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Stadtkirche am Abend: Abrahams Kinder - Vortrag Prof. Kuschel

Manuskript des Vortrags von Prof. Kuschel bei der Stadtkirche am Abend am 12. Juni 2016 in Schorndorf

 

„Abrahams Kinder“ – Konsequenzen für
Juden, Christen und Muslime heute


Karl-Josef Kuschel

 

 

Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel lehrte von 1995-2013 Theologie der Kultur und des interreligiösen Dialogs an der Fakultät für Kath. Theologie der Universität Tübingen. Zugleich war Ko-Direktor des Instituts für ökumenische und inter-religiöse Forschung der Universität Tübingen:
Schlüsselpublikationen:
Weihnachten und der Koran (2008)
Im Ringen um den wahren Ring. Lessings „Nathan“ - eine Herausforderung der Religionen (2010)
Leben ist Brückenschlagen. Vordenker des interreligiösen Dialogs (2011)
Theodor Heuss, die Schoah, das Judentum, Israel. Ein Versuch (2013).
Martin Buber – seine Herausforderung an das Christentum (2015).

 

Man kann  in diesen Wochen den Seufzer kaum noch unterdrücken: Was sind da für Zeiten, in denen wir tagtäglich mit Horrornachrichten über Krieg, Terror und Gewalt konfrontiert werden? Wo ein Land wie Syrien sich derart zerfleischt, dass in vier Jahren eine Viertelmillion Menschen getötet und vier Millionen Menschen auf der Flucht sind. Was sind das für Zeiten, in denen heimatlos gewordene Menschen seit Jahren in Lagern an der türkischen oder jordanischen Grenze vegetieren müssen? Wir in Europa haben lange weggeschaut. Das können wir auch in Deutschland nun nicht mehr. Wir ha-ben bisher ökonomisch von einer Interdependenz der Welt geredet, jetzt bekommen wir sie buchstäblich hautnah zu spüren: Hunderttausende von Flüchtlingen aus dem Kriegsgebiet sind zu uns gekommen in einem in jüngerer Zeit nicht gekannten Ausmass. Mit all den bedrückenden Folgen, die das für die betroffenen Menschen hat, auch bei uns, die wir auf dieses Ausmaß nicht vorbereitet waren und sind. Was sind das für Zeiten, in denen wir in oft ohnmächtiger Wut mit ansehen müssen, dass den verantwortlichen Politiker nicht anderes einfällt, als mit noch mehr Waffen den Konflikt weiterzutreiben. Ein zynisches Machtspiel, das zu noch mehr Zerstörung, Tod und Vertreibung führen wird. Was sind das für Zeiten? Wie aber die Hoffnung bewah-ren? Wie es fertigbringen, sich nicht selber mit Zynismus zu lähmen oder wegschauen, verdrängen oder sich empören, wie man uns so viele Flüchtlinge zumuten könne? Menschen zumal, die nicht nur eine andere Kultur, Sprache und Ethnie, sondern als Muslime auch eine andere Religion mitbringen.

Das ist die Stunde nicht der Vollmundigkeit, der populistischen Parolen, sondern der Nachdenklichkeit. Im Blick auf das Miteinander der Religionen. Gerade auch für Juden, Christen und Muslime. Was sind Grundlagen, die verlässlich wären, die den Tag überdauern, die den wechselnden politischen Stimmungen standhalten könnten? Wo Orientierung finden über den Moment hinaus? Es geht um Glaubensgrundlagen, um Gewissensfragen. Darüber will ich heute Abend mit Ihnen nachdenken. Die politischen und gesellschaftlichen Fragen sind wichtig, aber sie sind nicht Gegenstand meines Vortrags. Sie sind der Horizont, die zum Nachdenken über Grundsatzfragen des Glaubens herausfordern. Was ist  in diesen Krisenzeit das Entscheidende? Dazu will ich heute Abend einen Beitrag leisten.

Ich habe Juden, Christen und Muslime „Kinder Abrahams“ genannt. Wieso Abraham? Es braucht manchmal lang, bis man begreift, welche Schätze man hat.  Auch  bei mir lange war das nicht anders. „Abraham“ und seine Frauen Sara und Hagar? Abraham und seine Söhne Isaak und Ismael? Zu Ende gedeutete Gestalten aus dem Buche Genesis  jahrelang für mich, in der Bibel monumentalisiert und so entschärft. Keine Botschaft für heute mehr von ihnen aus, kein Impuls, keine Initiative. Sagengut aus uralten Zei-ten.

I. DIE ENTDECKUNG
Plötzlich die Entdeckung. Ich bin als Christ auf der Suche nach einer theologischen Brücke zum Islam. Das ist jetzt mehr als 20 Jahre her. Was war die-se Religion für uns? Wie sie theologisch einschätzen, nachdem Länder mit muslimischer Prägung zumindest unser Wirtschaftsleben mitbestimmten? Eine Offenbarungsreligion? Die kann es nach Christus gar nicht geben. Also muss sie falsch sein, eine Anmassung. Muslime - eine Massenansammlung unbekehrter Heiden. Der Islam - eine uns Christen total fremde Religion. Doch dann die Überraschung: Bei einigen der jährlichen Konferenzen in den USA, an denen ich teilnehme, höre ich immer wieder den Namen „Abraham“.  Dass  für Juden dieser Abraham der „Vater“ ihres Glaubens an den einen Gott ist, wie im Buches Genesis beschrieben, war mir selbstverständlich bewusst. Kein Judentum, das sich nicht von Abraham und dem Bund Gottes mit ihm ableiten würde. Auch dass für uns Christen Abraham „unser aller Vater vor Gott“ ist, wie der Apostel Paulus im Römerbrief schreibt, war mir stets gegenwärtig. Auch wir Christen, die wir an die Auferweckung des Gekreuzigten glauben,  glauben „wie Abraham“, d.h. setzen unser Vertrauen auf einen Gott, der, wie Paulus schreibt, „die Toten lebendig macht und das, was nicht ist, ins Dasein ruft“ (Röm 8,4). Schon der allererste Satz des Neuen Testamentes verweist auf die Wurzel „Abraham“, ohne die das Ereignis Jesu gar nicht zu verstehen ist: „Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes David, des Sohnes Abraham.“ (Mt 1,1,).

