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Plakataktion und Austrittsdrohungen

Schorndorfer Nachrichten, 2018-10-16: Der innerkirchliche Streit um den Umgang mit Homosexualität hat jetzt endgültig auch die Stadtgesellschaft erreicht

Schorndorf. Es hat, um es mit den Worten eines Insiders zu sagen, „gerauscht im Blätterwald“ nach unserer Berichterstattung über die evangelische Kirche in Schorndorf und ihren Umgang mit Homosexualität. Es hat, um es korrekterweise zu sagen, „gerauscht im Netz“. Aber auch in der Stadt gab es, wie von Menschen zu hören ist, die am Samstag und am Sonntag unterwegs waren, nur ein Thema. Und an und in den Kirchen hat eine bemerkenswerte Plakataktion für Aufsehen gesorgt.

Als die 19-jährige Emma, so schildert es ihre Mutter, am Samstagabend im Familienkreis gemeinsam mit ihren beiden 18-jährigen Cousinen Lea und Nina beim Abendessen saß, kam das Gespräch ebenfalls auf die mit einem vom Pfarrer der Versöhnungsgemeinde, Thomas Fuchsloch, verursachten Eklat zu Ende gegangene Veranstaltungsreihe. Bedingt auch dadurch, dass zwei der drei jungen Frauen die 22-Jährige, deren Ausschluss aus einem Gottesdienst-Vorbereitungsteam der Anlass für alle nachfolgenden Diskussionen war und die nach den diskriminierenden Äußerungen Fuchslochs über Homosexuelle weinend aus dem Martin-Luther-Haus geflüchtet ist, aus ihrer früheren CVJM-Zugehörigkeit persönlich kennen.

Im Verlauf des Gesprächs wurde dann die Idee mit der Plakataktion geboren. Gesagt, getan. Noch am selben Abend wurden eine ganze Reihe von Plakaten gemalt und gestaltet, und noch in der derselben Nacht wurden diese Plakate an den drei Kirchen in der Stadt angebracht. Mit ganz unterschiedlichem Tenor: Während der Stadtkirchengemeinde und der Pauluskirchengemeinde ausdrücklich fürs Flaggezeigen im bejahenden Umgang mit Homosexualität gedankt wurde, wurde die Versöhnungskirchengemeinde in Person vor allem von Pfarrer Fuchsloch – aber nicht nur, weil sich ja auch der Kirchengemeinderat fast einstimmig gegen Toleranz und Akzeptanz in Sachen Homosexualität ausgesprochen hat – zum Flaggezeigen aufgefordert und mit Plakaten wie „Hass ist krass, Liebe ist krasser“ und „Ein Heilmittel gegen Homophobie: Bildung“ zum Umdenken aufgefordert. Am frühen Sonntagmorgen haben sich die drei jungen Frau dann zu einer Kontrollrunde aufgemacht und festgestellt, dass alle Plakate noch hingen. Ein paar Stunden später, als ihre Mütter noch einmal eine Kontrollfahrt unternommen haben, sah das schon anders aus: Die Plakate an der Versöhnungskirche, wo die Gemeinde gerade Besuch von einer Partnergemeinde aus Ghana hat, waren vor dem Gottesdienst entfernt worden, an der Stadtkirche und bei der Pauluskirche, wo die Gemeinde ihr Salzkuchenfest gefeiert hat, blieben sie den ganzen Tag hängen.

Im Zweifel steht das Grundgesetz noch immer über Kirchenrecht

Spätestens seit der Berichterstattung am Samstag ist die lange Zeit innerkirchlich schwelende Auseinandersetzung über den Umgang der Kirche mit Homosexualität, der übers Wochenende im Netz zu vielen empörten Reaktionen bis hin zur Androhung von Kirchenaustritten beziehungsweise von Wechseln von der Versöhnungskirchengemeinde zu einer der beiden anderen Kirchengemeinden geführt hat, auch in der Stadtgesellschaft angekommen. Was auch der Oberbürgermeister zu spüren bekommen hat, der übers Wochenende verschiedentlich auf das Thema angesprochen worden ist. Als „nachdenklich, traurig und wütend“ beschreibt Matthias Klopfer seine persönlichen Empfindungen – und er nennt es einen Skandal, dass sich der oder die Einzelne heutzutage überhaupt noch dafür rechtfertigen oder auch nur erklären muss, dass er/sie homosexuell ist und in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebt. Und „gar kein Verständnis“ hat Klopfer dafür, wie im konkreten Fall mit der jungen Frau umgegangen worden ist. „Man kann eine gesellschaftspolitisch abweichende Position haben, aber das gibt niemand das Recht, einen anderen zu diskriminieren und zu verletzen“, sagt der Oberbürgermeister, der die Kirchen ganz allgemein bis hin zur islamischen Gemeinde beim Thema Homosexualität noch weit hinter dem herhinken sieht, was mittlerweile selbstverständlich sein sollte. „Vielleicht wäre es gut, wenn sich auch mal ein Bischof oder eine Bischöfin als homosexuell outen würde“, meint der Oberbürgermeister mit Blick auf die aktuelle Diskussion in der evangelischen Kirche. All denen, die sich innerhalb der Kirchen das Recht herausnehmen, andere wegen ihrer Homosexualität zu diskriminieren („Und natürlich ist das Diskriminierung, was da stattfindet“), schreibt Matthias Klopfer unter Verweis auf Paragraf 1 des Grundgesetzes, wonach die Würde des Menschen unantastbar ist, ins Stammtuch, dass im Zweifel das Grundgesetz noch immer über Kirchenrecht steht.

 

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: privat

 

 

Ausgewählte Vorankündigungen

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Familienkirche (Kläger-Lißmann)

Thema: "Wer ist denn mein Nächster?" - Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Im Anschluss gibt es ein gemeinsames Mittagessen (gegen freiwillige Spende).



Sonntag, 25. November 2018, 17:00- Uhr

Großes Jahreskonzert der Kantorei: Nelsonmesse

Herzliche Einladung zum diesjährige Hauptkonzert der Schorndorfer Kantorei (Leitung: Hannelore Hinderer). Am Sonntag, 25. November 2018, dem Toten- bzw. Ewigkeitssonntag, 17 Uhr, kommen Joseph Haydns Nelson-Me...


Mittwoch, 28. November 2018, 12:00- 13:15 Uhr

Mahlzeit - Mittagessen für Jung und Alt

für: Junge Frauen und Männer mit Kindern; Berufstätige in der Stadt; Senioren jeden Alters; einfach alle, die unsere Aktion unterstützen wollen;     Speiseplan am 28.11 Tagesgericht: Linsen m...


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