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Dachstuhlsanierung steht an

Schorndorfer Nachrichten, 2017-10-07: Stabilität der Schorndorfer Stadtkirche wäre sonst gefährdet / 426 000 Euro Kosten

Schorndorf. Der Dachstuhl über dem Chor der Stadtkirche mag von außen stabil wirken. Doch schon seit längerer Zeit ist die Statik der hölzernen Konstruktion aus dem Gleichgewicht geraten. Nun soll der Dachstuhl grundlegend saniert werden. Dafür muss die Kirchengemeinde viel Geld sammeln.

Leicht schief stehen die Holzbalken in der Mittelstütze des Dachstuhls über dem Chor. Auch das Laienauge erkennt: So sollte das eigentlich nicht sein. Mehr als 300 Jahre haben diese Balken bereits das Dach getragen, seit der Innensanierung der Stadtkirche vor vier Jahren werden sie von Hilfskonstruktionen stabilisiert. Damals wurde folgendes Problem entdeckt: Das Holz saß auf der Mitte des Chor-Gewölbes auf und gab den Druck des Dachs damit nach unten weiter. Die Konstruktion war aus dem Gleichgewicht geraten.

„Das statische Gefüge ist nicht mehr intakt“, sagt Architektin Tina Schuler

Der Dachstuhl - betroffen ist nur der Teil über dem Chor und nicht das Schiff - ist immer noch schief. Er neigt sich Richtung Turm. Die Kräfte können nicht richtig auf die Außenwände abgeleitet werden. „Das statische Gefüge ist nicht mehr intakt“, sagt Tina Schuler vom Schorndorfer Architekturbüro Treide. Mit Fichtenholzkanthölzern wurde der Druck zwar vom Gewölbe genommen. Der Dachstuhl berührt den Chor nicht mehr. Das Ungleichgewicht hingegen besteht nach wie vor.

 Die Hilfskonstruktion war ja auch nur eine Notlösung. Eine von vielen, die über die Jahre am Dachstuhl der Kirche vorgenommen wurden. Denn die Ursache ist laut Architekt Bernd Treide, Experte für Kirchenbau, ein Konstruktionsfehler. Und der gehe bereits auf die Zeit des Wiederaufbaus nach dem Stadtbrand zurück.

Als die Kirche 1664 wieder errichtet wurde, habe man im Dachstuhl auf durchgehende Balken verzichtet. Arbeitstechnisch wäre das aufgrund ihrer Länge zu aufwendig gewesen. Die Deckenbalken wurden deshalb in der Mitte gebockt, zwei Holzbalken also gegeneinandergedrückt. Ein Druck, der seitdem immer wieder durch provisorische Lösungen ausgeglichen werden musste.

Nach der letzten Notkonstruktion habe das Denkmalamt dann die Auflage an die Kirchengemeinde erteilt, mittelfristig nach einer dauerhaften Lösung zu suchen. Die soll nun so schnell wie möglich angegangen werden. Denn „irgendwann könnte der Dachstuhl sonst zusammenbrechen“, sagt Dekanin Juliane Baur. Zumal es auch Wasserschäden am Dachstuhl gebe, die man im Zuge der Sanierung beheben wolle, ergänzt sie.

Knapp die Hälfte der Kosten muss die Kirchengemeinde selbst tragen


Zuvor muss die Kirchengemeinde allerdings erst noch eine Menge Geld sammeln. 426 000 Euro nämlich: So viel soll die Sanierung laut Architekturbüro Treide kosten. Knapp die Hälfte davon muss die Gemeinde selbst übernehmen, der Rest wird über kirchliche Zuschüsse finanziert.

Die 200 000 Euro Eigenanteil sollen in den nächsten Monaten mit kreativen Spendenkampagnen (siehe Infobox: Nuss-Skulpturen) gesammelt werden. Erst wenn 40 Prozent der Summe zusammengekommen sind, kann die Maßnahme gestartet werden. „Deshalb müssen wir jetzt richtig loslegen“, sagt Baur motiviert.

Mit der Baumaßnahme soll, wenn in der Kürze der Zeit genügend Geld zusammenkommt, noch im kommenden Jahr begonnen werden. Drei bis sechs Monate sind für die Sanierung vorgesehen. Dann werden die schadhaften unter den mehr als 300 Jahre alten Fichtenhölzern ausgetauscht. Dazu müssen Teile des Dachs abgedeckt und das Gebäude eingerüstet werden. Mit Hilfe eines Schwerlastkrans soll dann auch ein neuer, durchgehender Mittelbalken eingebaut und somit wieder Stabilität in die Konstruktion gebracht werden.

Im Turm nisten Dohlen und Fledermäuse

Dann wird die spätgotische Kirche wohl auch spezielle Dachplatten bekommen, die den Durchflug von Fledermäusen ermöglichen. Dass 20 Dohlen im Turm nisten, war bereits bekannt. Dass aber auch die lichtscheuen Säugetiere hier im Sommer die Wochenstube ihrer Jungen einrichten, das war bislang nicht belegt.

Günther Lang vom Naturschutzbund hat bei der Besichtigung auf dem Dachboden nun eindeutige Spuren entdeckt und damit die Existenz der Tiere bestätigt. Passende Hängeplätze, so Lang, gebe es in den Dachschrägen ja bereits genug. Doch bislang sei das Dach dicht. Künftig sollte es deshalb den Säugetieren erleichtert werden, in dem Gebäude zu nisten.

Das letzte Wort hat zwar noch der Kirchengemeinderat. Mit dessen Zustimmung, so Dekanin Juliane Baur, werde aber fest gerechnet.

@ Video vom Dachstuhl der Stadtkirche auf www.zvw.de/schorndorf

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: Benjamin Büttner

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