Aber die Muslime? Völlig überrascht bin ich, als ich von meinen muslimischen Partnern höre, dass auch Muslime in Abraham ein Urbild dessen ver-ehren, was „Islam“ als religiöse Grundhaltung wortwörtlich meint: Ergebenheit in den Willen des einen Gottes, Vertrauen in Gottes Schöpfermacht und Barmherzigkeit. Später entdecke ich (angeleitet durch das bahnbrechende Werk der großen Goethe-Forscherin Katharina Mommsen über „Goethe und der Islam“), dass  Goethe diese Grundhaltung von Muslimen in einem schö-nen Vierzeile kongenial zur Sprache gebracht hat, nachzulesen im „Buch der Sprüche“ seines „West-östlichen Divan“ von 1819. Kenner  wissen, dass sich der „Divan“ Goethes Dialog Goethes mit einem großen muslimischen Poeten des 14. Jahrhunderts verdankt, dem Perser Mohammed Schemseddin Hafis, und „Hafis“ ist kein Name, sondern ein Titel, der bedeutet: „der den Koran auswendig kennt“.  Kritisch das Religionsgezänk um die wahre Religion  im Blick schreibt Goethe:

„Närrisch, dass jeder in seinem Falle
seine besondere Meinung preist.
Wenn Islam Gottergebenheit heißt
Im Islam leben und sterben wir alle.“

Ich bin wie elektrisiert. Wenn Juden, Christen und Muslime in Abraham ein Ur- und Vorbild ihres Glaubens an den einen Gott verehren, müsste doch auszuloten sein, welche Impulse aus dieser gemeinsamen Wurzel für  heute ausgehen. Die Überlieferungen von Abraham und seinen beiden Frauen Sara und Hagar sind die Brücke, können eine sein. So mache mich an die Arbeit und beginne, mein Buch „Streit um Abraham“ zu schreiben.

Aber noch während des Schreibprozesses dringt im Februar 1994 eine Schar fanatischer jüdischer Siedler in die Ibrahim -Moschee zu Hebron ein, der Überlieferung nach die Grabstätte von Abraham und Sara.  29 dort be-tende Muslime werden ermordet, bleiben in Blutlachen am Boden liegen. All das geschieht, um den in Oslo damals begonnenen Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern zu torpedieren. Mord am Grabe Abrahams durch die Kinder Abrahams! Und dieser Mord setzte eine neue Gewaltspirale in Gang. Kurz Zeit später floss unschuldiges jüdisches Blut durch neue Terrorangriffe von Palästinensern. Mir wird klar, an welchem Stoff ich arbeite.  Von Abraham erzählen, heißt gleichzeitig die ganze Trauergeschichte zwi-schen Juden, Christen und Muslimen vor Augen haben, eine Geschichte  von Blut, Tränen und Gewalt. Sie hat bis heute ihre blutige Spur gezogen.

Jetzt aber habe ich ein Gegensignal wider den Zynismus: „Abraham unser Vater“:  ein Schlüsselwort mit Zauber: Zurück noch einmal zu den Ursprüngen, als es diesen Fluch der Verknotung der Völker und Religionen noch nicht gab. Zurück zu einer Gestalt, der exemplarischen Gestalt eines Ge-rechten, eines Friedensstifters, die ja ganz anders dasteht als menschliche Herrschaftsidole. Und dann der Vergleich einst und jetzt. Avraham avinu - und seine Kinder. Wie sehr treten sie das Vermächtnis des Ur-Mannes mit Füssen, wie Thomas Mann ihn im „Josephs“- Roman nennt, des Mannes aus dem mesopotamischen Ur, Ausgangsort seiner großen Wanderschaft. Welch eine Kluft denn auch, welch ein Riss:  Die Berufung auf Abraham und der Hass der Abrahams - Kinder untereinander, das Misstrauen, die Abgren-zung, die Nichtbeziehung, die Vergegnung. Das Beherrschenwollen als Idol. Waffen und Bomben als Götzen der Macht. Unschuldiges Leben mit Füssen getreten, als sei menschliches Leben Dreck, als hätte es keinen Auftrag Gottes an den Menschen in Bibel und Koran gegeben: Stellvertreter Gottes zu sein auf Erden. Als stünde nicht im Koran, Sure 5: Wer einen Menschen tötet, der ist, als hätte er die ganze Menschheit getötet.

II. WURZEL ABRAHAM
Was aber kommt uns aus den Ursprüngen entgegen? Kinder Abrahams? Wenn das mehr ist als ein schönes Etikett, eine fromme Parole, ein nichtssagendes, unverbindliches Gerede: Wofür stehen Figur und Geschichte „Abrahams“ in Bibel und Koran, was bedeutet sie, worauf verpflichtet sie? Was wären die Konsequenzen, wenn Juden, Christen und Muslime ihre gemein-same Abstammung von Abrahams wirklich ernst nähmen? Lernprozesse auf allen Seiten sind dringend erforderlich. Erschreckende Wissensdefizite.

Es hat auch bei mir lange gedauert, bis ich gelernt hatte, welche Bedeutung Abraham für die drei Religionen zukommt. Der Koran verweist ja nicht wie nebenbei auf die Abraham-Geschichte, sondern bezeichnet den Islam als ganzen als „millat Ibrahim“, als „Religionsgemeinschaft Abrahams“. Eine Verbindung zu Abraham, die über den erstgeborenen Abraham-Sohn, Ismael, hergestellt wird, den Sohn, den Abraham noch vor Isaak mit der ägyptischen Magd Hagar zeugte.  So jedenfalls sagt es die Heilige Schrift von Juden und Christen im Buche Genesis. Dafür hatte ich nie einen Blick, eine Anleitung im Theologiestudium schon gar nicht. Aber unübersehbar steht in der Bibel: Er ist  schon mehr 13 Jahre alt, dieser Ismael  und trägt mit der Beschneidung das Bundeszeichen Gottes (Gen 17,25f.), als Isaak, der mit der Ehefrau Sara gezeugte Erb-Sohn, auf die Welt kommt (Gen 21,2) Da-raus aber entwickelt sich ein Bruder-Bruder-Drama, das in der Religionsgeschichte seinesgleichen sucht, wird doch Ismael, der von Gott Gesegnete, aus dem Haus vertrieben, buchstäblich in die Wüste geschickt. Er wäre darin umgekommen, wäre er nicht durch Gottes Eingreifen gerettet worden. Ein Zeichen Gottes. Gott will, dass dieser Abraham-Sohn lebt und Zukunft hat. So jedenfalls überliefert es die Heilige Schrift von Juden und Christen, Kapitel 21.  „Steh auf“, fordert Gott Hagar hier auf, „nimm den Knaben und halte ihn fest an deiner Hand; denn zu einem großen Volk will ich ihn machen.“ (Gen 21,18)

Der Islam beruft sich exakt auf diese gottgewollte Segenslinie: Abraham-Hagar-Ismael, gilt Ismael in seiner Überlieferung doch als Stammvater der arabischen Stämme und hat sich die Szene mit dem Brunnen und dem Überlebenskampf von Hagar und Ismael einer nachkoranischen Überlieferung zufolge im Tal von Mekka abgespielt, wo das lebenspendende Wasser aus dem Quelle „Zamsam“ kommt, Ursprungsort für das muslimische Heiligtum, der Kaaba. Hagar und Ismael sind für Muslime denn auch die Gründer dieses Heiligtums. Und bei jeder Pilgerfahrt nach Mekka wird das Lebensdrama dieser Personen rund um die Kaaba von den Pilgern spirituell nachvollzogen.  

