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"Begegnung ist der Schlüssel"

Schorndorfer Nachrichten, 2017-07-04: Die schöne Normalität des gemeinsamen Feierns / Gelungenes und farbenfrohes Internationales Fest auf dem Kirchplatz

Schorndorf. Selbst der Himmel hatte diesmal mit dem inzwischen 8. Internationalen Fest ein Einsehen. Erst als zum Schluss der Feier die syrische Band das Publikum zum gemeinsamen Reihentanz animiert hatte und das Fest so mit einem rauschenden Höhepunkt endete, ließ er es regnen. Zuvor war das ein leichtes, trautes Beisammensein, ein schönes Gemisch der verschiedenen Nationen, Gerüche, Küchen, Tänze und Musiken.

Oben nördlich graue Wolken und unten grummelnd heiße, südlich-afrikanische Rhythmen zu Beginn des alle zwei Jahre vom Schorndorfer Bündnis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus – und vielen Partnern – organisierten Internationalen Festes. „Ein tragfähiges Netzwerk sind wir geworden, das sich in den vergangenen Jahren als stark erwiesen hat“, sagte Christa Hess zur Begrüßung der erfreulich zahlreichen Gäste.

Auszeichnung als Botschafter für Demokratie und Toleranz

Im Mai hatte das Bündnis in Berlin eine Auszeichnung als Botschafter für Demokratie und Toleranz erhalten, „das ist uns eine Ermutigung und ein Auftrag zugleich“, so Christa Hess. Als Gastgeberin fand Stadtpfarrerin Dorothee Eisrich, „Schorndorf ist nicht provinziell, sondern international“. Und sie fragte in die Runde, „was stiftet Hoffnung, was Zusammenhalt?“ Ihre Erfahrung: Begegnung ist der Schlüssel.“ Auch der Erste Bürgermeister Edgar Hemmerich dankte dem Bündnis für sein Engagement, und die neue Dekanin Juliane Baur fand es im Gespräch „richtig toll“, dass das Bündnis diesen Bundespreis bekommen hat. Es gehe darum, „sich den Themen, die in unserer Gesellschaft da sind, zuzuwenden.“

Und gegenseitige Zuwendung war denn auch allenthalben auf dem Kirchplatz zu erleben. Mit Ständen, Tänzen, Infos oder kulinarischen Köstlichkeiten waren da vertreten die griechische Schule, das Kreishaus der Jugendarbeit, der Kinderschutzbund, die evangelische Kirchengemeinde, der Partnerschaftsverein, die islamische Gemeinde, der Förderverein für deutsch-chinesische Freundschaft, der Deutsch-Italienische Kulturverein und einige mehr.

In steter Abwechslung sorgten die verschiedenen Musik- und Tanzgruppen für die exotische Untermalung der Gespräche, die angeregt an den langen Tischen stattfanden. Ob orientalisch mit modernem arabischem Pop, Trommeln oder Schwertertanz, ob griechisch oder türkisch, italienisch oder spanisch: Es war eine farbenfrohe Freude, dem zuzuschauen.

Gegen Ende gab es dann kein Halten mehr, als die vier sympathischen Musiker der syrischen Gruppe „Sema“ es schafften, nicht nur ihre zahlreichen Landsleute, denen man ansah, wie daheim sie sich mit ihren Liedern fühlten – was für ein Strahlen in ihren Gesichtern! – , sondern auch die anderen Nationalitäten, zu einem großen, gemeinsamen Reihentanz zu bewegen. Was für eine Begeisterung, die sich in spontanem Mitklatschen äußerte. Was für ein Glück für alle! Was für ein gelungener, ausgelassener Abschluss eines schönen und friedlichen Festes der fröhlichen Unterschiede und feinen Gemeinsamkeiten.

Schade höchstens um die Schorndorfer Parallelgesellschaften, die sich nicht in dieses Angebot der Integration integrieren wollen. Verpasste Gelegenheiten. Aber auch das muss nicht nur erlaubt, sondern auch möglich sein. Gegenseitig.

 

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: Gaby Schneider

 

 

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