Leuchtende Orte der Begegnung

In der „Nacht der offenen Kirchen“ hat ein vielfältiges Musik-, Tanz- und Filmprogramm die Besucher angelockt


Schorndorf. Kirchen, die am Sonntag mit Abstand den größten Zulauf haben, als Orte der Begegnung an einem Samstagabend zu öffnen, dieser Idee zur Gartenschau sind im ganzen Remstal 53 Gemeinden gefolgt. Und so läuteten um 20.19 Uhr auch in Schorndorf die Glocken minutenlang zur „Nacht der offenen Kirchen“ ein Programm mit Musik, Tanz, Film und vielfältigen Gesprächen ein.

Kirche als Ort der Begegnung erleben, das ist für Pfarrerin Dorothee Eisrich nicht nur ein Gartenschau-Projekt, sondern Teil der von ihr immer wieder propagierten „offenen Bürgerkirche“. Und so flackert auf dem Kirchplatz auch nicht nur ein einladendes Feuerchen in einer Schale, die ganze Stadtkirche leuchtet auf – bei geöffneten Türen. Mit dem Glockengeläut um 20.19 Uhr beginnt die von Jonas von Stockhausen ersonnene Projektion, mit der er an die Südfassade Segmente des Jedermann-Fensters wirft, das seine Mutter Ada Isensee vor 13 Jahren im Auftrag der evangelischen Spielgruppe für die Stadtkirche geschaffen hat.

Für Dorothee Eisrich beginnt damit „außen zu leuchten, was innen als Kostbarkeit erlebt wird“. Und tatsächlich war die Stadtkirche so noch nie zu sehen. Ein besonderes Erlebnis ist das Spektakel auch für Ada Isensee, die mit ihrer Familie an diesem Samstagabend aus Buoch zur Stadtkirche gekommen ist – und mit Spannung betrachtet, „wie die Details zu einem eigenen Bild“ werden“. Es sind die „heiligen Momente im Alltag“, auf die die Kirchengemeinde in dieser „Nacht der offenen Kirchen“ aufmerksam machen möchte. Und so gibt es schon im Freien an einem Stehtisch Wunderkerzen, die mit ihrem Funkenregen zeigen sollen, dass diese Momente schon in Kleinigkeiten, in einem einzigen Satz oder einem Gedanken zum Ausdruck kommen können.

Und wer durch die Tür tritt, erlebt in der Stadtkirche einen Ort der Begegnung: In der ersten Reihe und in der Marienkapelle laden Gartenschau-Liegestühle zum Platznehmen ein. Hinter einer Bar schenken Dekanin Dr. Juliane Baur und Pfarrer Steffen Kläger-Lißmann Cocktails aus. Die starren Bankreihen werden mit Tisch-Brettern zu kommunikativen Sitzecken. Und spätestens als das Stuttgarter Ensemble „Asamblea Mediterranea“ den Kirchenraum mit den berührenden Melodien sephardischer Musik erfüllt, ist Verbundenheit da.
Bedächtig-ruhig: Biblische Tänze um den Altar und im Mittelgang

2017, im Reformationsjahr, haben die evangelischen Kirchen in Württemberg schon einmal mit einer „Nacht der Freiheit“ eine solche Offenheit demonstriert. Für die katholische Kirchengemeinde ist’s eine Premiere: Und mag auf den Bierbänken, an den Stehtischen und rund um die Feuerschalen bei herbstlichen Temperaturen auf dem Kirchplatz kaum etwas los sein, in der Heilig-Geist-Kirche ist Begegnung: Bei den biblischen Tänzen, die in der Kirchengemeinde immer beliebter werden, folgen drei Dutzend Frauen den einfachen Schrittfolgen, die Maria Barth ansagt. Zur bedächtig-ruhigen Musik, die den Kirchenraum erfüllt, tanzen sie um den Altar und in einer langen Reihe im Mittelgang. Im Anschluss werden – mit dem Chortissimo-Chor – gemeinsame Lieder angestimmt. Und wer dann einfach nur lauschen möchte, kann dies zum Abschluss beim Kurz-Konzert tun, das Ulrich Klemm an der Orgel gibt.

Sehr ruhig ist die „Nacht der offenen Kirche“ auch bei der Christlichen Wissenschaft an der Uhlandstraße. Obwohl nicht Teil des offiziellen Programms, hat der vor fast 100 Jahren nach „aufsehenden Heilungen“ in Schorndorf gegründete Verein seine Kirchentür trotzdem geöffnet – für Neugierige, die mit dieser Gemeinde sonst nichts anzufangen wissen. Im Kirchenraum gibt es – mit Musik und an die Wand projizierten Gedankenanstößen – einen Ort der Ruhe. Und im Eingangsbereich einen Ort der Begegnung: Hier stehen Michael Ulmer als Erster Vorsitzender und Irene Gaiser als seine Stellvertreterin bereit für Fragen zur „Ersten Kirche Christi“, die sich auf die christliche Heilkraft beruft.

Umso voller ist die Versöhnungskirche, die zur „Nacht der offenen Kirchen“ von außen in lila Licht erstrahlt: Der CVJM-Gospelchor „Chocolate“, der seit vergangenem Jahr im Kirchenraum probt, hat nicht nur viele Fans angelockt, Pfarrer Thomas Fuchsloch kann im Publikum auch einige ältere Gemeindemitglieder entdecken, die sich vom energiegeladenen Auftritt der 45 Sängerinnen und Sänger mitreißen lassen. Für Wohnzimmer-Atmosphäre – und Gelegenheit zum Gespräch auf den weißen Lounge-Möbeln – sorgen im Anschluss „Tripack“ aus dem Ostalbkreis: Die kleinste Big Band der Welt, wie sie im Programm angekündigt wird, lädt mit Tango, Bossa, Pop und Jazz zum Mitschnippen ein. Mit diesem Programm, von Nathaniel Fuchsloch organisiert, will sich die Versöhnungskirche „als musikalischer Ort“ präsentieren.

Zur „Nacht der offenen Kirche“ haben nicht zuletzt auch die evangelisch-methodistische und die neuapostolische Kirche ihre Türen weit geöffnet und zur Begegnung geladen. Und die Pauluskirche in der Nordstadt widmet sich nach dem Glockenläuten der Bewahrung der Schöpfung – und zeigt in einer Filmnacht erst den Dokumentarfilm „Käfer, Hummel, Schmetterling – sterben die Insekten?“ und dann den Spielfilm „El Olivo – der Olivenbaum“.

©️ Schondorfer Nachrichten; Foto: Gabriel Habermann

 

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Sonntag, 24. November 2019, 17:00- Uhr

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