Ein neuer Blick auf die Abraham - Hagar - Ismael Überlieferungen der Tora also war angezeigt, gelesen im Lichte des Islam. Für eine neue theologische Wertung des Islam von christlicher Seite hatte  dies epochale Konsequenzen.  Denn jetzt kommen sie um die Feststellung nicht herum: Muslime verehren nicht eine  Christen und Juden  fremde „Gottheit“, sondern beten zu dem in der Bibel bezeugten einen Gott Abrahams. Jetzt erst verstand ich, was das 2. Vat. Konzil schon in seiner Kirchenkonstitution „Lumen Gentium“ formuliert hatte.: „Die Heilsabsicht (Gottes) umfasst auch die, welche den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslime, die, indem sie bekennen, dass sie den Glauben Abrahams festhalten, mit uns den  einzigen Gott anbeten, den barmherzigen, der die Menschen am Jüngsten Tag richten wird“ (LG 16). Was aber wären konkrete praktische Konsequenzen, wenn „Abraham“ nicht nur eine fromme Etikett, sondern Verpflichtung wäre?

III. ISLAM ALS FAKTOR DER WELTPOLITIK
Solche Überlegungen sind ja kein Luxus, den man sich eigentlich nicht leis-ten kann. Der Islam hat in dieser langen Zeit einen globalen Verbreitungsgrad von nominell rund 1 Milliarde Anhänger erreicht. Eine Weltreligion, schon rein zahlenmäßig nur mit dem Christentum vergleichbar. Muslime leben in Ländern des mittleren Gürtelbereichs des Globus, dem sog. „grünen Gürtel“, von Marokko im Westen über Pakistan, die früheren südlichen Sowjetrepubliken wie Aserbaidschan, Kasachstan und Usbekistan bis nach MaLydia und Indonesien im Osten. Indonesien ist das größte islamische Land der Erde mit rund 220 Millionen Einwohnern! Diese Fakten aber haben wir damals weder politisch noch gar theologisch ernst genommen. Gegen den Islam wurde auch nicht polemisiert, er war schlicht nicht präsent, nicht vorhanden, keine politische, kulturelle oder religiöse Herausforderung.

Als er dann eine ökonomische und politische wird, sind wir geistig nicht vorbereitet. Die  Ölkrise 1973 ist ein erstes Signal. Unvergessen für alle, die es erlebt haben: die Bilder von leeren Autobahnen in Deutschland. Schlagartig wird uns bewusst, wie ökonomisch abhängig wir von Ländern geworden sind, die vom Islam geprägt sind, ohne dass wir den Faktor Religion ernst ge-nommen hätten. Das gilt auch für mich.  Zwar lebte ich 1978/79 für einige Monate in Jerusalem,  aber zu dieser Zeit hatte ich nur Augen und Ohren für das Judentum. Zwar konnte auch ich nicht übersehen, dass in dieser Stadt Muslime leben, dass es zum Beispiel auf dem Tempelberg die Al-Aksa Moschee gibt, dass Tausende von Muslimen jeden Freitag zum Gebet dorthin pilgern. Zwar wusste auch ich, dass der Islam nicht erst seit gestern in Jeru-salem präsent ist. Er beherrscht diese Stadt  -  von kurzen Kreuzfahrerzeiten abgesehen – seit Ende des 7. Jahrhunderts bis heute, gut 1400 Jahre.

Aber für die Präsenz des Islam hatte ich theologisch nicht die geringste Antenne. Ich musste lernen: Der Islam ist  ein alt-neuer Faktor der Weltpolitik. Denn  während ich noch in Jerusalem lebe, geschieht etwas Unerwartetes. Im Iran wird der Schah gestürzt und sein Regime weggefegt.  Am 1. Februar 1979 betritt aus dem Pariser Exil kommend der „Revolutionsführer“ Ajatollah Chomeini erneut iranischen Boden. Mehr als dreißig Jahre ist dieses Ereignis her, aber in der Zwischenzeit  haben wir gelernt, dass 1979 eines der wich-tigsten Jahre der neueren Zeitgeschichte ist. Seither haben die Mullahs die-ses geschichtlich große und kulturell reiche Land im Griff. Mit all den Ver-fallserscheinungen, die eine Herrschaft im Namen Gottes mit sich zu bringen pflegt. Ein hochsymbolisches Datum! Ohne zu übertreiben wird man sagen können: Spätestens seit 1979 ist die islamische Welt für unseren Geschichtsabschnitt nicht mehr dieselbe.  Ungeheure Umwälzungen sind im Gange mit unbestimmtem Ausgang.  Nur ein Vierfaches ist sicher:

1. Folgt man heutigen religionssoziologischen und religionsgeographischen Untersuchungen (H. Joas, Glaube als Option, Freiburg/Br. 2011, S.192-200), so gilt: Christentum und Islam sind die  weltweit am stärksten verbreiteten und zugleich noch wachsenden Religionen. Für die Welt insgesamt und das Jahr 2050 wird geschätzt, dass rund ein Viertel der Weltbevölkerung (27,5 %) islamischen, 35 Prozent christlichen  Glaubens sein wird. Nach diesen Prognosen also werden 2,5 Milliarden Muslimen 3,1, Milliarden Christen ge-genüber stehen. Und das in nur 2 Generationen. Was folgt daraus?
2.  Der Islam ist als Faktor der Weltpolitik  auf der Weltbühne zurück und spielt wieder eine Rolle, die er vom Ende des 17. Jahrhunderts an (die Niederlage der Osmanen vor Wien 1683) Stück für Stück verloren hatte, beschleunigt durch die europäische Aufklärung im 18. und den europäischen Kolonialismus im 19. Jahrhundert. Ob man „den Islam“ mag oder nicht, als Faktor von Weltpolitik und Weltwirtschaft ist er ernstzunehmen.  Denn:

3.Unsere ökonomische und politische Abhängigkeit von Ländern mit islamischer Prägung ist nicht kleiner geworden. Sicherheits- und energiepolitisch sind wir in Mitteleuropa mit Teilen der islamischen Welt derart verflochten, dass ihr Schicksal auch unsere Zukunft mitbestimmt. Und wer weniger eurozentrisch und mehr mediterran denkt, weiß ohnehin, dass wir abendländisch geprägte Europäer unseren Lebensraum mit Israel und muslimischen Staaten von der Türkei bis Marokko teilen. Wechselseitige Verflechtungen und Abhängigkeiten sind längst ein Tatsache. Wir haben davon bisher die ökonomischen Vorteile genossen, wir haben vom Handel profitiert, unsere Wirtschaft hat bisher gut davon gelebt. Jetzt kommen Menschen zu uns. Eine rein ökonomistische Betrachtungsweise reicht nicht mehr.

4. Folglich sind Grundkenntnisse über den Islam als Religion und Kultur un-verzichtbar, wenn man unsere Welt verstehen will. Das ökonomisch im Zuge einer immer stärkeren Globalisierung der Märkte gewünschte Zusammenle-ben von Menschen verschiedener Kulturen hat Folgen für uns in Europa. Wir spüren es mehr denn je, sind aber mental zu wenig darauf vorbereitet. Dabei haben Juden, Christen und Muslime  von ihren Glaubensgrundlagen her eine wichtige Aufgabe, an den Menschenrechten und der Gottesebenbildlichkeit  eines jeden Menschen orientierte Weisen des Zusammenlebens von Menschen verschiedener religiöser Identität einzuüben.

