothee Eisrich oder den 2. Vorsitzenden Dieter Feser.Inhaltlich verantwortlich nach $5 Telemediengesetz (TMG) und §55 Staatsvertrag über Rundfunk und Telemedien (RSTtV): Geschäftsführende Pfarrerin Dorothee Eisrich. [Haftungsausschluss