Schorndorfer Nachrichten, 19.03.2019:  Beim Skytalk sprach Pfarrer Steffen Kläger-Lißmann mit dem Esslinger Diakon und Rapper Philip Obrigewitsch

Schorndorf. Über „Gott, Gewalt und gute Tropfen“ wollte Pfarrer Steffen Kläger-Lißmann beim Skytalk in der „Taos-Bar“ mit seinem Gast sprechen. Und Philip Obrigewitsch, Diakon und zugleich Rapper aus Esslingen, ließ sich nicht lange bitten. Ein packender Erzähler, für den Gewalt in seiner Biografie zum Alltag gehörte, der dann aber bei einem Lehrgang zum Pfadfinder-Leiter endlich seine Begegnung mit Gott hatte.

Philip Obrigewitsch, mit Tätowierungen auch da, wie er sagte, „wo man sie nicht sieht“, ist erstens kein Kind von Traurigkeit und er nahm beim neuesten von der evangelischen Stadtkirchengemeinde veranstalteten Skytalk auch kein Blatt vor den Mund: „Ich bin gespalten mit euch Christen“, bekannte der Diakon, sich an seine frühen CVJM-Erfahrungen erinnernd, „ich erkenne euren Wert als Menschen, aber ihr seid gleichzeitig so langweilig!“

Gegen christliche Weltverneinung den Genuss der Welt setzen

Immer drehten sich die Gespräche um das, was man nicht darf. Dagegen regte sich bei dem jungen Obrigewitsch Widerstand. „Ich will nicht zu Leuten gehören, die nichts dürfen.“ Dieser in der christlichen Tradition tief sitzenden Weltverneinung setzt der Diakon und Musiker einen gewissen Epikureismus der Lebensfreude entgegen. Um „die Schönheit dieser Welt, die Gott mir zur Verfügung gestellt hat, auch zu genießen“. Und so hat sich zum Thema „gute Tropfen“ – der bekennende Vegetarier eine „kleine Rumsammlung“ zugelegt und genießt seine kleinen Auszeiten gerne mit einer Zigarre und einem guten Glas Wein.

Sehr direkt und unverblümt ist und war immer auch das Verhältnis zu seinem Schöpfer. „Mit Gott habe ich laut im Auto gestritten. Du quälst mich seit zig Jahren mit dem Du-sollst-deinen-Vater-Lieben.“ Hintergrund ist sein lange Jahre schwieriges Verhältnis zum Vater, einem US-amerikanischen Ex-GI, der in Vietnam war und die Gewalt mit in seine Familie gebracht hatte. Angst und Hass prägten lange das Verhältnis des Sohnes zum Vater.

Berührend war dann die Geschichte der Annäherung, die Philip Obrigewitsch erzählte. Zuerst aber das große Hadern mit Gott: „Um jemand zu vergeben, muss man ihn lieben. Danke, lieber Gott, jetzt ist es ja doppelt beschissen.“ Vergib und liebe schien ihm ein bisschen viel verlangt. Aber er begann zu lernen. Er entdeckte „Stück für Stück, dass mein Vater auch gute Seiten hat. So konnte ich ihm seine Würde wiedergeben, und es war möglich, ihm zu vergeben“.

„Du singst viel über Schmerz, Leid und Kampf“, forschte Steffen Kläger-Lißmann. Und ein Kampf war wohl auch Philips Weg zu Gott, der zu einem Weichwerden, einer (Er-)Lösung durch Weinen führte. Das geschah auf einem Lehrgang bei den Pfadfindern. Auf der Schulung, erinnert er sich, hieß es immer nur „Jesus, Jesus, Jesus“.

Aber bei ihm rührte sich nichts. Also setzte er sich an die Ufer der Nagold und betete: „Hallo Jesus, das ist ein Gebet! Wenn du der Gott der Liebe bist, dann komm bitte in mein Leben. Amen.“ Abends wurde dann auf dem Lehrgang gesungen „Und ich spürte, Gott ist da“. Drei, vier Tage hat der zuvor Versteinerte dann jeden Abend geheult und kann heute sagen: „Gott steigt über diese Mauer und berührt mein Herz. Im Rückblick habe ich dann erkannt: Du warst nie weg.“

Inzwischen ist der in der Jugendarbeit tätige Diakon Rapper und Kopf der christlichen Hip-Hop-Band „fil_da-elephant“ und sagt: „Ich predige in Liedern“. Dabei macht er ständig die Erfahrung, dass „die Menschen Hunger nach Glaubensfragen haben“. Und was, fragte Pfarrer Kläger-Lißmann, würde er anderen gerne mitgeben? Philip zeigt auf seinen rechten Unterarm. Darauf tätowieren lassen hat er den 1. Korinther Vers 13,13: „Glaube, Liebe, Hoffnung“.

 

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: Schneider

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