IV. PRAKTISCHE KONSEQUENZEN
Faktisch aber leben wir trotz aller äußeren Pluralität in vielen Gesellschaften Europas, ob religiös oder nicht religiös, noch weitgehend mit dem Rücken zu den Anderen. Mit Tunnelblick nur für das Eigene. Mit heruntergeklapptem Visier, das uns daran hindert, die Gegenwart des Andersglaubenden vor allem positiv als Anders-Glaubenden wahrzunehmen. Das Aufkommen rechtsnational orientierter Parteien und Bewegungen im Herzen Europas (von Holland über Frankreich, Österreich und Deutschland) mit antisemitischen und antiislamischen Parolen spricht eine eigene Sprache. Diese Entwicklung (einschließlich einer geglückten Volksinitiative in der Schweiz zum Verbot von Minaretten an Moscheen) zeigen unmissverständlich, dass Europas Einstellung zur Pluralität von Religionen alles andere als gefestigt ist.

Was wäre praktische Konsequenzen für ein Zusammenleben der „Kinder Abrahams“?

1.Die Unterschiede im Glauben dürfen nicht verschwiegen, sondern müssen klar herausgearbeitet werden - sachlich-unpolemisch. Denn auch Musli-me und Christen vertreten Wahrheitsansprüche gegeneinander, die nicht aufgelöst werden können. Interreligiöser Dialog zielt nicht auf Harmonisierung oder Bagatellisierung der Unterschied, sondern auf wechselseitig besseres Verstehen der Andersheit des je Anderen. Dass dabei auf allen Seiten Wissensdefizite herrschen, muss ich nicht lange erklären.

Denn faktisch haben wir es vielfach noch mit einer doppelten Verweigerung zu tun: In säkularen Milieus leben allzu viele bei uns noch mit einer „gespaltenen Globalisierung“ im Kopf. Gerne nimmt man die ökonomischen Vorteile für die eigene global verflochtene Export-Wirtschaft mit, schottet sich kultu-rell und religiös aber ab. Man will mit „Religion“ nichts zu tun haben und sich geistig auch nicht in Unkosten stürzen. Als ob  man auf Dauer  beides haben könnte: freien Welthandel und zugleich kulturellen und religiösen Protektio-nismus. Und in traditionellen religiösen Milieus? Da denkt man vielfach nicht daran, über Bildungsprogramme und Dialogbemühungen das jeweilige Wissen voneinander zu verbreiten. Die bittere Diagnose des früheren deutschen Bundeskanzlers Helmut Schmidt kommt nicht von ungefähr und steht für die Erfahrung ungezählter Menschen:

„Viele Jahrhunderte nach Abraham wurde die Tora niedergeschrieben, weitere Jahrhunderte später das Neue Testament und noch ein halbes Jahrtausend später der Koran. In vielen Teilen bezieht sich das NT auf die Thora, und der Koran bezieht sich in vielen Teilen auf die Thora und das NT. Ich muss zugeben, dass ich in der Schule oder in der Kirche nie etwas über diese unbestreitbaren Tatsachen erfahren habe. Und ich fürchte, die meisten Christen auf der Welt und ebenso die meisten Juden und Muslime erfahren nie etwas über die gemeinsamen historischen Ursprünge unserer Religionen und über die Vielzahl der Gemeinsamkeiten und der gegenseitigen Bezüge in unserem heiligen Büchern.
Auf allen drei Seiten haben Priester und Kirchen, Mullahs und Rabbis uns Laien ein angemessenes Wissen über die anderen beiden Religio-nen vorenthalten. Stattdessen haben sie – auch sie natürlich fehlbare menschliche Wesen – uns nahezu häufig gelehrt, feindselig über die anderen beiden Religionen zu denken, ob wir nun als Juden, als Muslime oder als Christen aufgewachsen sind. Dies ist eine der großen Tragödien der Menschheit. Man findet sie, nebenbei gesagt, auch im Verhältnis von Christentum und Hinduismus oder Buddhismus, zwischen Islam und Hinduismus und so weiter. Da die Zahl der Menschen auf der Erde explodiert und der pro Kopf verfügbare Platz schrumpft, wird diese Haltung immer gefährlicher.“ (Rede von 1999, in: Religion in der Verantwortung. Gefährdungen des Friedens im Zeitalter der Globalisierung, Berlin 2012, S. 150)

2. Gemeinsamkeit nicht kleinreden, sondern sachlich herausarbeiten
Je länger ich die Überlieferungen studiere, die der Koran mit der Hebräischen Bibel und dem Neuen Testament teilt, desto mehr wird mir die innere Verwandtschaft der drei Religionen bewusst, ohne die Unterschiede zu ignorieren. Machen wir uns klar: Wir Christen teilen mit Muslimen (und Juden) Überlieferungen, die wir mit Angehörigen anderer Religionen nicht teilen. Das ist keine Wertung, sondern eine Feststellung, aus der folgt: Juden, Christen und Muslime bilden eine besondere Glaubensgemeinschaft von Monotheis-ten prophetischen Charakters. Sie teilen Überlieferungen miteinander, die sie mit Hindus und Buddhisten, mit Konfuzianern und Taoisten nicht teilen.  Ei-nem Muslim muss ich als Christ  eben nicht lange erklären, wer  Noach, Ab-raham oder Mose war.  Denn der Koran erzählt von  Nuh, Ibrahim und Musa genauso Einem Muslim muss ich auch nicht erklären, wer Joseph war, denn eine der schönsten Suren des Koran, Sure 12, erzählt seine Geschichte rund um Vater Jakob und seine Brüder: die Geschichte des Yusuf.  Einem Muslim muss ich nicht erklären, wer Hiob, Salomo und David waren, denn Ayub, Su-leiman und Daud  kommen im Koran häufig vor. Buddhisten und Hindus, Konfuzianern und Taoisten müsste ich das erklären. Sie teilen mit uns diese Überllieferungen nicht. Umso stärker könnten Brücken über die Religions-grenzen hinweg geschlagen werden! In der Vergangenheit aber hat das oft genug zu polemischer Abgrenzung und gegenseitiger Verwerfung geführt.  Es ist hohe Zeit, sie für ein Bewusstsein gemeinsamer Verantwortung zu nutzen,  vor allem zu vernetzen gemeinsamen Lernprogrammen bei der Ausbildung von Rabbinern, Pfarrern und Mullahs.  

Ich verweise dabei gerne  auf  Sätze von Papst Benedikt XVI. Er hat bei seinem Besuch in  Ankara am 28. November 2008 gegenüber dem Präsiden-ten des Direktoriums für religiöse Angelegenheiten der Türkei nicht zufällig auf Abraham verwiesen, um die „menschliche und geistige Einheit“ von Christen und Muslimen zu betonen. Wörtlich sagte der Papst:

„Der biblischen Tradition folgend, lehrt das Konzil, dass das gesamte menschliche Geschlecht einen gemeinsamen Ursprung und eine gemeinsame Bestimmung teilt: Gott unseren Schöpfer und das Ziel unserer irdischen Pilgerschaft. Christen und Muslime gehören zur Familie derer, die an den einen Gott glauben und die, entsprechend ihren eigenen Traditionen, ihre Abstammung auf Abraham zurückführen. Diese menschliche und geistige Einheit in unseren Ursprüngen und unserer Bestimmung fordert uns heraus, einen gemeinsamen Weg zu suchen.“

Von Gott her Einheit in den Ursprüngen und Bestimmung sehen und von da-her einen gemeinsamen Weg in die Zukunft finden:  darum geht es in der Tat, wenn Juden, Christen und Muslimen ihre innere Verbundenheit mit ei-nander erkennen lernen.

