Schorndorfer Nachrichten, 27.4.2019. Großbrand in Notre Dame wirft die Frage nach der Sicherheit auf / Wolfmaier besorgt, Lämmle sieht keinen Grund zur Panik

Schorndorf. „Als ich die Bilder aus Paris sah, da musste ich sofort an die Stadtkirche denken“, sagt Christof Wolfmaier. Der Vorsitzende des Kirchbauvereins befürchtet, dass bei einem kleinen Feuer im Dachstuhl schnell die ganze Kirche brennen könnte. Peter Lämmle, der Abteilungskommandant der Feuerwehr, hingegen erklärt, es gebe keinen Grund zur Panik. Die Kirche ist mit Rauchwarnmeldern ausgestattet.

Die Polizei in Paris geht davon aus, dass das Feuer von Notre-Dame im Dachstuhl der Kathedrale begann. Da die komplette Dachkonstruktion aus Holz bestand, breitete sich das Feuer schnell aus. Auch wenn die Stadtkirche nicht im Ansatz mit Notre-Dame vergleichbar ist, musste Christof Wolfmaier, der Vorsitzende des Kirchbauvereins bei den Nachrichten und Bildern aus Paris sofort an die Stadtkirche denken, denn auch hier besteht die Konstruktion zu weiten Teilen aus Holz. „Bei einem Brand im Dachstuhl würde schnell das komplette Kirchenschiff brennen“, fürchtet er. Wer vor der Kirche steht, sieht zwar vor allem Sandstein, doch die Konstruktion sei aus Holz, erklärt er. „Auch mit einem Übergreifen der Flammen in den Turm müsste man rechnen“, ergänzt Christof Wolfmaier. Die Balken seien alle miteinander verschachtelt und es gäbe keine Barriere für das Feuer.

Beim Sammeln von Spenden für die Sanierung sei er immer wieder überrascht von der großen Spendenbereitschaft, die von der Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger zu dem Gebäude zeugt, meint Wolfmaier.

„Ein Brand wäre auch bei uns eine Katastrophe“, sagt er.

In Paris hat neben dem trockenen Holz auch starker Wind dafür gesorgt, dass sich die Flammen massiv ausbreiten konnten. Ein anderer Faktor soll das verbaute Blei gewesen sein, das mit dem Feuer eine fatale Mischung ergeben hat. Das geschmolzene Blei kam ins Fließen und entzündete weitere Teile des Dachstuhls. In Schorndorf wie bei den meisten anderen Kirchen in der Umgebung ist hingegen kaum Blei verbaut, erklärt Daniel Ulmer vom Architekturbüro Treide, das sich auf alte Kirchen spezialisiert hat und mit der Stadtkirchensanierung betraut ist. Die Stadtkirche sei mit Ziegeln aus Ton belegt, die im Brandfall mehr Sicherheit böten als ein Bleidach.
Andere Gebäude stärker gefährdet

Neben dem Architekten gibt auch der Abteilungskommandant der Schorndorfer Feuerwehr, Peter Lämmle, Entwarnung. „Es gibt keinen Grund zur Panik“, sagt er. Jahrhunderte habe die Kirche ohne Feuer überstanden. Grundsätzlich seien andere Gebäude stärker gefährdet, etwa Wohnhäuser oder Unternehmen, da sie stärker genutzt würden und höher frequentiert seien. Für den Fall der Fälle ist man aber offenbar gut vorbereitet. Seit zwei Jahren sind in der Kirche mehrere spezielle Rauchwarnmelder installiert. Im Vergleich zum normalen Brandmelder im Haushalt fangen die Geräte nicht zu piepen an, sondern informieren eine Sicherheitsfirma. Falls es aber wirklich zu einem Brand kommen sollte, so habe man etwa eine Drehleiter, die lang genug für die Stadtkirche sei.

Architekt Ulmer erklärt, dass Brände in Kirchen zu jeweils einem Drittel auf alte Elektronik, Kerzen und Umbaumaßnahmen zurückgehen. In Notre-Dame war vermutlich Letzteres Auslöser für den katastrophalen Brand. Deshalb gelte es, auf diesen Baustellen darauf zu achten, dass abends die Sicherheitskästen ausgeschaltet werden, das Rauchverbot eingehalten wird und im Dachraum keine brennbaren Gegenstände gelagert werden, erklärt der Architekt.

Auch in Schorndorf sind in den nächsten Jahren Arbeiten an der Kirche geplant, der Dachstuhl muss grundlegend saniert werden. Die Statik der hölzernen Konstruktion ist aus dem Gleichgewicht geraten. Dafür sammelt der Kirchbauverein seit Jahren Geld. Christof Wolfmaier, der Vereinsvorsitzende, hofft, dass im nächsten Jahr die Arbeiten beginnen können. In diesem Jahr verzichte man wegen der Gartenschau darauf, kein Gerüst soll den Blick auf die Kirche versperren.

Die Stadtkirche wurde 1477 erbaut. Allerdings musste sie nach dem Stadtbrand von Schorndorf 1634 wieder neu aufgebaut werden. Damals wurde sie fast komplett zerstört.

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: B. Büttner

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