3. Selbstkritische Arbeit an den eigenen Überlieferungen
Man kann Verführer und Ideologen nicht daran hindern, sich ihr Christentum, Judentum oder ihren Islam zurechtzuzimmern. Wohl aber kann man zu ver-hindern trachten, dass ihr „Fabrikat“ von Religion Allgemeingültigkeit erlangt. Man kann ihren Totalitätsanspruch entzaubern, ihre Monopolisierung bre-chen. Wodurch? Indem Autoritäten in diesen Religionen aufstehen und sich öffentlich äußern: diese Form von Religion fördert nicht das Werk Gottes, sondern das des Teufels. Diese Form von Religion vertritt nicht das, was wir aus unserer großen Tradition und unser verantwortlich ausgelegten Heiligen Schrift vernehmen. Immer hat es in der Geschichte der Religionen ein Rin-gen um die richtige Auslegung gegeben, einen Streit der Meinungen und In-teressen. Ohne sie wäre weder die Botschaft Franz von Assisis denkbar noch die Reformation, ohne sie in der Welt des Islam nicht Phänomene wie Mystik oder Philosophie. Immer wieder sind Menschen in den Religionen aufgestanden und haben verurteilt, was sie an Missbrauch ihrer Religion wahrgenommen haben: prophetischer Protest gegen Hass, Gewalt, Mord und Terror im Namen Gottes. Wer das propagiert, tut das Werk des Teufels, des Widersacher Gottes. Nicht möglich ist eine rationale Widerlegung be-stimmter Bilder einer Religion, wohl aber prophetischer Protest auf der Grundlage der Kernbotschaft, wie sie durch verantwortliche Auslegung erho-ben wird. Nicht jede radikale Splittergruppe kann sich ihren Islam auf eigene Faust konstruieren und im Namen „des Islam“ sprechen wollen.

Ich erinnere schließlich an eine für Deutschland noch gewöhnungsbedürftige Szene. Nach dem Pariser Attentat im Januar 2015 demonstrierten vor dem Brandenburger Tor in Berlin Vertreter des Judentums, des Christentums und des Islam gemeinsam  gegen den Terror im Namen Gottes. Zugleich hatten sie nicht zufällig in der BILD-Zeitung ein Manifest unter dem Titel „Im Namen Gottes darf nicht getötet werden „veröffentlichen lassen. Es hat den Wort-laut:

„Im Namen von Millionen Christen, Moslems und Juden in Deutschland verurteilen wir den Terrorangriff von Paris und trauern um die Opfer.

Die Morde sind ein Angriff auf die Freiheit des Denkens, des Glaubens und unserer gemeinsamen Werte von Toleranz und Nächstenliebe, den wir zutiefst verabscheuen.

Im Namen Gottes darf nicht getötet werden!

Bibel, Thora und Koran sind Bücher der Liebe, nicht des Hasses. Jeder Christ, Jude und Moslem sollte am heutigen Freitag in der Moschee, am Sabbat in der Synagoge und am Sonntag in seiner Kirche für die Opfer von Paris beten.

Für Verständigung, Frieden und Freiheit.

Wir verurteilen jede Form von Gewalt im Namen der Religionen. Wir kämpfen für Toleranz gegenüber Andersgläubigen und auch gegenüber jenen, die unseren Glauben an Gott nicht teilen.

Wir werden auch nicht dulden, wenn angesichts der schrecklichen Taten in Paris Hass gegen Anhänger einer Religion geschürt wird, die für den Terror missbraucht wird und wurde.

Hass ist keine Antwort auf Hass. Und Intoleranz keine Antwort auf Intole-ranz.

Nur gemeinsam können wir unsere Werte und unseren Glauben gegen radikalisierte Minderheiten schützen.

Christen, Juden und Moslems vereint der Glaube an die Nächstenliebe, an unsere Verantwortung vor Gott und an die Verständigung zwischen allen Menschen.

Wir werden nicht zulassen, dass Fanatismus, Terror und Gewalt diese gemeinsamen Werte zerstören.

All diesen Initiativen und Stellungnahmen ist gemeinsam, dass hier Men-schen in ihren jeweiligen Glaubensgemeinschaften sich dagegen wehren, dass ihre Auffassung vom Zentrum ihrer Religion zu Verbrechen benutzt werden. Doch sie wären noch glaubwürdiger, wenn sie selbstkritischer mit ihren eigenen Heiligen Schriften umgingen. Sätze wie „Bibel, Thora und Ko-ran“ sind Bücher der Liebe, nicht des Hasses“, sind in dieser Pauschalität falsch. Es gibt in Bibel und Koran Stellen, Passagen aus der Urgeschichte der Religionen, die Gewalt, Krieg und Hass gerechtfertigt haben und als Grundlage  für heutige Praktiken benutzt werden. Hier müssen die jeweiligen Gläubigen in wechselseitigen Bildungsanstrengungen geschult werden, wie man ohne alle Schönfärberei und Ausblendung von Unbequemem die Heili-gen Schriften so auslegt, dass sie in ihrer zentralen Botschaft in der Tat  zu Büchern der Liebe und nicht des Hasses werden. Das ist die entscheidende Aufgabe: Konkret zeigen, wie die existierenden Gewaltaussagen in den Hei-ligen Schriften von der Kernbotschaft her verstanden werden müssen und nicht umgekehrt, die Gewaltaussagen zum Kern machen. Das setzt einen kundigen Umgang mit den Heiligen Schriften voraus. Eine  1:1 Übertragung bestimmter Stellen durch eine selbsternannte Gruppe ins Heute ist nicht nur verantwortungslos, sie kann tödliche Folgen haben.  Selbstkritik ist ein ent-scheidender Weg zum Frieden. Dann kann man auch glaubwürdig wechsel-seitig öffentliche Zeichen des Friedens setzen.

4. Gemeinsam Zeichen des Friedens setzen:  Friedensgebete
Nähmen sich Juden, Christen und Muslime dieser Aufgabe in Zukunft ent-schlossen an, sähe unsere Welt anders aus. Abrahamisches Gottvertrauen und abrahamische Gastfreundschaft würden triumphieren und nicht Spaltung durch religiösen Fanatismus oder der Zynismus einer religiös verbrämten Gewalt, die gnadenlos Unschuldige mit in den Tod reißt.  

Jemand, der den religionsübergreifenden Dialog nicht nur fordert, sondern fördert, ist Papst Franziskus, der seit dem 13. März 2013 auf dem Stuhle Petri sitzt. Ein Mann, der sich so leidenschaftlich wie sein Namenspatron für den Frieden in der Welt einsetzt, allen Rückschlägen, Niederlagen und Katastrophen zum Trotz. Wer an Pfingstsonntag 2014 die Bilder aus den vatikanischen Gärten gesehen hat, weiß, wovon ich spreche. Auf Einladung von Papst Franziskus kommen  die damaligen Staatspräsidenten Israels und Palästinas, Schimon Perez und Mahmud Abbas,  zusammen. Sie haben ihre Religionsführer mitgebracht und drückten im Gebet vor Gott  am selben Ort und „auf Augenhöhe“ ihre Sehnsucht nach Frieden aus. Sicher, man  kann auch hier wieder das ganze „Event“ als Alibiveranstaltung abtun und in den Chor der Zyniker einstimmen:  fromme Worte,  keine Taten. Das ist billig. Die Zeichen selber, durch die Medien in alle Welt ausgestrahlt, haben einen Wert in sich. Daran glaube ich. Man darf das Feld nicht den dämonischen Verfüh-rern und nicht den Predigern des Hasses und der Gewalt überlassen.

Welch eine Szene denn auch: Rabbiner auf vatikanischem Boden, die in hebräischer Sprache  vier Psalmen in den römischen Himmel schicken? Wann hätte es das zuvor  gegeben? Mullahs mit ihren offiziellen Talaren und Hüten: Wann hätten Muslime  je im Vatikan offiziell und öffentlich gebetet? Wann sind muslimische Laute je durch die vatikanischen Gärten geklungen?  Gewiss, die dort Versammelten haben kein gemeinsames Gebet gesprochen aus Angst vor Religionsvermischung, aber sie haben gemeinsam für dassel-be Anliegen gebetet.  Auf diese Weise haben sie der Weltöffentlichkeit zu-mindest dies demonstriert: Friedenssehnsucht hat nicht eine Religion allein gepachtet, sie ist gleichermaßen Sache aller.

Auch Papst Franziskus weiß, dass ein Friedensgebet den Nahost-Konflikt nicht über Nacht lösen wird. Dazu sind die Gräben zu tief, Hass und Miss-trauen auf beiden Seiten zu bitter.  Insofern war dieses Treffen ein tollkühner Akt des Schwebens über dem Abgrund der Geschichte, allein aus dem Ver-trauen auf die Kraft des Gebetes. Ausdruck eines Gottvertrauens, das uns exemplarisch wie keine andere Figur unserer Heiligen Schriften, Abraham,  vorgelebt hat. Im Prolog habe ich davon schon gesprochen und skizziert, wie zentral die Figur Abrahams für Juden, Christen und Muslime ist.

Der Papst hat damit das  getan, was seines Amtes ist: Er hat mit Leiden-schaft und Unparteilichkeit - allem Missbrauch der Religionen und allem Ver-sagen der Politik zum Trotz - die spirituellen Potentiale der Religionen noch einmal  in die Waagschale geworfen Den Zynikern auf allen Seiten, die den Hass in die Herzen der Menschen senken, um ihn dann  für ihre Zwecke auszubeuten, hat der Papst den Glauben an die Friedensbereitschaft vieler Menschen in Israel und Palästina entgegen gesetzt. Sie kommt negativ aus einer buchstäblich himmelschreienden Versagens- und Schuldgeschichte der letzten Jahrzehnte auf allen Seiten, der Müdigkeit der Menschen, welche die ewig scheinenden Konflikt leid sind, dem Eingedenken der Tausenden von Toten, der dieser Konflikt zwischen zwei Völkern um ein Land bereits gekos-tet hat.  Und sie kommt positiv aus einem Bewusstsein der Brüderlichkeit, grundgelegt in der Herkunft von Abraham: „Ihre Anwesenheit, meine Herren Präsidenten, ist ein großes Zeichen der Brüderlichkeit, das Sie als Söhne Ab-rahams vollziehen und ein Ausdruck konkreten Vertrauens auf Gott, den Herrn der Geschichte, der heute auf uns schaut als auf Menschen, die ei-nander Brüder sind, und uns auf seine Wege führen möchte.“ (Internet Do-kumentation: Heiliger Vater – Der Heilige Stuhl. Franziskus: Gebete 2014). Jeweils drei Gebete für jede Religion - ein Dankgebet, ein Bitte um Verge-bung und dann die Bitte um Frieden. „Schlichter hätte das alles kaum ge-schehen können - ergreifender auch kaum“, kommentiert die Süddeutsche Zeitung  am 10.6.2014. „Es sind Bilder entstanden, die das Scheitern der Po-litik, Verständigung zu finden, noch schwerer hinnehmbar machen.“

Die Berufung dieses Papstes auf Abraham kommt nicht von ungefähr. Weni-ge Wochen vor dem Gebetstreffen in den vatikanischen Gärten war der Papst nach Jerusalem gereist und hatte am 26. Mai 2014 dem Großmufti der Stadt einen Besuch abgestattet. Er sei als „Pilger“ gekommen, sagt Franziskus in seiner Ansprache bei diesem Besuch, als Pilger nach dem Vorbild Abrahams, der „als Pilger in diesem Land“ gelebt habe. Wörtlich: „Moslems, Christen und Juden erkennen in Abraham – wenn auch auf unterschiedliche Weise – einen Vater im Glauben und ein grosses Vorbild, das man nachahmen sollte. Er wurde Pilger, verliess sein Volk und sein Vaterhaus, um jenes geistliche Abenteuer einzugehen, zu dem Gott ihn rief“ (Internet Dokumentation: „Heilige Vater – Der Heilige Stuhl. Papstreisen  2014 ausserhalb Italiens“).

Stichwort: „geistliches Abenteuer“! Kinder Abrahams zu sein, ist folglich kein frommes Etikett, keine beliebige Phase, sondern eine konkrete Selbstver-pflichtung.  Praktische Projekte und lernintensive Institutionen sind wichtig, bleiben aber nur dann keine flüchtigen Erscheinungen, wenn das Engage-ment der Menschen tief in den Herzen und Gewissen der Menschen  veran-kert ist. Vielerfahrene wissen: Wer sich mittel- und langfristig für eine Ver-ständigung von Menschen verschiedener Religionen einsetzt, wird früher oder später mit der Frage konfrontiert: Wie durchhalten, wenn man sieht, wie anstrengend die Arbeit ist, wie klein oft der Erfolg, wie vergeblich die Mühe. Was lässt einen  nicht zynisch abwinken, wenn man erlebt, wie oft mit Religion Schindluder getrieben wird: Menschenrechte verletzt, Frauen diskriminiert, Indoktrination betrieben, Mord gerechtfertigt?
Wer sich Abraham zum Vorbild nimmt, wird in der Tat in ein „geistliches Abenteuer“ verwickelt, wie Papst Franziskus formuliert hat. Will sagen:  Der/die lernt, was erprobtes Gottvertrauen ist: Ein trotz aller Zweifel, Müdig-keit, Skepsis und Resignationsversuchung durchgehaltener Glaube, eine „docta spes“, wie der Philosoph Ernst Bloch sie genannt hat, eine realisti-sche, um das Scheitern wissende Hoffnung. Schon Abraham, wie uns das Buch Genesis in den Kap. 12- 22 erzählt,  brauchte im Warten auf die Erfül-lung der Verheissungen Gottes einen langen Atem. Ein anderes Wort für ge-prüftes Gottvertrauen. Leere Hände sind auch heute oft das Resultat müh-samer Arbeit. Aber diese leeren Hände sind Abraham-Hände. Immer wieder hatte er Verheissungen bekommen, sah aber keine Resultate. Immer wieder Zusagen durch Gott. Aber die Wirklichkeit?  „Gegen alle Hoffnung hat er voll Hoffnung geglaubt“, wird später der Völkerapostel Paulus Abraham interpre-tieren und ihn „stark im Glauben“ nennen (Rö 4, 18.20).√ Paulus hatte begriffen, was es für einen Menschen bedeutet,  trotz allem daran festzu-halten, „dass Gott die Macht besitzt, zu tun, was er verheissen hat“ (Rö 4, 21f.).√
Einem großen jüdischen Denker unserer Zeit, Emanuel Levinas (1906-1995), verdanke ich einen sehr erhellenden Vergleich. Er hat einmal – wie nebenbei - zwei Figuren der abendländisch-biblischen Tradition miteinander kontras-tiert, die zwei ganz unterschiedliche Lebensbewegungen repräsentieren: Odysseus und Abraham (Die Spur des Anderen, 1983, 209 – 235).  Unter-schiedlicher könnten sie in der Tat kaum sein.

Odysseus?  Er ist ein Held, dessen dramatische Geschichte durch den grie-chischen Dichter Homer überliefert und besungen ist. Sieger vor Troja, der großen Küsten- Stadt in Kleinasien, welche die Griechen viele Jahre belagert und schließlich erobert hatten. Nach dem Fall Trojas hatte Odysseus zu gro-ßen Fahrten aufbrechen müssen. Abenteuer auf Abenteuer folgen. Eine lan-ge Reise, bis dieser Mann heimkehren kann. Damit steht Odysseus in der abendländischen Tradition für eine Lebensbewegung von der Fremde zurück in die Heimat.  Nie hatte dieser Mann die Sehnsucht aufgegeben, zurückzu-kehren nach Ithaka, seine Geburtsinsel, nach Penelope, seiner treuen Frau, nach Telemachos, dem geliebten Sohn. Seine Fahrten? Sie führen ihn trotz aller Ab- und Umwege letztlich dorthin, wo er herkommt, sind getrieben vom Willen zur Rückkehr ins Heimatliche. Seine Lebensbahn? Eine Kreis-Bewegung. Das Schicksal des Odysseus ist damit Ausdruck einer Sehnsucht in vielen Menschen, heimzukehren, wo man herkam, zurückzufinden dorthin, wo alles den Ausgang nahm. Kurz: Des Odysseus' Geschichte beschwört das Zurück, die Ein- und Heimkehr ins Vertraute, Sichere, Geborgene.

Die biblische Tradition dagegen kennt  eine Figur, die eine andere Lebens-bewegung verkörpert: Abraham.  „Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich Dir zeigen werde. Und Abraham zog ...“ (Gen 12,1-4a). So lautet schon der allererste Satz der biblischen Abraham-Geschichte. Sie erzählt von einem Mann, der „für immer sein Vaterland verlässt, um nach einem noch unbekannten Land aufzubrechen und der seinem Knecht gebietet, selbst seinen Sohn nicht zu diesem Ausgangspunkt zurückzuführen“ (E. Levinas, ebd., 215f.)√ In der Tat: Zwar will Abraham, lesen wir in Gen 24, für seinen Sohn Isaak eine Frau aus seiner Heimat holen lassen, aber seinem Grossknecht, der diesen Auftrag ausführt, verbietet er ausdrücklich, Isaak „in das Land zurückzubringen“, aus dem er selber ausgewandert war. Gott habe ihn ja nicht zufällig „weggeholt aus dem Haus meines Vaters und aus meinem Heimatland“, hören wir Abraham sagen (Gen 24, 7)√. Dabei bleibt es. Zurück will er nicht. Entsprechend hat dieser Mann ganz anders als Odysseus keine Sehnsucht nach Rückkehr ins Selbe und Vertraute. Seine Lebensbewegung ist und bleibt ein Aufbruch nach vorn, ins Offene. Ein Aufbruch auf Gottes Anruf hin. Gewiss: Abraham lebt diese seine Wanderexistenz schon als Besitzer großer Herden. Er lebt eine nomadische Existenz. Aber die Tora Israels macht diese seine Lebensform zum Grundsymbol für Gott-Vertrauen schlechthin. Gott holt ihn heraus aus seiner Heimat, seiner Familie, wörtlich aus „Verwandtschaft“ und „Vaterhaus“. Aus dem Vertrautesten und Sichersten also, was Menschen zu besitzen meinen. Aber – mit einem Versprechen auf Zukunft: „Großes Volk“, „Namen groß“, „Segen für alle Geschlechter“. Steht Odysseus’ Weg für die Suche nach Rückkehr ins Verlassene von einst, so Abrahams Weg für das Riskante im Vertrauen auf die Zukunft, die kommt.

Mehr noch:  Wer sich Abraham verpflichtet weiß, weiß sich einer Praxis der Gastfreundschaft verpflichtet. Man lässt etwas spüren vom  dem Geist  der  Freundschaft, der einem aus den Abraham-Überlieferungen entgegentritt: Abrahams Freundschaft zu Gott und Abrahams Freundschaft gegenüber Fremden. Wir registrieren:  Abraham wird in den Heiligen Schriften von Ju-den, Christen und Muslimen „Freund Gottes“ genannt: im Buch des Prophe-ten Jesaja (41,8), im Brief des Jakobus (2,23)  im Koran  (Sure 4,125). Die Bezeugung ist eindrucksvoll: Der Koran erklärt, Gott habe sich „Abraham zum Freund genommen“, weil er ein aus innerstem Wesen Glaubender ge-wesen sei (Sure 4,125). Im Jakobusbrief ähnlich: „Abraham glaubte Gott und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet, und er wurde Freund Gottes.“ (Jak 2,23) In der Hebräischen Bibel redet Gott direkt durch den Mund des Propheten Israel an: „Du, mein Knecht Israel, du Jakob, den ich erwählte, Nachkomme meines Freundes Abraham“.(Jes 41,8).

Nicht zufällig ist denn auch die Gastfreundschaft im Zeichen Abrahams in all diesen Traditionen bis heute stark verwurzelt. Das ist das Gegenteil von Fremdenfurcht und Abgrenzungsdenken. Der je Andere hat einen Ort bei mir: aus welcher Kultur oder Religion auch immer. Wer Gastlichkeit anbietet, will nicht beherrschen und nicht missionieren. Der Gast ist ja auch der Mensch auf dem Weg. Er kommt und geht. Homo viator. Einem Gast gegen-über hat man keine Profil- und Identitätsprobleme. Man schätzt den Anderen als Mitgeschöpf um seiner selber willen. Die Hebräische Bibel liefert das Urmodell dazu und zwar mit der Szene, in der Abraham und seine Frau Sara „bei den Eichen von Mamre“ Gott in Gestalt von „drei Männern“, Engeln,  empfangen und bewirteten. (Gen 18,1-22).  Im Koran gibt es zu dieser Szene eine Parallele  und zwar in den Suren 51,24-37 und 11,69-76.   Im Neuen Testament ist diese Überlieferung durch den Hebräerbrief aufgenommen und in dem Appell zugespitzt: „Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt“ (Hebr 13, 2).

 “Auf dem Weg sein” vor dem unverfügbaren Gott. Das kommt uns in der Tat aus den drei Abraham - Überlieferung von Judentum, Christentum und Islam entgegen. Ich nenne das abrahamische Spiritualität. Gemeint ist eine bes-timmte spirituelle Grundhaltung aus dem Wissen um das Risiko des Gottver-trauens. Dazu gehört die Bereitschaft, unter Umständen aufbrechen zu kön-nen ohne alle Sicherheiten und Versicherungen, weil man sich von Gott auf einen Weg gerufen sieht. „Auf Grund des Glaubens“, heißt es denn auch nicht zufällig im Brief an die Hebräer,  „gehorchte Abraham dem Ruf, weg-zuziehen in ein Land, das er zum Erbe erhalten sollte; und er zog weg, ohne zu wissen, wohin er kommen würde.“ (Hebr 12,8). Der Koran (Sure 19, 41-50) kennt ebenso wie die Hebräische Bibel (Jos 24,1-3) den Bruch Abrahams mit den vertrauten religiösen Praktiken seines Vaterhauses. Kämpferisch macht er sich davon frei (Sure 19, 41-48). Löst sich um Gottes willen von vertrauten Bindungen, geht seinen eignen Weg.

Woraus folgt: Wer dem Vorbild Abraham folgt, muss unter Umständen bereit sein,  loszulassen, was einem vertraut ist und preiszugeben, was zu festen Besitzständen zu gehören scheint.  Alles Irdische und Menschengemachte in Synagoge, Kirche und Umma muss man  immer wieder auch relativieren können zugunsten des je größeren Gottes. Das ist gemeint, wenn ich von abrahamischer Spiritualität spreche. Sie bezeichnet die Kraft, sich gemein-sam auf einen Weg zu machen, aus welcher religiösen Tradition auch immer. Die Quelle dieser Kraft sind Menschen nicht selber. Sie leben von einer En-ergie, die ihnen geschenkt ist. Man muss sich  ihr öffnen, damit sie wirken kann. Öffnen bedeutet Aufbrüche wagen, einen neuen Weg suchen. Und dieser Weg führt in die Tiefe des Ursprungs, dem sich Juden, Christen und Muslime verdanken: Gott selbst als das unaussprechliche Geheimnis  menschlicher Existenz.  Man bleibt ein Fremder und ein Gast auf Erden (Hebr. 12, 13), ein homo viator, weil diese Erde die Heimat nicht ist und eine bessere Heimat die Glaubenden noch erwartet,  seien sie Juden, Christen oder Muslime.

Ganz praktisch  folgt daraus:  Ein dem Geist Abrahams Verpflichteter hört auf, allein die Interessen seiner eigenen Nation oder Religion zu vertreten, hört auf, ein Religionslobbyist zu sein. Das unterscheidet einen Religions-funktionär von einem Abraham-Gläubigen. Wer sich an Abraham orientiert, hat das Wohl aller Glaubenden im Blick. Der spürt und praktiziert Verantwor-tung auch den je anderen gegenüber, ist solidarisch, wenn eine Religion verunglimpft oder gar geschändet wird, wenn Angehörige einer Religion diskriminiert oder gar bedroht werden, Objekte von kalter Ablehnung oder heißen Hasstiraden werden. Und wir leben in Zeiten, in denen nach wie vor Judenfriedhöfe geschändet oder Juden öffentlich angefeindet, Christen-kirchen angezündet und Christen verfolgt,  Korane mit Verbots- und Ver-brennungsdrohungen überzogen und Muslime pauschal als Gewalttäter verunglimpft  werden.

In Summa: Glaubwürdigkeit erlangen die Religionen, wenn ihre Vertreter wechselseitig Zeichen des Friedens und des Vertrauens setzen. Faktisch  aber leben wir in unseren Gesellschaften, religiös oder nicht religiös, noch weitgehend mit dem Rücken zu den Anderen. Mit Tunnelblick nur für das Ei-gene. Mit heruntergeklapptem Visier, das uns daran hindert, die Gegenwart des Andersglaubenden vor allem positiv als Anders-Glaubenden wahrzu-nehmen.  Wie aber lernt man den Reichtum des je Anderen besser kennen als beispielsweise durch seine Ur-Kunden, seine Heiligen Schriften, seine Feste und Feiern? Was Christen von anderen erwarten, erwarten diese von ihnen.  Doch gerade in elementaren Wissensbereichen ist das Nichtwissen auf allen Seiten eklatant. Auch die Ignoranz gegenüber der Fest- und Feier-kultur der Anderen. Was feiern Juden, wenn sie Sukkot feiern oder Jom Kip-pur, was Muslime, wenn sie das Opferfest begehen, was Hindus am Divali-Fest, Ihrem Weihnachten vergleichbaren Lichterfest, was Buddhisten an Vesakh, ihrem höchsten Feiertag: dem Fest zur Geburt, zur Erleuchtung (Nirvana) und Verlöschen (Parinirvana) des Buddha Gautamas? Nur wenn die Gläubigen in den Religionen, in erster Linie ihre Vertreter, zu einer Kultur wechselseitiger Achtsamkeit kommen, werden sie im Zeitalter der Globalisie-rung glaubwürdig: das heißt Einstellungsänderungen bei den Menschen be-wirken und das zerrüttete Vertrauen wiederherstellen.
Kurz: Was wir brauchen auch im Raum der Religionen ist ein Paradigmen-wechsel: vom konfrontativen oder ignorierenden hin zu einem vernetzten Denken. Vom Gegeneinander und Ohneeinander zu einem Miteinander ohne alle Verwischung und Vermischung. Von einer Unkultur ständiger Abgren-zung oder gleichgültigen Nebeneinanders zu einer Kultur der Achtsamkeit für die Präsenz des je Andersglaubenden neben mir und vor Gott. Und aus einer Kultur der Achtsamkeit folgt eine Praxis wechselseitiger Partizipation und Gastfreundschaft. Eine Kultur des Vertrauens.
Bei einem der größten  jüdischen Denker des 20. Jahrhunderts, Abraham Joshua Heschel, habe ich ein Wort  gefunden, das mir zum Leitwort meiner Arbeit geworden ist: „Keine Religion ist eine Insel. Wir alle sind miteinander verbunden. Verrat am Geist auf Seiten eines von uns berührt den Glauben aller. Ansichten einer Gemeinde haben Folgen für andere Gemeinden. Reli-giöser Isolationismus ist heute eine Illusion.“ Ist dem noch etwas hinzuzufü-gen? Ich glaube nicht. Nur das eine noch: Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerk-samkeit!

 

© Karl-Josef Kuschel

 

 

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Freitag, 29. September 2017, 18:30- Uhr

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Sonntag, 15. Oktober 2017, 17:00- Uhr

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Freitag, 10. November 2017, 18:30- Uhr

Auf der Schwelle - Kirche und Kunst begegnen sich

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